29.12.2014

Rezension: Artgerecht ist nur die Freiheit

Artgerecht ist nur die Freiheit: Eine Ethik für Tiere oder
Warum wir umdenken müssen

Hilal Sezgin
C.H. Beck, 2014
301 Seiten
ISBN 978-3406659041
16,95 €

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Inhalt
Tierquälerei ist schwer erträglich. Trotzdem lassen wir es stillschweigend zu, dass unzählige Tiere in Versuchslaboren gequält und in Mastställen und Schlachthöfen angeblich „artgerecht“ misshandelt werden, weil wir uns ein Leben ohne „tierische Produkte“ nicht vorstellen können. Wem dieser Widerspruch keine Ruhelässt, der sollte Hilal Sezgins Augen öffnendes Buch lesen. Sie geht der Frage nach, ob wir Tiere im medizinischen Interesse malträtieren und ob wir sie einsperren, töten und essen dürfen. In einer lebhaften Auseinandersetzung mit anderen (tier-)ethischen Positionen plädiert sie dafür, Tiere als Individuen mit eigenen Rechten anzuerkennen – auch in unserem eigenen Interesse.

Rezension
Vorab – das Buch sollte jeder gelesen haben, der sich mit Tieren, Tierschutz und Tierethik beschäftigt. Ich stimme der Autorin nicht in allen Aussagen zu, muss ich aber auch nicht.
Was mich an diesem Buch stört, ist, dass ich beim Lesen das Gefühl bekommen habe, dass hier mit aller Macht eine vegane Ernährungsform für moralisch überlegene Gutmenschen propagiert wird. Über die Ernährung kann man nicht diskutieren, hier herrscht ein Glaubenskrieg, dessen Gräben tiefer sind als alle Krisenherde dieser Welt. Ich selbst bin weder Veganerin, noch Vegetarierin und empfehle allen, die sich objektiv informieren möchten und die offen genug sind, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, das Buch „Ethisch essen mit Fleisch“.
Zur Tierethik gehört m. E. sehr viel mehr als die Ernährung. Veganer als Gutmenschen und Fleischesser als das personifizierte Böse anzusehen, ist mir zu einfach. Es geht um neue Denkweisen und darum, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen, um ein Zusammenleben von menschlichen und nicht menschlichen Tieren zu ermöglichen. Zu dieser Frage findet der Leser im Buch viele gute und durchführbare Denkanstöße.
„Artgerecht“ ist ein Anfang. Das Thema ist viel zu umfassend, um es auf 300 Seiten darzustellen. Ob man mit der Autorin übereinstimmt, mag dahingestellt bleiben. Ich empfehle das Buch als umfassenden Einstieg, um sich weiter zu informieren – vorausgesetzt, man ist bereit, den Tunnelblick aufzugeben und auch offen für andere Meinungen zu sein.
Daher bekommt das Buch auf jeden Fall eine Empfehlung von mir.(ehr)

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zum Buch. (Bitte keine anonymen Kommentare)

Erschossene junge Wölfin ohne Kopf gefunden

Leider sind die letzten Meldungen aus dem alten Jahr nicht gut:

Unbekannte haben eine junge Wölfin an der Landesgrenze zu Sachsen erschossen und ihren Kopf als Trophäe abgetrennt.
Das teilte die Polizei am Montag mit. Die tote Wölfin war am Sonntag auf einem Feld bei Hirschfeld (Elbe-Elster) entdeckt worden. Nach ersten Ermittlungen wurde die Tat bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag verübt. Das Landesumweltamt und die Kriminalpolizei ermitteln gemeinsam.
Mehr ...

18.12.2014

Wölfische Weihnachten

Das Wolf Magazin wünscht allen Lesern und Freunden friedliche Feiertage und ein wölfisches neues Jahr.
Den Abonnenten danke ich für ihre Treue. Sie werden im Januar weitere Informationen von mir erhalten, damit sie wissen, wie es weitergeht.
Weitere Informationen zur Zukunft des Wolf Magazins finden Sie auch hier ...

(Foto copyright Monty Sloan)


15.12.2014

Bayern: Kamera zur Wildbeobachtung fotografiert wolfsähnliches Tier im Landkreis Oberallgäu

Im südlichen Landkreis Oberallgäu wurden am Dienstagabend mit einer automatischen Kamera zur Wildbeobachtung Infrarotaufnahmen von einem wolfsähnlichen Tier gemacht. Eine vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) unmittelbar in Auftrag gegebene Auswertung der Fotoaufnahmen ergab, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Wolf handelt. Eine abschließende Bestätigung ist aufgrund der Bildqualität zwar nicht möglich. Laut Experten sprechen jedoch die Proportionen von Kopf, Körper und Rute des Tiers für einen Wolf. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, das Ende Mai südlich von Oberstdorf nachgewiesen wurde und sich anschließend längere Zeit im Bregenzer Wald (Vorarlberg) nahe der bayerischen Grenze aufgehalten hat, kann allein anhand der Fotos nicht beurteilt werden.
Die Behörden, Interessenverbände und Nutztierhalter vor Ort wurden informiert.












„Häufig gestellte Fragen (FAQs)“ fasst das LfU in seinem Internetangebot hier zusammen

Weitere Informationen zum Wolf im Internetangebot des LfU hier

10.12.2014

Neue Wolfsvorträge ab 2015

Im nächsten Jahr biete ich neue Vorträge an zum Thema Wolf:

- Wölfisch für Anfänger
und
- Von Menschen und Wölfen. Wie können wir mit dem zurückgekehrten Beutegreifer leben?

Mehr zu den Vorträgen hier ...

Wer Interesse hat, als Veranstalter einen Vortrag zu buchen, kann bei mir die Veranstalterinfos anfordern.


08.12.2014

Seminare und Veranstaltungen rund um den Hund


Goldwolf ist der erste Seminar- und Veranstaltungs-Online-Marktplatz, der Angebote rund um den Hund aus ganz Deutschland auf einer Plattform vereint.
Wie oft geht es uns so, dass wir Hundehalter gerne wüssten, welche Seminare und Angebote es in der Nähe unserer Stadt gibt – möglichst auf einen Blick.
Als Veranstalter von Seminaren oder Kursen möchten wir unsere Angebote gerne einem möglichst großen Kundenkreis zugänglich machen – vor allem, ohne uns um das ganze Drumherum wie Kartenverkauf o.ä. zu kümmern.
All dies erledigt Goldwolf.
Ich habe das Portal getestet und mein Autorenseminar für Hundehalter eingestellt. Großes Lob an die Betreiber! Das Handling ist sehr einfach und übersichtlich, und der Kundendienst ist grandios.
Schaut euch einmal selbst hier um. Vielleicht findet ihr ja ein Angebot für euch.

Hier geht's zu Goldwolf! 
 

05.12.2014

Neue Bücher

Es gibt drei neue Bücher auf der Rezensionsseite.
  1. Unsere Welt in Gefahr: Klimawandel und Zivilisation
  2. Stimmen der Wildnis: 100  Tiere aus aller Welt und ihre Rufe
  3. Rückkehr der Wölfe: Wie ein Heimkehrer unser Leben verändert

Schaut mal rein

04.12.2014

Wölfe töten rächt sich

Aus Angst vor Wölfen selbige zu töten, ist vermutlich eher kontraproduktiv. Auch wenn dies nur äußerst selten vorkommt: Reißt ein Wolf tatsächlich mal vereinzelt ein Schaf oder Rind, werden Ängste geschürt und viele wollen die Raubtiere lieber tot als lebendig sehen, um ihre Viehherden zu schützen. Eine US-Studie, die sich auf Daten aus 25 Jahren stützt, zeigt nun: Wölfe abzuschießen oder mit Hilfe von Fallen zu erlegen, führt nicht im Mindesten zum erwünschten Ergebnis. Im Gegenteil – für jeden getöteten Wolf werden im Folgejahr deutlich mehr Nutztiere Opfer von Wölfen, berichtet das Forscherduo im Fachblatt „PLoS ONE“. Der Grund ist vermutlich, dass es die funktionierende und geregelte Rudelstruktur zerstört, wenn ein Individuum fehlt – insbesondere wenn es ein Alphatier ist.
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03.12.2014

Rezension: Rückkehr der Wölfe

Rückkehr der Wölfe. Wie ein Heimkehrer unser Leben verändert
Eckhard Fuhr
Riemann Verlag, 2014
224 Seiten
19,99 €

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Inhalt
Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Wie der mythische Heimkehrer Ängste und Hoffnungen auslöst.
150 Jahre lang waren Wölfe in Mitteleuropa ausgerottet. Doch seit der Jahrtausendwende ist Deutschland wieder Wolfsland, und in ganz Europa erobern Wölfe mit stürmischem Elan angestammte Lebensräume zurück. Der Wolf ist zum politischen und medialen Mega-Star geworden.
Eckhard Fuhr berichtet über die neue Konkurrenz für die Jäger und die Not der Schäfer, ihre Herde zu schützen, ebenso wie über das mythologisch gegründete Bild des Wolfs in der Volksseele. So entsteht ein umfassendes Bild des Problems, und es wird deutlich, dass wir uns nicht nur mit der physischen Präsenz der Wölfe auseinandersetzen müssen. Die größere Herausforderung ist die mentale: zuzulassen, dass in unserem durchorganisierten und gut kontrollierten mitteleuropäischen Biotop die wilde Natur immer noch mächtig ist.

Rezension
Was macht der Wolf im Parkhaus? Müssen wir beim nächsten Shopping-Ausflug damit rechnen, in der Tiefgarage vom Wolf verfolgt zu werden? Das Cover des Buches könnte das vermuten lassen. Ein großes Kompliment an den Verlag für diese Cover-Idee, die überspitzt das Thema auf den Punkt bringt. Und genauso originell ist auch der Inhalt des Buches.

Eckard Fuhr ist Journalist, Hundefreund, leidenschaftlicher Jäger und Autor der wöchentlichen Kolumnen Fuhrs Hund" und "Fuhrs Woche" in der WELT. Eines seiner Lieblingsthemen ist der Wolf. Und so verwundert es nicht, dass man in seinem Buch "Rückkehr der Wölfe" viele dieser Kolumnen wiederfindet.
Es geht dabei um die Rückkehr des Wolfes und was sie mit uns macht – unseren Ängsten, Leidenschaften, Vorurteilen. Wie verändert – und bereichert – der Wolf unser alltägliches Leben? Dabei spricht der Autor alle wichtigen Themen an, die mit der Rückkehr des Wolfes verknüpft sind: Herdenschutz, Jagd, Angst vorm Wolf, Wolf und Hund.
Interessant zu lesen auch die "Auswüchse", die der Kommerz mit dem Wolf  nehmen kann, seien es Seminare, in denen Manager in einem Wolfsgehege "Führungsqualitäten" lernen sollen (übrigens der völlig falsche Weg!) oder den Markenschutz der Wolfstatze.
Mein Lieblingskapitel – verständlicherweise – ist der Abschnitt: "Wolfsküsse. Wölfe und Frauen", in dem der Autor auf die besondere Beziehung von Frauen und Wölfen eingeht.
Fuhr ist überzeugter Jäger ("Jagdlust"), und so verwundert es nicht, dass er auch das heiße Eisen "Wölfe und Jagd" aufgreift. Dabei geht er durchaus kritisch mit seiner Zunft um. So kritisiert er die klassische Rotwildhege ("Halbdomestikation"), die  mit der Anwesenheit des Wolfes auf Dauer nicht vereinbar sei, und weist darauf hin, dass in den Wolfsgebieten die Jagdstrecken des Schalenwildes nicht – wie angekündigt – eingebrochen, sondern insgesamt sogar angestiegen ist.
Stets um neutrale Distanz bemüht – sofern das bei einem Thema wie dem Wolf überhaupt möglich ist – kommt er dem Wolf emotional so nah, dass er dies sicher vehement bestreiten würde, denn niemals würde er sich selbst als "Wolfsromantiker" oder sogar "Wolfskuschler" bezeichnen. Für Eckhard Fuhr ist der Wolf das, was er ist: ein faszinierender, intelligenter und sozialer Beutegreifer, der einfach nur sein Leben leben will.

Oft habe ich mich bei Buchrezensionen über die Unfähigkeit von Wissenschaftlern beklagt, Sachbücher zu schreiben, die auch für Laien verständlich sind. Eckhard Fuhr zeigt mit seinem populärwissenschaftlichen Sachbuch, wie es sein sollte: verständlich geschrieben, leicht lesbar, ungeheuer unterhaltend und dennoch äußerst informativ.
Großartig auch die wunderschönen Farbfotos im Mittelteil vom Autor selbst und von Sebastian Körner.
Ich wünsche mir mehr solche Bücher und empfehle "Rückkehr der Wölfe" als Pflichtlektüre, für jeden, der sich für Wölfe, Natur und unser Ökosystem interessiert. (ehr)

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zum Buch. (Bitte keine anonymen Kommentare)

Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben

Neue NABU-Broschüre mit einzigartigen Bildern, Fakten und Erkenntnissen

Der Wolf ist zurück in Deutschland: 35 Wolfsrudel leben aktuell in der freien Wildbahn der Länder Sachsen, Brandenburg, Sachen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Dort, wo die Wölfe bereits sind, aber auch dort, wo mit ihrer Ankunft zu rechnen ist, stellen sich die Menschen die immer gleichen Fragen: Wie leben Wölfe in Deutschland? Wo gibt es Konflikte und wie können diese gelöst werden? Und was tut der NABU, um die dauerhafte Rückkehr der Tiere zu ermöglichen?
In der neuen Broschüre "Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben" folgen die Leser auf 48 Seiten der Spur der Wölfe und können sich ein umfassendes Bild von Canis Lupus machen. "Der NABU hat die Rückkehr der Wölfe von Anfang an begleitet - dabei wurde eines klar: Die Frage, ob Wölfe dauerhaft nach Deutschland zurückkehren können, ist keine Frage von Biologie und Ökologie, sondern von Akzeptanz", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Auch in unseren Landschaften finden Wölfe Nahrung und ungestörte Rückzugsgebiete, um ihre Jungen groß zu ziehen".
Aktuelle Karten, Grafiken und Übersichten fassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse von fast 15 Jahren deutscher und 30 Jahren weltweiter Wolfsforschung zusammen. Das Einzigartige: Alle abgedruckten Fotos zeigen frei lebende Wölfe Deutschlands und erzählen ihre eigene Geschichte. Gezeigt werden auch bislang unveröffentlichte Bilder aus den Territorien Niedersachsens und Sachsens. "Wenn wir den Wölfen eine dauerhafte Heimat geben wollen, dann müssen wir uns um die Menschen mit ihren Vorurteilen und Ängsten kümmern. Das ist das Ziel der "Willkommen Wolf"- Kampagne", so NABU- Wolfsexperte Markus Bathen.

 Die Broschüre "Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben" (Artikel-Nr.: 4201) ist ab sofort für eine Schutzgebühr von 2 Euro pro Exemplar zzgl. Versandkosten im NABU-Naturshop erhältlich: Gutenbergstraße 12, 30966 Hemmingen. Tel. +49(0)5 11.89 81 8-0, Fax +49(0)5 11.89 81 38-60

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 Verbreitung Wolf in Deutschland

















Das Wolfsprojekt des NABU wird unterstützt durch die VOLKSWAGEN AG: Vom gemeinsamen Wolfs-Infostand beim Sommerfest des Bundespräsidenten über die interaktive Wanderausstellung "Tour de Wolf" bis hin zur Bereitstellung des NABU-Wolfsmobils und vieler Materialien. Infos unter www.vw-nabu.de.

02.12.2014

Dokumentarfilm "Eine Geschichte von Wölfen"

Almo Nature, ein italienischer Heimtierfuttermittelhersteller, veröffentlicht am 9. Dezember 2014 einen Dokumentarfilm mit dem Titel  „Eine Geschichte von Wölfen“. Dieser rund 20-minütige eindrucksvolle Film erzählt die Geschichte von Francesco und Spartaco, zwei im Welpenalter verletzt aufgefunde Wölfe. Die filmische Begleitung der beiden Jungwölfe beginnt bei ihrer Aufnahme in der Wildtierauffangstation und erstreckt sich über den wochenlangen Pflege- und Rehabilitionprozess bis hin zu ihrer Entlassung in die Freiheit der toskanischen Bergwelt.
Der Dokumentation gelingt es, einmalige Einblicke in die Rehabilitation der beiden Jungwölfe, sowie deren erste Schritte in die Freiheit, zu geben. In Zeiten zunehmender Wolfspopulationen in Deutschland unterstreicht die Dokumentation darüber hinaus die besondere Notwendigkeit des Schutz des Wolfes.
Ermöglicht wurde dieses einzigartige Projekt, das in Zusammenarbeit mit den italienischen Provinzen Rimini und Arezzo, der technischen Unterstützung des Wolf Apennine Center und unter der wissenschaftlichen Betreuung des Instituts für Umweltschutz und -forschung I.S.P.R.A. (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) entstanden ist, vor allem durch die starke Solidaritätsarbeit des Unternehmens Almo Nature.
Hier kann man sich informieren lassen, wenn der Film gezeigt wird.



24.11.2014

Streunender Hund sorgt für Verwirrung und Aufregung

In den vergangenen Tagen gingen beim Wolfsmanagement aus den Landkreisen Görlitz und Bautzen wiederholt Sichtungsmeldungen eines „Wolfes“ auf Straßen oder in Ortschaften ein. Viele Beobachter konnten Bilder des Tieres machen, sodass die Meldungen überprüft werden konnten. Auf diesen Bildern ist zu erkennen, dass es sich um ein und denselben wolfsähnlichen Hund handelt und nicht um einen Wolf.
Der Hund ist bereits seit 2 Wochen unterwegs und wurde mehrmals zwischen Halbendorf/Schleife (LK Görlitz), Niederseifersdorf (LK Görlitz), Löbau (LK Görlitz), Weißenberg (LK Bautzen), sowie Panschwitz-Kuckau und Kamenz (jeweils LK Bautzen) gesehen und fotografiert. Das Tier legt bemerkenswert weite Strecken am Tag zurück und ist zumeist auf Straßen unterwegs.
Letztmalig wurde der Hund bei Kamenz gesehen. Wenn er die momentan eingeschlagene Laufrichtung beibehält ist nicht auszuschließen, dass er in den nächsten Tagen im Großraum Dresden gesehen werden kann.

Der männliche Hund ist sehr wolfsähnlich gefärbt, etwa so groß wie ein Deutscher Schäferhund und trägt ein dunkles Halsband. Er zeigt Menschen und Autos gegenüber keine Scheu, ist nicht aggressiv, lässt sich aber nicht anfassen. Vermutlich ist das Tier dem Besitzer entlaufen oder wurde ausgesetzt.

Falls Sie den Hund erkennen und eventuelle Informationen zum Besitzer des Tieres haben, melden Sie sich bitte bei dem Ordnungsamt Ihres Landkreises, bei der Polizei oder beim Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772-46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de).

Kein Wolf, sondern ein Hund!


Fotos: Copyright LUPUS

20.11.2014

"Der Wolf jagt Jägern das Wild ab"

Die Märkische Online-Zeitung schreibt:

Die Stimmung ist derzeit bei vielen Herbstjagden eher gedämpft. Auch die landesweite Statistik zeigt, dass die Waidmänner deutlich weniger Wild vor die Flinte bekommen als in vergangenen Jahren. Die Ursachen dafür sind offiziell unklar, aber immer häufiger wird zur Begründung auf den Wolf verwiesen.
Mehr ...

Große Güte. Wir haben schon mehr als genug Wild. Förster klagen ständig über Verbissschäden. Jäger füttern das Wild über den Winter, was ökologisch völliger Schwachsinn ist. Und jetzt das scheinheilige Getue.

Herr Battig sollte sich einmal über die Fakten informieren. Wölfe fressen KEINE fünf Kilo Fleisch täglich. Wolfsexperten weisen immer wieder darauf hin, dass diese Zahl nicht stimmt. Wie kommt man überhaupt auf solche Zahlen? Man schätzt das Gewicht einer getöteten Beute und wartet, wie lange es dauert, bis alles vertilgt ist. Was bei der Fünf-Kilo-Menge aber nicht beachtet wird, ist, dass sich von einem Beutekadaver bis zu fünfzehn verschiedene Spezies ernähren, ganz besonders Raben, sodass von einer realistischen Menge von etwa eineinhalb (!!!) Kilo Fleisch pro Tag ausgegangen werden kann.

Und Wildschweine müssen sich nicht zu Großrotten zusammenschließen, um sich vor dem Wolf zu schützen. Meist reicht ein einzelnes Wildschwein, um den Wolf in die Flucht zu jagen.

So lange wir immer noch solche fachlich falschen Berichte in den Medien lesen, wird sich in den Köpfen der Menschen wenig ändern.

19.11.2014

Wildernde Hunde greifen Schafsherde an

Zwei Hunde haben im Kreis Vorpommern-Rügen eine Schafherde attackiert und mindestens sechs Tiere getötet. Wie die Polizei in Neubrandenburg am Mittwoch mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Dienstag in Prohn bei Stralsund.
Mehr ...

Schrecklich! Hoffentlich wird das richtig teuer für die Hundehalter.

13.11.2014

Rezension: Stimmen der Wildnis

Stimmen der Wildnis. 100  Tiere aus aller Welt und ihre Rufe 
Jan Pedersen
Malik Verlag, 2014
264 Seiten
39,99 €

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Inhalt
Kraftvolle Revierlaute, romantische Duette und schrille Warnrufe – die Kommunikation unserer Tierwelt ist ein melodiöses Abenteuer. Der bildgewaltige Band setzt 100 Tierarten aller Kontinente und Meere mit ihren Stimmen in Szene. Sie bellen, blöken, grollen und flöten. Tiere haben ein vielfältiges Repertoire an akustischen Verständigungsmöglichkeiten. Es gibt Laute von berührender Schönheit, kurioser Eigentümlichkeit und angsteinflößender Stärke. Vom Heulen des Wolfs, Röhren des Hirschs, Gesang des Buckelwals bis zum trompetenartigen Ruf des Paradiesvogels hat jede Stimme eine besondere Bedeutung. Spannende Hintergrundinformationen sowie eindrucksvolle Farbfotos und Tonbeispiele führen in diese komplexe Klangwelt ein und nehmen uns mit zu den Elefanten in der afrikanischen Savanne, den Orang-Utans im asiatischen Regenwald und den Kaiserpinguinen im ewigen Eis der Antarktis. Eine fantastische Schau der Tiere, die alle Generationen aus dem Sessel lockt und um die Welt führt.

Rezension
Schon vom Äußeren her bietet sich das Buch als ideales Geschenk an, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Ein mächtiges Buch mit wunderschönen Farbbildern.
Originell und wohl einmalig ist die Idee, in einem Buch Bilder und Informationen mit Tönen zu verbinden. Diese Technik rechtfertigt auch den relativ hohen Preis.
Die Rufe der Tiere auszuwählen und zu hören macht Spaß und führt zu manchem Aha-Moment. "So klingt der also!" Die Akustik ist erstaunlich klar und deutlich. Ich frage mich, ob man eventuell die Auswahl hätte vereinfachen können durch ein numerisches Pad, denn von Ton 002 bis Ton 094 muss man sich doch lange durchklicken.
Ich habe bei den Tieren natürlich den Schwerpunkt auf die Kaniden gelegt und bei Wolf (005) und Kojote (076) einige Fehler gefunden, die von schlechter Recherche zeugen und durch ein Fachlektorat hätten vermieden werden können.
Beim Wolf hätte ich mir eine andere Terminologie gewünscht: Wir sprechen nicht mehr von "Alphawolf", sondern von "Leitwolf".
Schlimm wird es beim Kojoten: "Das Weibchen bekommt 1 - 19 Junge". Das ist schlichtweg falsch. Ich nehme zugunsten des Autors und Verlages an, dass es sich um einen Satzfehler handelt, denn 1 – 9 Junge wäre eine reelle Zahl.
Ein sehr grober Fehler allerdings, der nicht hätte passieren dürfen, ist das Foto auf Seite 162.
Dieses Foto zeigt einen Wolf. Bildunterschrift "Ein großer nordischer Kojote auf der Jagd." Abgesehen davon, dass es keine "nordischen" Kojoten gibt, sondern einfach nur "Kojoten" (Canis latrans, auch Präriewolf oder Steppenwolf), ist zeigt das im Buch gezeigte Tier keinen Kojoten.
Schade! Trotzdem bekommt das Buch meine Empfehlung. (ehr)


So sieht ein Kojote aus, liebe Kollegen vom Verlag.
Foto: Elli H. Radinger









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11.11.2014

Rezension: Unsere Welt in Gefahr

Unsere Welt in Gefahr. Klimawandel und Zivilisation
Stephen Henighan
Alouette-Verlag, 2014
Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
ISBN 978-3924324179
12,95 €


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Inhalt
Stephen Henighan, ein in Hamburg geborener renommierter kanadischer Literaturwissenschaftler, wirft in diesem kleinen aber immens wichtigen Buch einen philosophisch-orientierten, soziokulturellen und literarisch anspruchsvollen Blick auf das immer brennender werdende Klimaproblem. … Henighan macht deutlich, dass nicht weniger als das Wohl der Menschheit, wenn nicht gar das menschliche Überleben auf dem Spiel steht, wenn wir einen ungebremsten Klimawandel zulassen.




Rezension
Der Alouette Verlag ist allen Naturfreunden und Abenteurern bekannt durch seine wunderschönen Bildbände wie "Im Bannkreis des Nordens" oder "Geheimnisvolles Tuwa". Wolfsfreunde kennen das faszinierende Buch "Kanadas vergessene Küste", das vom Regenwald des Großen Bären erzählt.
Mit "Unsere Welt in Gefahr" hat der Verlag erneut ein verlegerisches Juwel geschaffen. Das kleine, aber sehr feine Büchlein besticht schon durch seinen geheimnisvollen Umschlag, dessen Foto von Ian McAllister Seesterne zeigt, die den Erdball zusammenhalten.
So zerbrechlich wie die Erde auf diesem Foto fühlt sich auch der Leser bei der Lektüre des Buches. Dies ist keine leichte Kost und keine heile Welt. Der Leser, der sich in sein bequemes Leben eingeigelt hat, wird durch die Lektüre herausgerissen aus seinem Kokon. Schicht für Schicht pellt Henighan unsere Idealvorstellungen von der Umwelt ab, in der wir leben bzw. glauben, zu leben, und  zeigt uns die erschütternde Realität unseres Planeten.
Als ich das Buch schließlich nach der letzten Seite schloss, war ich emotional hin und her gerissen:
Unglauben und Frust über den Zustand unserer Welt. Wut auf die Ignoranz und Untätigkeit der Politiker. Scham, dass wir die Zerstörung der Welt zugelassen haben und noch zulassen. Grenzenlose Hilflosigkeit und Angst angesichts dessen, was noch auf uns zukommen wird, beispielsweise durch die globale Erwärmung und das Schmelzen der Gletscher. Und letztendlich dann doch noch die Hoffnung, dass wir – vielleicht – das Ruder noch herumreißen können, wenn wir es schaffen, die Liebe über alles zu stellen. Die Liebe zum Rest der Menschheit und unserer schwindenden Natur.
An diese Hoffnung möchte ich mich festhalten und dem Autor und dem Verlag für dieses tief gehende Buch danken. (ehr)

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06.11.2014

Neuer Artikel von Günther Bloch zur "vererbten Rudelstellung"

Die realitätsfremde Philosophie einer „neuen Wunderwelt“
Ein bisweilen sarkastisches Zwischenfazit zur fachlichen Einordnung unbiologischer Hundebewertungen.

Von Günther Bloch

Im Laufe der Dekaden durchlebte die Hundeszene zahlreiche Veränderungen. Manche waren gut für den Haushund (Canis lupus familiaris), andere weniger. In regelmäßigen Zeitabständen erfuhren wir von revolutionären Innovationen „zum Wohle des Hundes“. Seit Kurzem soll uns nun eine gegen sämtliche zoologische, ethologische, biologische und praktische Studienerkenntnisse verbissen agierende „neue Wunderwelt“ schmackhaft gemacht werden: Die Philosophie der sieben ererbten Rudelstellungen für Wolf und Hund (vRS).

Hundebiologische Klarstellung zur vRS-Hundeeinschätzung:
Um die extrem realitätsfremd wirkende neue Wunderwelt der „einzig wahren Lebensform für Hunde“ nochmals auf den Punkt zu bringen, wiederhole ich gerne ein wichtiges Zitat der bedeutensten Ethologin Deutschlands, Dorit Feddersen-Petersen: „Diese Art der (vRS) Hundeeinschätzung hat nichts mit der Biologie von Hunden zu tun, ist tierfremd und tierschutzrelevant“. Ein vernichtendes Urteil. Ein fachlich klärendes Resümee einer wahren Hundefachfrau, die ihr Leben der Kanidenforschung widmet und seit Jahrzehnten bewiesen hat, wie man Wolfs- und Hundeverhalten wertfrei und präzise beobachtet und analysiert. Zweifel, ob an den imaginären sieben ererbten Rudelstellungen „doch irgendwas dran ist“, sollten sich somit erledigt haben. Hoffentlich kommen jetzt alle wirklichen Hundefreunde, die nichts anderes wollen als harmonisch mit ihren vierbeinigen Familienmitgliedern zusammenleben, wieder zur Vernunft. Das geht nur biologisch, und nicht „unbiologisch“ so wie bei vRS.

Weiterlesen hier ...

Und noch ein weiterer Artikel von Günther Bloch zum Thema hier ...

Mein Vorschlag: Nominiert Barbara Ertel und die "vererbte Rudelstellung" für das "Goldene Brett".

Rezension: Vom Wolf getroffen

Vom Wolf getroffen - und andere wilde Geschichten von Hunden und Wölfen
Nicole Wilde
Kynos, 2014
204 Seiten
ISBN 978-3954640232
14,95 €

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Inhalt
Hunde, Wolfshunde und Wölfe gehörten schon immer zu Nicole Wildes Leben. Als professionelle Hundetrainerin hat sie sich jahrzehntelang insbesondere mit Tierschutz- und Problemfällen befasst und dabei viel über das besondere Verhalten von Wölfen und Hund-Wolfs-Mischlingen gelernt.
Ihre Geschichten sind mal fröhlich, mal witzig, mal komisch und mal tragisch – von Lachen bis Weinen ist beim Lesen alles garantiert. Nebenbei erfährt man viel Wissenswertes über das Verhalten von Hunden und Wölfen. Autorin: Nicole Wilde ist Hundetrainerin und lebt in Kalifornien. Ihre zahlreichen Bücher über Hundetraining und Hundeverhalten sind auch in Deutschland Verkaufserfolge.

Rezension
"Vom Wolf getroffen" ist ein autobiografisches Buch.
Die erste Hälfte des Buches ist eine Sammlung von Geschichten über das Leben der Autorin mit vier Hunden, die sie gerettet hat.
Wilde schreibt aus dem Herzen, was den Leser immer wieder berührt. Sie bringt uns zum Weinen und Lachen. Man erfährt nebenbei noch nützliche Trainingstipps – und dass die besten Hundetrainer selbst nicht unbedingt die perfektesten Hunde haben.
Beim zweiten Teil "Die Wölfe" hatte ich anfangs Bedenken, kannte ich doch die ersten Bücher der Autorin - Hybridenratgeber -, die (in Englisch) vor 10 und 15 Jahren erschienen sind. Dort gab sie Tipps, wie man Wölfe und Wolfsmischlinge am besten unterbringt und trainiert. Aber entgegen meinen Befürchtungen rät sie auch in "Vom Wolf betroffen" eindeutig von der Haltung von Hybriden ab.
Sie berichtet, wie sie auf eine Anzeige für Wolfshunde antwortete und Tia traf, die ein Auffangcenter für die Tiere führte. Wilde leitete später selbst dieses Zentrum selbst. Sie berichtet über die Qualen der Tiere, die abgegeben wurden, weil die Menschen, die sie sich leichtsinnig anschafften, nicht mehr mit ihnen zurechtkamen. Schließlich nahm sie selbst drei der Hybriden mit nach Hause und baute ein Gehege für sie.
Immer wieder jedoch warnt sie den Leser davor, sich ein solches Tier anzuschaffen: "Es fühlte sich schrecklich falsch an, dass er irgendwo anders sein sollte als frei in der Wildnis."
Und so erfahren wir in diesem Buch nicht nur viel über Hybriden, sondern auch einiges über die Menschen dahinter. Eine behinderte Frau wollte von ihr einen Wolf, der ihren Rollstuhl ziehen sollte. Ein Mann brauchte Rat für seinen "Mix aus reinrassigem Alaskan Malamute und blondem Bobtail-Timberwolf". Ein anderer wollte wissen, wo er für sein Kunstprojekt "Mythos Werwolf" warme Wolfsmilch herbekommen könne, weil man sich durch das Trinken angeblich in einen Werwolf verwandeln könne.
Wir alle, die die "Szene" kennen, wissen, welche Abgründe sich da auftun.

"Vom Wolf getroffen" ist kein Schritt-für-Schritt-Ratgeber nach dem Motto: Wenn du das tust, ist dein Problem gelöst. Vielmehr teilt die Autorin ihre Geschichten, Frustrationen und Erlebnisse mit dem Leser. Und das ist es, was das Buch so emotional und lesenswert macht.
Bewundernswert auch die Geduld und Unterstützung ihres Mannes C.C., ohne den sie wahrscheinlich nie ein solches Leben hätte führen können.

Noch eine Warnung zum Schluss: In Deutschland ist die Haltung von Wolfshybriden verboten (wir unterscheiden heute in der Terminologie nicht mehr zwischen Wolf-Hund-Mischling oder Wolfshybride). Da die Tiere unter strengen Artenschutz fallen, benötigt man für ihre Haltung eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Fachleute und Wissenschaftler wie Dorit Feddersen-Petersen, Udo Gansloßer oder Günther Bloch warnen dringend vor der Haltung von Wolfsmischlingen. (ehr)

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04.11.2014

Wolf überfahren

Junger Wolf überlebt Aufprall nicht

Bereits in der vergangenen Woche hat sich auf der Landesstraße zwischen Mügeln und Oehna ein Unfall ereignet. Dabei wurde ein junger Wolf getötet.
Mehr ...


01.11.2014

Wolf Magazin 2-2014

Das Wolf Magazin 2-2014 sollte inzwischen bei allen Abonnenten eingetroffen sein.
Falls nicht, wenden Sie sich bitte NICHT an die Redaktion (wir haben keinen Einfluss auf die Auslieferung), sondern direkt an den Verlag:
autoren@autorenhaus-verlag.de 


31.10.2014

Jagdreform jetzt! Resolution für ein ökologisches Jagdgesetz in NRW

Fast 8.000 Hauskatzen und 69 Hunde wurden im vergangenen Jagdjahr in Nordrhein-Westfalen von Jägern erschossen. Täglich verenden unzählige Tiere qualvoll in Fallen. Viele Tierarten werden ohne den vom Tierschutzgesetz in § 1 vorgeschriebenen vernünftigen Grund getötet, weil keine sinnvolle Verwertung stattfindet. Und schon die Ausbildung von vielen Jagdhunden ist mit großem Tierleid verbunden: Sie werden an Füchsen oder flugunfähig gemachten Enten für ihre spätere Aufgabe trainiert.
Derzeit findet in Nordrhein-Westfalen eine Novellierung des Landesjagdgesetzes statt. Obwohl der Tierschutz seit 2001 in der Landesverfassung verankert ist, werden die Belange des Tier- und Naturschutzes bei der Jagdausübung bis heute nicht beachtet.
TASSO e.V. ist nun dem Jagdreform-Bündnis in NRW beigetreten. Zusammen mit dem BUND, dem Deutschen Tierschutzbund, den Menschen für Tierrechte, und weiteren Tier- und Umweltschutzverbänden setzen wir uns für eine grundlegende Reform des Jagdgesetzes in NRW ein, die sich an ökologischen Prinzipien und am Tierschutz orientiert.
In einer gemeinsamen Resolution haben die zusammengeschlossenen Verbände zehn zentrale Eckpunkte festgelegt, die aus der Sicht des Tier- und Naturschutzes bei der Jagdgesetznovelle berücksichtigt werden müssen. Zu den Forderungen zählen unter anderem ein Verbot des Abschusses von Hunden und Katzen, das Ende der Fallenjagd, ein Verbot der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren, ein Verbot der Baujagd und eine drastische Reduzierung der Liste der jagdbaren Arten.
Unterstützen auch Sie die Resolution und unterschreiben Sie für eine grundlegende Reform des Jagdrechts.
Wichtig: Nach dem Ausfüllen des Formulars erhalten Sie eine E-Mail: Damit Ihre Stimme gezählt wird, müssen Sie Ihre Unterschrift mit Klick auf den darin enthaltenen Link bestätigen. (Quelle)

16.10.2014

„Der Hund darf nicht mit“

Zusammen mit ihren Hunden, einem Jack-Russel-Terrier und einem Beagle, wollten zwei Männer im Juni 2013 in ein Hamburger Taxi steigen. Als der erste Mann mit seinem Hund auf der Beifahrerseite eingestiegen war und das Ziel genannt hatte, verweigerte der Taxifahrer jedoch die Beförderung der Männer zusammen mit den Hunden. Gründe nannte er den beiden Männern nicht. Das dahinterstehende Taxi nahm die vier dann problemlos mit.
Aufgrund einer Beschwerde erließ die zuständige Behörde gegen den Taxifahrer einen Bußgeldbescheid. Da er damit nicht einverstanden war, kam die Sache vor das Amtsgericht Hamburg. Vor Gericht versuchte der Taxifahrer sich nachträglich zu rechtfertigen. Angeblich habe er geglaubt, dass im hinteren Fußraum kein Platz für den zweiten Hund gewesen sei. Das Gericht war jedoch der Ansicht, dass dies „nachträglich zusammenphantasierte Schutzbehauptungen“ seien. Das Gericht war vielmehr davon überzeugt, dass der Taxifahrer schlicht und ergreifend unwillig war, die vier mitzunehmen. Ob es jedoch daran lag, dass der Taxifahrer Hundehaare im Auto befürchtete, ihm die Fahrtstrecke zu kurz war oder ob er Vorbehalte gegenüber männlichen Pärchen als Fahrgäste hatte, ließ sich im Ergebnis durch das Gericht nicht ermitteln.
Das Amtsgericht verurteilte den (bisher noch nicht auffällig gewordenen) Taxifahrer wegen des vorsätzlichen Verstoßes gegen die Beförderungspflicht zu einem Bußgeld in Höhe von 300,00 Euro (Az. 234 OWi 163/13).
Dies wollte der Taxifahrer nicht hinnehmen und legte Rechtsbeschwerde beim Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg (OLG) ein. Das OLG jedoch verwarf seine Beschwerde, da es ebenfalls von einer schwerwiegenden Verletzung der Beförderungspflicht überzeugt ist. Damit ist das Urteil des Amtsgerichts Hamburgs rechtskräftig.
Taxifahrer unterliegen bei ihrer Berufsausübung verschiedenen Gesetzen. So ergibt sich zum Beispiel aus § 22 des Personenbeförderungsgesetzes die grundsätzliche Pflicht zur Beförderung von Personen. Der Fahrgast hingegen muss während der Fahrt seine Sachen und seine Tiere sicher verstauen und beaufsichtigen, damit von ihnen weder für den Taxifahrer, noch für andere Fahrgäste Gefahren ausgehen. Dabei gilt für Tiere die gesetzliche Einschränkung, dass sie nicht auf den Sitzplätzen untergebracht werden dürfen und daher im Fußraum sitzen müssen – so § 15 der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr.

Wisente dürfen weiter frei im Wald laufen

Landgericht sieht Erfolgsaussichten für den Wisentverein und setzt deshalb die Zwangsvollstreckung aus dem Urteil des Amtsgerichts außer Kraft

Das Landgericht Arnsberg hat die Vollstreckung der Einstweiligen Verfügung gegen das Wisent-Projekt außer Kraft gesetzt. Damit stimmte es in seinem gestrigen Beschluss einem Antrag des Wisent-Trägervereins zu. Praktisch bedeutet dies: Die freilebenden Wisente können sich vorerst weiter ungehindert in den Wäldern bewegen.

Am 2. Oktober dieses Jahres hatte das Amtsgericht die vom Schmallenberger Waldbauern Hermann-Josef Vogt erwirkte Einstweilige Verfügung gegen den Wisentverein bestätigt und damit zugleich den Widerspruch des Wisentvereins zurückgewiesen. Damit war formal auch die bereits zuvor eingestellte Zwangsvollstreckung der Einstweiligen Verfügung wieder in Kraft gesetzt. Der Verein hätte also dazu verpflichtet werden können, die Tiere von den Grundstücken des Hochsauerländer Waldbauern fernzuhalten, um Schälschäden an Bäumen des Eigentümers Vogt zu vermeiden.
Mit seiner gestrigen Entscheidung hat das Landgericht nun aber die Zwangsvollstreckung der Einstweiligen Verfügung wieder außer Kraft gesetzt. Zumindest bis zum 8. Dezember dieses Jahres. Bis dahin hat der Verein Zeit, seine Berufung gegen die Einstweilige Verfügung weiter zu begründen. Die Einstellung der Zwangsvollstreckung ist gegen eine Sicherheitsleistung von 10.000 Euro durch den Verein erfolgt.
Besonders interessant ist die Begründung des Arnsberger Landgerichts, erläutert Rechtsanwalt Stephan Hertel, der den Wisentverein vertritt. Denn das Gericht kommt zu der Auffassung, dass die Berufung gegen die Einstweilige Verfügung, die der Wisentverein in der Zwischenzeit eingelegt hat, „nicht ohne Erfolgsaussicht“ ist. „Das ist ein sehr positives Signal für das in Westeuropa einzigartige Artenschutzprojekt zur Wiederansiedlung der Wisente“, bewertet Bernd Fuhrmann deshalb den Gerichtsbeschluss. Der erste Vorsitzende des Wisentvereins sagt zugleich: „Wir wollen die Rechtmäßigkeit des Projekts zum Schutz dieser bedrohten Tierart gerne auf dem regulären Instanzenweg klären lassen – notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof. Wenn die Einstweilige Verfügung im Zuge unseres Widerspruchs in den kommenden Wochen fallen sollte, könnten wir das auch in Ruhe und mit angemessener Zeit erledigen. Wichtig ist aber: Das Projekt geht erst einmal weiter.“
Rechtsanwalt Stephan Hertel hebt noch einen weiteren Punkt hervor, den das Gericht anführt. Denn für den Erlass einer Einstweiligen Verfügung muss es auch einen so genannten Verfügungsgrund geben. Den sehen der Wisentverein und sein Rechtsanwalt aber nicht.
Dieses Argument nimmt nun auch das Landgericht Arnsberg auf, wenn es feststellt, dass Kläger Vogt die Schälschäden bereits erstmals im Oktober 2013 und dann fortgesetzt festgestellt habe. So führt es aus: „Für die Kammer ist derzeit nicht ersichtlich, warum die dann im August 2014 erneut aufgetretenen Schälschäden angesichts dieser Entwicklung nunmehr eine besondere Dringlichkeit begründen sollen, die ein Vorgehen im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes erforderlich macht.“
Das Gericht deutet auch an, dass der Rechtsstreit wohl am besten in einem Hauptsacheverfahren und nicht im Rahmen einer Einstweiligen Verfügung zu klären sei. In dem Beschluss heißt es nämlich auch: „Möglicherweise ist der Verfügungskläger (Waldbauer Vogt, d. Red.) auf ein Hauptsacheverfahren zu verwiesen, wenn er etwaige Eigentumsverletzungen über einen Zeitraum von mehr als zehn Monaten zunächst hinnimmt und sich mit finanzieller Entschädigung begnügt.“
Unabhängig von der rechtlichen Auseinandersetzung, macht der Vereinsvorsitzende Bernd Fuhrmann deutlich, dass der Verein eine Konsenslösung mit den geschädigten Waldbauern aus dem Hochsauerlandkreis anstrebe. „Es gehört von Anfang an zu den Grundpfeilern des Artenschutz-Projektes, dass von Wisenten verursachte Schälschäden ausgeglichen werden sollen“.
Das Artenschutzprojekt wird vom Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen sowie vom Kreis Siegen-Wittgenstein, der Stadt Bad Berleburg und zahlreichen privaten Sponsoren gefördert. (Quelle)

Männlicher Wisent der Flachland-Kaukasus-Linie (Bison bonasus bonasus × caucasicus) im Wisentgehege Springe. (Wikipedia)

13.10.2014

Aktuelle Meldungen: Schafsrisse in Sachsen und der Schweiz

Diese aktuellen Nachrichten haben es nicht mehr in den Newsletter Oktober geschafft

Sachsen
Gerissene Schafe nahe der Gohrischheide

In der Nacht zum 30.09.2014 wurde bei Nieska (Landkreis Meißen) ein Schaf mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem oder mehreren Wölfen getötet. Das Schaf wurde außerhalb der umzäunten Koppel gerissen. Bei einem zweiten Fall am 02.10.2014 bei Nauwalde wurde ein Schaf getötet. Auch hier ist der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen.
Beide Orte liegen in der Nähe der Gohrischheide. Im Großraum um die Gohrischheide gab es im letzten Winter einzelne Hinweise auf einen Wolf in Form von Sichtungen. Einen Beleg für die Anwesenheit von Wölfen konnte bisher aber nicht erbracht werden. Die nächstgelegenen Wolfsrudel haben ihre Territorien östlich der A13 in der Königsbrücker Heide bzw. in der Laußnitzer Heide. Das Wolfsmonitoring, die Suche nach Spuren, Losungen und Rissen, sowie der Einsatz von Fotofallen, wird jetzt in der Gohrischheide intensiviert. So soll der Frage nachgegangen werden, ob sich dort ein neues Wolfsvorkommen etabliert hat. (Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz)

Schweiz
Wolf greift Schafherde in Wohnquartier an
Ein Wolf hat am Montagmorgen im Walliser Dorf Eischoll ein Schaf gerissen – mitten in einem Wohnquartier und nahe bei einem Kinderspielplatz. Die Bevölkerung ist besorgt.
Es passierte am Montag gegen 7.30 Uhr: Ewald Guntern war gemeinsam mit zwei Arbeitskollegen mit einem Kanalreinigungsfahrzeug in Eischoll VS unterwegs, als sie auf einer neben der Strasse liegenden Schafweide einen Wolf entdeckten.
Um sich zu vergewissern, dass es sich wirklich um einen Wolf handelte, hätten sie angehalten und seien über den Zaun auf die Weide gestiegen, sagt Guntern dem Portal 1815.ch. «Der Wolf zeigte wenig Scheu und lief in einer Distanz von 40 Metern zweimal an mir vorbei. Einmal näherte er sich mir.»
Mehr …

Das ist leider nicht gut!!!

Newsletter Wolf & Co Oktober 2014

Der neue Newsletter Wolf &  Co Oktober 2014 ist fertig und wird in Kürze in Ihrem E-Mail-Postfach sein.
Wer unseren kostenlosen monatlichen Newsletter noch nicht kennt, kann ihn  hier abonnieren.


Zum Inhalt geht es hier.

12.10.2014

Wald gegen Wild

Die alten Trophäen-Jäger bekommen Konkurrenz: Ökojäger jagen „effektiv”. Der Gesetzgeber muss sie fördern.
Die Jagd wird immer beliebter. Zumindest wenn man den Angaben des Deutschen Jagdschutzverbands glaubt, steigt die Zahl der Jäger von Jahr zu Jahr. Die Sehnsucht nach der „besonderen Naturerfahrung“ steht scheinbar im Einklang mit Ansprüchen unserer Ökosysteme. Jagd ist angewandter Naturschutz – sagen traditionelle Jäger. Am Beispiel der Wälder aber zeigt sich: weit gefehlt.
Mehr …

Moderne Jagd kann auf die "Strecke" verzichten. (Foto: Gunther Kopp)

08.10.2014

Thema "Wolf" im neuen "Doggy Telegraph"

Der "Doggy Telegraph" ist das Kundenmagazin der Hundefutterfirma "Terra Canis". Das Heft liegt jeder Bestellung bei und ist außerdem kostenlos im Kassenbereich beim Fachhandel (Fressnapf & Co) sowie in einigen Tierarztpraxen aus.

Die zweite Ausgabe des Doggy Telegraph steht unter dem Schwerpunktthema Wolf. Es gibt zwei Wolfsartikel von mir:
- Mein Bruder, der Wolf
- Wie ernähren sich Wölfe
Außerdem gibt es einen Bericht des WWF über die Rückkehr der Wölfe, einen Artikel "Die Wolfsflüsterin" über Tanja Askani und ihre Arbeit sowie einen Artikel der Tierärztin und Ernährungsexpertin Hanna Stephan zum Thema "Die artgerechte Ernährung des Hundes". Und der Metzger Schäbitz berichtet aus der Futterproduktion Firma und seinem Verständnis von Lebensmittelqualität. Und vieles mehr.

Ich habe eine begrenzte Anzahl von "Doggy Telegraph" Heften und schicke gerne ein kostenloses Exemplar zu. Bitte schicken Sie einen mit 1,45 € frankierten und an Sie adressierten DIN A4-Rückumschlag an meine Postadresse, dann geht das Heft umgehend an Sie raus.

04.10.2014

Die Welt mit den Augen von zwei jungen Wölfen sehen: "Just Freedom"

ALMORE FUND EUROPE veröffentlicht einzigartigen Dokumentarfilm über das Leben von Wölfen in Freiheit

Oberhaching, 04. Oktober 2014 – Zum heutigen Welttierschutztag  veröffentlicht der ALMORE FUND EUROPE den Dokumentarfilm „Just Freedom“.


Der italienische Heimtierfuttermittelhersteller Almo Nature widmet sich in diesem Jahr in besonderem Maße dem Schutz der Wölfe in Europa.
Im „Just Freedom“ Rehabilitationszentrum für Wölfe in Monte Adone, Italien, das durch den Almo Nature Solidaritätsfonds ALMORE FUND EUROPE finanziert wird, ist nun dieser ganz besondere Film entstanden.
„Just Freedom“ ist auch der Name des einzigartigen Dokumentarfilms über die neugefundene Freiheit zweier Wölfe, die nach ihrem Aufenthalt im Rehabilitationszentrum wieder in die Wildnis zurückkehren. Die zwei Wölfe, Francesco und Spartaco, wurden mithilfe von temporären, selbstlösenden Kamerahalsbändern auf ihren ersten Schritten in die freie Natur begleitet. Ungestört durch den Menschen entdecken die Wölfe ihre Natur wieder. Von ihnen unbemerkt können wir Menschen nun Zeuge dieser bewegenden Reise werden und die Freiheit aus der Perspektive der Wölfe sehen.
Das Jahr 2014 steht für das Unternehmen Almo Nature ganz im Zeichen des Wolfs und seiner Rückkehr nach Europa. „Als tierliebendes Unternehmen liegt uns auch die heimische Artenvielfalt am Herzen. Daher sehen wir es als eine Notwendigkeit, die Menschen zum Schutz der Natur und für eine friedliche Koexistenz mit dem Wolf zu sensibilisieren.“, sagt Pier Giovanni Capellino, Firmengründer und Geschäftsführer von Almo Nature.
Im Gegenzug für den „Einsatz“ des Wolfes als Werbegesicht von Almo Nature, übernimmt das Unternehmen daher Verantwortung für dessen Wohlergehen. Das „Just Freedom“ Rehabilitationszentrum ist europaweit das erste, vollständig privat getragene Zentrum, in dem kranke oder verletzte Wölfe gepflegt und auf die Rückkehr in die Freiheit vorbereitet werden.
Im Rahmen verschiedener Projekte, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem IFAW (International Fund for Animal Welfare), setzt sich der ALMORE FUND EUROPE darüber hinaus auch in Deutschland für eine friedliche Rückkehr des Wolfs ein. (Quelle)

25.09.2014

Offizielles Dokument zeigt: Rumänisches Kind wurde nicht von Streunerhunden getötet

VIER PFOTEN fordert von Ministerpräsident Ponta die Abschaffung des Streunerhunde-Tötungsgesetzes
Die international tätige Tierschutzstiftung VIER PFOTEN hat heute aufgedeckt, dass eine falsche Tatsachenbehauptung zu den Massentötungen von Streunerhunden in Rumänien geführt hat. Das sogenannte "Tötungsgesetz" trat im Oktober 2013 in Kraft, nachdem der vierjährige Junge Ionut Anghel vor genau einem Jahr in Bukarest von Hunden tödlich verletzt worden war. Unmittelbar nach dem Tod des Jungen berichteten die rumänischen Medien, dass Streunerhunde den Jungen getötet hätten. Das Parlament verabschiedete daraufhin auf Drängen von Präsident Băsescu ein Gesetz, das die Massentötungen von Streunern erlaubt. Doch ein offizielles Dokument der Staatsanwaltschaft (die dem rumänischen obersten Gericht, dem Kassationshof und dem Justizministerium angeschlossen ist) zeigt, dass das Kind nicht von Streunerhunden getötet wurde, sondern von sieben Wachhunden, die der Firma S.C. TEI REZIDENŢIAL S.R.L. BUCUREŞTI gehörten.

12.09.2014

Sog. "angeborene Rudelstellungen" - Kommentar von Günther Bloch

Günther Bloch hat einen wunderbaren und sehr informativen Artikel zur Theorie der äußerst umstrittenen sogenannten "angeborenen Rudelstellellungen" erstellt. Man beachte dabei besonders den typisch Blochschen ironischen Vorspann.

Zum Artikel geht es hier ...

Und hier ist noch mein Statement dazu.

Im neuen Wolf Magazin 2-2014 (erscheint voraussichtlich Mitte Oktober) schreiben Günther Bloch und Udo Gansloßer über den neuesten und m.E. tierschutzwidrigen Unsinn in der Hundeszene.



09.09.2014

Wolf Magazin - Standpunkt zu aktuellen Themen

Allen, die die neue Seite des Wolf Magazins noch nicht kennen, empfehle ich einen Blick auf unsere neue Unterseite: Standpunkt.
Hier findet ihr wichtige Informationen zu aktuellen Themen und/oder Fragen, die uns immer wieder gestellt werden. Die Seite wird ständig erweitert und aktualisiert.


Bitte teilt diese Information mit euren Freunden und in Blogs und Foren.


06.09.2014

Sachsen: Leichte Beute für Wölfe im Landkreis Bautzen

In der vergangenen Woche hat es mehrere Übergriffe von Wölfen auf ungeschützte Schafe im Landkreis Bautzen gegeben. In vielen Fällen wären die Übergriffe vermeidbar gewesen.
Bei Lichtenberg, nahe der Laußnitzer Heide, wurden bei zwei Übergriffen insgesamt vier angekettete Schafe von Wölfen gerissen.
Vier weitere Vorfälle ereigneten sich nordwestlich von Bautzen, in Königswartha, Neschwitz und Radibor, bei denen insgesamt sechs Schafe von Wölfen getötet wurden. Fünf dieser getöteten Schafe waren ebenfalls angekettet gehalten worden, nur in einem Fall überwand der Wolf einen Maschendrahtzaun.

Angebundene Nutztiere, die über Nacht im Freien gehalten werden, bieten für Wölfe eine einfache Beute. Wölfe können durch wiederholte Erfahrung an unzureichend geschützten Nutztieren lernen, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als Rehe, Hirsche oder Wildschweine. Im Ergebnis dieses Lernprozesses kann es dazu kommen, dass Wölfe gezielt versuchen auch geschützte Schafe zu erbeuten, was die Situation für alle Tierhalter noch verschärfen würde.

Das Sächsische Wolfsmanagement appelliert deshalb an alle Schaf- und Ziegenhalter, ihrer Verantwortung für ihre Tiere gerecht zu werden und diese entsprechend zu schützen. Die Unterbringung der Tiere in einem festen Stall über Nacht, die Verwendung von mind. 90 cm hohen stromführenden Zäunen oder Festkoppeln von mind. 120 cm Höhe bietet einen guten Schutz.
Tierhalter sollten ihre Zäune regelmäßig auf Schwachstellen prüfen und diese zeitnah beseitigen. Die Umzäunung darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten. Wichtig ist auch, dass alle Seiten der Koppel geschlossen sind – über offene Gräben können Wölfe leicht eindringen. Bei stromführenden Zäunen sollte ausreichend Spannung (mind. 2.500 V) anliegen. Wenn Tierhalter bei der täglichen Kontrolle ihre Nutztiere tot vorfinden und die Vermutung besteht, dass ein Wolf der Verursacher sein könnte, dann ist zeitnah  (innerhalb von 24 h)  das zuständige Landratsamt zu informieren, damit eine Begutachtung vor Ort organisiert werden kann.

Bei Fragen zu den Schutzmaßnahmen und zur Förderung zum präventiven Herdenschutz stehen Ihnen die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Herr Klingenberger vom Staatsbetrieb Sachsenforst unter 035932/36531 oder unter andre.klingenberger@smul.sachsen.de zur Verfügung.

In Sachsen sind aktuell 12 Wolfsrudel bzw. –paare nachgewiesen, von denen 10 ihre Territorien ganz (Daubitz, Nochten, Niesky, Dauban, Kollm, Milkel, Seenland, Königsbrück, Rosenthal, Laußnitzer Heide) und 2 überwiegend im Freistaat haben. Von letzteren ist das Spremberger Rudel grenzübergreifend mit Brandenburg und das Hohwald Rudel mit der Tschechischen Republik.
Das Rudel in der Laußnitzer Heide ist erst seit dem vergangenen Winter bestätigt. (Quelle)

26.08.2014

ZDF-Doku: Auf der Spur der Menschenfresser. Wölfe!

Der Wolf steht in dem Ruf, eine blutrünstige Bestie, ein Menschenfresser zu sein. Unter Experten galt dies bislang als ein bloßes Gerücht, doch 2010 wurde in Alaska die Leiche einer Joggerin gefunden.
Der Film untersucht den Angriff von Wölfen auf diese Frau. Er bemüht sich um Objektivität und ist gut gemacht. Wir sollten aber dabei bedenken, dass es sich um Alaska handelt und die Situation daher nicht auf Deutschland übertragen werden kann.
Hier gehts zum Film.

Für eine ausführliche Untersuchung von (vermeintlichen) Wolfsangriffen auf Menschen und die Situation in Deutschland empfehle ich "Wolfsangriffe. Fakt oder Fiktion?"

Newsletter Wolf & Co September 2014

Der neue Newsletter "Wolf & Co September 2014" ist fertig und wird in zwei Tagen verschickt.
Wer den kostenlosen, monatlichen Newsletter noch nicht kennt und die neue Ausgabe nicht verpassen möchte, kann ihn hier abonnieren. Hier können Sie auch einen Blick auf den Inhalt des Newsletters werfen.
Newsletter Wolf & Co September 2015

21.08.2014

Großer Wurf im Daubaner Rudel

In diesem Jahr konnte im Daubaner Rudel bereits Ende Juli der Nachweis von Welpen erbracht werden. Aufnahmen einer automatischen Wildkamera (Fotofalle) zeigten sechs Welpen. In der vergangenen Woche gelang es einem Jäger und Hoppyfotografen nun im Revier des Daubaner Rudels 13 Welpen gleichzeitig zu filmen.

10 der 13 Welpen des Daubaner Rudel (© Spreefotograf Karsten Nitsch)

Für Wölfe in freier Wildbahn ist dies ein ungewöhnlich großer Wurf, bisher sind in Sachsen meist 4 bis 8 Welpen je Wurf nachgewiesen worden. Aus anderen Ländern sind jedoch auch Wurfgrößen von 10 Welpen bekannt.
Bei der großen Welpenanzahl ist es denkbar, dass es sich auch um zwei Würfe, z.B. von der Daubaner Wölfin und einer ihrer Töchter, handeln könnte. Das Wolfsmonitoring im Daubaner Revier soll diesbezüglich in dem laufenden Monitoringjahr Klarheit bringen. Vor allem das Sammeln und Auswerten von genetischen Proben (u.a. frischer Wolfskot) steht hierbei im Fokus.

Drei der 13 Welpen des Daubaner Rudel (© Tobias Bürger)

In Sachsen wurden bereits in den letzten Jahren Mehrfachwürfe nachgewiesen, z.B. im Fall der besenderten Wölfin „Marie“ (FT7) im Milkeler Rudel (Kontaktbüro berichtete).
In der Regel leben Wölfe in Kleinfamilien, bestehend aus den beiden Elterntieren mit ihren Nachkommen. Die meisten Jungtiere wandern im Alter von 1-2 Jahren ab. Einzelne Individuen können aber auch drei Jahre und länger in ihrem Elternrudel bleiben. Gelegentlich kommt es vor, dass in einem Rudel mehr als ein Wurf Welpen aufgezogen wird. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass die Grundlage dafür eine hohe Nahrungsverfügbarkeit ist. Ist genügend Nahrung für alle vorhanden, werden auch ältere Nachkommen im Territorium länger geduldet. In solchen Fällen kann es dazu kommen, dass z.B. eine bereits erwachsene Tochter ebenfalls Welpen aufzieht.
Kommt es häufig zum Wechsel der Elterntiere, zum Beispiel aufgrund von natürlicher Mortalität, Verkehrsunfällen oder illegaler Bejagung, kann dies das Auftreten von Mehrfachwürfen ebenfalls begünstigen. Wenn der Vaterrüde eines Rudels umkommt und durch einen neuen männlichen Wolf ersetzt wird, kann sich dieser bei ausreichender Nahrungsgrundlage theoretisch sowohl mit der Fähe des Rudels als auch mit einer erwachsenen Tochter verpaaren.
Welche Situation im Daubaner Rudel gegeben ist, soll durch das laufende Monitoring geklärt werden. (Quelle)

Mehr zu den deutschen Wölfen im nächsten Wolf Magazin und im Newsletter Wolf &  Co September 2014.

19.08.2014

Thema "Wolfshybriden" im Kölner Express

Angeblich hat mich der Kölner Express in einem Artikel zum Thema "Wolfshybriden" zitiert, dass ich von 50.000 Wolfshybriden in Deutschland gesprochen habe.
Weder kenne ich den Artikel noch habe ich mit einem Reporter des Kölner Express gesprochen. Um es deutlich zu sagen,  die genannte Zahl ist FALSCH! Ich würde eine solche Zahl auch niemals nennen. In einem Artikel in einer Hundezeitung von 2006 (also vor acht Jahren!!!) habe ich von geschätzten 30.000 Tieren gesprochen. Ob diese Zahl noch stimmt, kann ich nicht bestätigen, da ich mich nicht mit Wolfshybriden, sondern ausschließlich mit wilden Wölfen befasse.
Ich lehne die Haltung von Hybriden grundsätzlich ab (ebenso wie die ganze extreme Szene dahinter) und gebe dazu keine weitere Auskunft mehr.
Wer einen sehr informativen und ausführlichen Bericht über Wolfshybriden lesen möchte, dem empfehle ich die Artikel "Hybriden - zwischen Haushund und Wolf" von Dorit Feddersen-Petersen, und "Wolfshunde und Wolfshybriden. Rassetypische Verhaltensprobleme aus zoolgischer Sicht" von Udo Gansloßer im Wolf Magazin 1-2013 "Wolf & Hund".

18.08.2014

§ 11 TierschG und seine Auswirkungen (Kommentar)

Kommentar von Tanya Carpenter, Autorin und Hundebesitzerin

Jeder der mich kennt weiß, dass Tiere für mich einen sehr hohen Stellenwert besitzen, und mir zuweilen sogar lieber sind als mancher Mensch. Insofern wäre die Änderung des Paragraphen 11 im Tierschutzgesetz vom Juli 2013 grundsätzlich erst einmal positiv zu sehen. Beinhaltet die Neuerung doch die Grundlagen für einen künftigen Hundeführerschein, mit dem man nachweisen muss, dass man in der Lage ist, einen Hund artgerecht zu halten und zu führen. Ein Hoffnungsschimmer für all die Hunde, die in unzumutbaren Verhältnissen dahinvegetieren müssen oder von ihren Besitzern als Mittel zum (manchmal äußerst fragwürdigen) Zweck gehalten werden.

Mehr ...

Vererbte Rudelstellung, was ist dran? Webseite des Monats

Endlich versucht jemand, alle Meinungen und Positionen zur sogenannten "vererbten Rudelstellung" darzulegen. Auf der Webseite "Rudelstellung klargestellt" findet der Interessierte Interviews, Artikel, Persönlichkeiten, Fakten, Hintergründe und Meinungen.
Z.B. ein großes Interview mit Günther Bloch zum Thema.

Es lohnt sich definitiv, hier reinzuschauen und sich ausführlich zu informieren:
http://rudelstellungen-klargestellt.de

Für das Wolf Magazin ist dies die Webseite des Monats. Mehr dazu auch im nächsten Wolf Magazin.

17.08.2014

Die neue Wolf Magazin Seite ist online

Der nächste Schritt in der Rundumerneuerung meiner Webseiten ist geschafft.
Die neue Wolf Magazin Seite ist jetzt online.

Wolf Magazin

Geplant ist jetzt noch eine Ausweitung mit einer Buchseite, wo die vom WM empfohlenen Büchern besprochen werden.

Viel Spaß damit.

13.08.2014

Toter Wolf mit Schussverletzung bei Lieberose aufgefunden

Stiftung und Umweltverbände verurteilen den Abschuss und sprechen sich für konsequente Strafverfolgung aus
Lieberose, 13. August 2014. Am 7. August wurde an der B 168 südlich von Lieberose auf der Fläche der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg ein erschossener Wolf ohne Kopf aufgefunden. Die hat Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Cottbus erstattet und spricht sich gemeinsam mit Umweltverbänden für intensive Ermittlungen aus.
Ein vorbeikommender Radfahrer entdeckte am 7. August einen Wolfskadaver am Fahrbahnrand der Bundesstraße 168 und informierte die Oberförsterei Lieberose. Mitarbeiter des Landesumweltamtes und der Oberförsterei bargen das tote Tier und überstellten es zur Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.
Bei der Untersuchung konnte eine Schussverletzung als Todesursache festgestellt werden. Das Abtrennen des Kopfes war den Untersuchungsergebnissen entsprechend nach dem Tod des Tieres erfolgt. Es handelt sich um ein männliches, vermutlich 2-3 Jahre altes Tier, dessen genaue Herkunft noch nicht geklärt werden konnte.
Die Fläche, auf der der Kadaver gefunden wurde, liegt im Naturschutzgebiet und gehört der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Seit 2009 sind in dem Gebiet wieder Wölfe heimisch. Die Stiftung hat eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.
Der Wolf steht unter strengem nationalen und internationalen Schutz. „Das Verletzen und Töten von Wölfen als Verstoß gegen das Artenschutzrecht stellt einen Straftatbestand dar“ sagt Andreas Piela, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg.
Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, NABU Brandenburg, WWF Deutschland, Zoologische Gesellschaft Frankfurt und Landesjagdverband Brandenburg verurteilen die Tat und sprechen sich für eine konsequente Strafverfolgung aus.
(Gemeinsame Pressemitteilung von Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, NABU Brandenburg, Zoolog. Gesellschaft Frankfurt, WWF Deutschland, Landesjagdverband Brandenburg)

09.08.2014

„Wolf verfolgt Landwirt“ oder die Sprache der Medien

Mal wieder ist ein „Raubtier“ aufgetaucht und hat einen Menschen „verfolgt“. Immer mehr Kadaver tauchen auf von Tieren die „offenbar von Wölfen gerissen wurden“.

Wenn ich dies lese (Bericht der az-online), dann sehe ich sie bildlich vor mir: Blutrünstige Wölfe, die über ein Schlachtfeld von gerissenen Tierkadavern steigen, um anschließend unschuldige Menschen zu verfolgen.

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, derartige Berichte weder zu kommentieren, noch hier darauf hinzuweisen. Nicht so heute. Der Artikel mag für den Leser vielleicht harmlos erscheinen – ganz im Gegensatz zum Sensationsgeschrei des Tagesblatts mit den vier Buchstaben. Aber gerade hier ist mir die subtile Stimmung machende Sprache der Medien aufgefallen.

Das „Raubtier“ „verfolgt“ den Landwirt.

Wir wissen nicht, ob und wenn ja, warum der Wolf dem Landwirt gefolgt ist. Wir haben nur die Aussage des Landwirtes, also eines Laien, der keine genaue Verhaltensbeobachtung geben konnte – was aus seiner Sicht auch verständlich ist. (Hilfe! Ich werde von einem Wolf verfolgt!)
Ich erinnere an die Diskussion, als in Niedersachsen ein Bundeswehrsoldat von einem „Wolfsrudel verfolgt“ wurde. Es stellte sich heraus, dass es um drei neugierige Jungwölfe handelte, die sich völlig normal verhalten haben.

Hirschkalb gerissen. Toll, dass ohne zu zögern sofort der Wolf zum Täter gemacht wird, ohne zunächst das Gutachten von Experten abzuwarten. Den Leiter eines Rotwildhegerings zähle ich nicht zum Kreis der „Wolfsexperten“ (derer es schon mehr als genug gibt). Das zeigt sich schon an seinem unqualifizierten Kommentar.

Wie gerne wird von der Presse Panik geschürt. Die Auflage steigt, und die Jäger freuen sich, dass sie mal wieder einen Beweis haben, wie gefährlich doch die Wölfe sind.

Und dann reißt ein Wolf auch noch ein Hirschkalb!!! Immer wieder der gleiche Aufschrei. Ja mein Gott, was soll er denn sonst fressen? Schafe darf er nicht, wenngleich ihm die immer noch teilweise ungeschützt präsentiert werden. Da er schlecht zum Supermarkt kann, frisst er nun einmal das, was Wölfe so fressen: Hirsche, Schwarzwild, Mufflons.

Ich verfolge die Wolfsberichte in der Presse, und manchmal wird mir schlecht vor so viel Unkenntnis, Ignoranz und Sensationshascherei. Je nachdem, welche Zeitschrift berichtet, oder welcher Gesinnung der Redakteur ist, wird das Auftreten von Wölfen entsprechend zurechtgebogen.
Und ja, ich gestehe, dass auch ich nicht unvoreingenommen bin, das schreibe ich bereits auf der Homepage vom Wolf Magazin. Aber das Wolf Magazin ist eine Zeitschrift für Wolfsfreunde und genauso objektiv oder subjektiv wie eine Jagdzeitschrift. Nicht so jedoch eine regionale Tageszeitschrift. Ein wenig Neutralität wäre hier sehr wünschenswert.

Dem Leser kann ich nur empfehlen, sämtliche Berichte über „Wolfsverfolgungen“ oder vermeintliche „Wolfsrisse“, die sich darüber hinaus oft als Risse durch wildernde Hunde herausstellen, kritisch zu lesen und zu hinterfragen. Wer wissen will, wie gefährlich der Wolf wirklich ist, dem empfehle ich mein Buch "Wolfsangriffe. Fakt oder Fiktion?".

Und jetzt bediene auch ich mich einer reißerischen Methode, um Aufmerksamkeit für diesen Kommentar zu erlangen. Ich stelle dieses Bild hier ein (Foto: Gunther Kopp). Was zeigt es?


Einen angreifenden, aggressiven Wolf? Rotkäppchen aufgepasst!

NEIN, dieser Wolf wurde aufgenommen, als er einem Familienmitglied gegenüber sein Futter verteidigte!
Ein Bild, zwei Möglichkeiten der Interpretation. Wir als Journalisten und Reporter haben die Verantwortung, uns einer gemäßigten Sprache zu bedienen, wenn wir über ein derart emotionsbeladenes Thema wie den Wolf schreiben.

28.07.2014

Newsletter Wolf & Co August 2014

Der neue Newsletter August erscheint morgen und wird den Abonnenten per Mail zugeschickt.

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Außerdem könnt ihr hier schon jetzt einen Blick auf den Inhalt werfen:

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Hessen: Keine Entschädigung für Nutztierhalter durch Wildtierrisse

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMULV) hat ein Faltblatt herausgegeben, das besagt, dass Nutztierhalter (bis auf wenige Ausnahmen) keinen Anspruch auf Entschädigung durch Wolfs- oder Luchsrisse haben, da diese zu den „normalen“ Umweltrisiken" gehörten wie auch Hagel, Gewitter und Trockenheit.
Tierhalter erhalten jedoch kostenlose Beratung zu Möglichkeiten der Herdensicherung (Luchsbeauftragte/FENA). Für evtl. finanzielle Unterstützung für Maßnahmen zur Herdensicherung wenden Sie sich bitte an das jeweilige Regierungspräsidium. Voraussetzung für diese Unterstützung ist die Untersuchung und Dokumentation sowie die Anerkennung von Rissen durch Hessen - Forst FENA.

Hier das Faltblatt als Download


22.07.2014

TV-Tipp "Tatort Luchswald", 26. Juli, BR

Im Bayerischen Fernsehen wird am Samstag den 26.7.14 um 19.00 Uhr der Film „Tatort Luchswald“ gesendet. Er berichtet über die Luchs-Tötungen im Bayerischen Wald. Es wurde sehr aufwändig recherchiert und es ist mit neuen Erkenntnissen auch für die von uns initiierte juristische Verfolgung derartiger Fälle zu rechnen.

„natur exclusiv
Tatort Luchswald - auf Spurensuche mit Andreas Hoppe
Samstag, 26.07.2014, 19:00 bis 19:45 Uhr


Was passiert, wenn sich ein Fernsehkommissar an einen Fall in der Realität macht?
Zwei grausam getötete Luchse werden im Bayerischen Wald gefunden. Es gibt Hinweise, dass Täter bekannt sind. Doch bis heute können sie nicht überführt werden, obwohl Verbände und Privatleute insgesamt ein Kopfgeld von 15.000 Euro ausgesetzt haben. Auch die Luchsbeauftragte Bayerns vermisst weitere der streng geschützten Tiere. Auch sie sind vermutlich illegal getötet worden.
Ein Naturkrimi wie er leider bittere Realität ist und den Naturschützer und ARD-Tatortkommissar Andreas Hoppe in den Bayerischen Wald führt. Ob beim Jägerball, beim traditionellen Wolfsaustreiben, tief im Wald oder am Stand der Sportschützen. Er will die Wahrheit herausfinden, aber trifft auf eine Mauer des Schweigens. Bis plötzlich ein verdeckt ermittelnder Artenschutzfahnder auftaucht und ihn unterstützt. Und plötzlich bekommt die Spurensuche eine erschreckende Wendung, die nicht nur zur osteuropäischen Pelzmafia führt. Auch lokale Interessensverbände, Jägerschaft und die ermittelnden Behörden geraten immer mehr in Kritik...

Ein Fall mit genug Stoff für ein Tatort Drehbuch. Das Spannende ist: Hier handelt es sich um die Realität.

Bitte informieren Sie in Ihrem Bekanntenkreis und reagieren Sie nach dem Film beim Bayerischen Fernsehen positiv und unterstützend! Wir hoffen darauf, dass dieser Film die unerträgliche „Wilderei-Szene“ in Bayern eindrucksvoll beschreibt. (Quelle)

(Foto: W. Willner, www.bund-naturschutz.de)

Wer den Film verpasst hat, kann ihn nun hier in der Mediathek anschauen.

17.07.2014

Soko Wolf

15 tote Wölfe, viele Tiere sind spurlos verschwunden: Experten stehen vor einem Rätsel, ein Spezialteam aus Berlin hilft jetzt dem LKA bei der Suche nach den Tätern

Schon wieder einer: Fünf Stunden hat Tierpathologin Claudia Szentiks am Seziertisch verbracht, um einen toten Wolf aus dem Kreis Bautzen zu obduzieren. Das Tier wurde erschossen, wie seit Dezember 2013 in Sachsen schon zwei weitere vor ihm. Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) steuert damit auf einen traurigen Rekord zu: Bei 15 toten Wölfen aus kooperierenden Bundesländern hatten die Forscher allein 2014 die Todesursache zu klären. "2012 und 2013 hatten wir je etwa ein Dutzend pro Jahr, die Zahl ist also ganz schön angestiegen", sagt Szentiks.
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14.07.2014

Erneut ein illegaler Wolfsabschuss in Sachsen

Am Sonntagmorgen, den 13.07.2014, wurde an der Straße zwischen Halbendorf/Spree und Lömischau (Landkreis Bautzen) ein ca. einjähriger, weiblicher Wolf tot aufgefunden. Der Fundort liegt im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, im Bereich des Daubaner Wolfsterritoriums.
Bei der Begutachtung vor Ort wurde eine Verletzung festgestellt, die durch eine Schusswaffe verursacht worden sein könnte. Daraufhin wurde die Polizei verständigt. Zur weiteren Untersuchung wurde der Kadaver an das Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) gebracht, wo sich der Anfangsverdacht bestätigte. Noch ist unklar aus welchem Rudel die junge Wölfin stammt, dies muss die genetische Untersuchung am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen klären.
Wölfe sind nach EU-Recht und Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art. Ihre unerlaubte Tötung stellt eine Straftat dar. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse wird Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Das Landeskriminalamt nahm bereits die Ermittlungen auf.
In den letzten sieben Monaten wurden bereits 2 weitere illegal geschossene Wölfe in Sachsen gefunden: im Dezember 2013 ein Wolfswelpe bei Hermsdorf (Landkreis Bautzen) und im März 2014 der Daubitzer Rüde bei Weißkeißel (Landkreis Görlitz). In beiden Fällen wurde Strafanzeige gestellt. Die Ermittlungen laufen noch. Seit 2000 wurden damit in Sachsen 6 illegal getötete Wölfe gefunden. In 5 Fällen wurden die Tiere geschossen und ein Wolf wurde vorsätzlich überfahren.

Der tote Wolf (Foto: Copyright LUPUS Institut)

11.07.2014

Kolumne zum Wetzlarer Wolfstag 2014

Tanya Carpenter hat einen tollen Bericht über den Wetzlarer Wolfstag ins Netz gestellt. Für alle, die dabei waren, eine schöne Erinnerung und Auffrischung. Und für die, die ihn verpasst haben, ein Anreiz, beim nächsten Mal mit dabei zu sein.
Die Kolumne findet ihr hier bei LITERRA.


04.07.2014

Wenn Rex zum Flughund wird

Allianz Crashtest zeigt: Hunde müssen immer gesichert sein. Maximalen Schutz bieten nur Hundeboxen
In rund 13 Prozent der deutschen Haushalte leben ca. 5,3 Millionen Hunde. Und alle begleiten ihre Besitzer beim Spazierengehen, beim Einkauf, beim Fahrradfahren und natürlich auch im Auto. Aber wie sind die Vierbeiner im Fahrzeug am besten geschützt? Dieser Frage ging das Allianz Zentrum für Technik in einem Crashtest nach. Bei einem Aufprall mit 40 Kilometern pro Stunde wurde deutlich, wie gefährlich es für Hund und Insassen werden kann, wenn das Tier ohne geeignete Sicherungsmaßnahmen im Auto mitfährt.
Der 35 Kilogramm schwere Hunde-Dummy Rex flog ungebremst von der hinteren Sitzreihe ins Armaturenbrett – so fest, dass Knöpfe und Schalter abknickten, die Mittelkonsole brach und der Schalthebel des Getriebes abgerissen wurde. Aufgrund des abrupten Stopps wirkte sein ursprüngliches Gewicht bei dem Aufprall wie 1.600 Kilo. Das ist nicht nur für den Vierbeiner tödlich, sondern kann auch bei den Insassen für schwerste Verletzungen sorgen, wenn der Hund mit dieser Wucht gegen den Vordersitz gedrückt wird.

Mehr Glück hatte der nur sieben Kilogramm schwere Hunde-Dummy Markus, der auf der Rückbank mit einem Hundegeschirr gesichert war. Im Crashtest berührte er zwar den Sitz vor ihm, da die Gurtsysteme prinzipiell große Bewegungsfreiheiten erlauben, wurde aber an Ort und Stelle sicher gehalten.
Hundehalter sind auch per Gesetz dazu verpflichtet, ihren vierbeinigen Begleiter im Auto zu sichern. Der Grund: Hunde gelten dem Gesetzgeber nach als Ladung – und diese muss ordnungsgemäß verstaut werden. Doch nicht alle auf dem Markt angebotenen Systeme sichern den tierischen Insassen gleichermaßen gut.

Empfehlungen für Sicherungssysteme
Den sogenannten „Hundesicherheitsgurt“ empfiehlt das Allianz Zentrum für Technik nur für Hunde bis zu einem Gewicht von maximal zwölf Kilogramm. Aus Sicht der Experten ist der Transport in der Hundebox die sicherste Variante. Einfache Drahtgitterboxen, die nicht explizit zur Sicherung angeboten werden, sind dabei jedoch nicht ausreichend. Die Gitter können sich bei einem Unfall verbiegen, die schmalen Drahtgitterstäbe für den Hund zu einer zusätzlichen Gefahr werden.
Ob Hundegeschirr oder Transportbox, wichtig bei allen Sicherungsmethoden ist, dass sie GS-geprüft sind. Darüber hinaus sollten Käufer auf das Siegel eines Prüfinstituts wie TÜV oder Dekra achten. Diese garantieren, dass die Systeme unter Unfallbedingungen getestet wurden – und damit Hund und Herrchen im Falle eines Falles bestmöglich geschützt sind.
(Pressemitteilung: Allianz, Zentrum für Technik)

03.07.2014

Todesfalle Auto für Hunde - das ist die Rechtslage

Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. rät: Bei Befreiung von Hunden aus aufgeheizten Autos Zeugen und Polizei hinzuziehen

Wer einen Hund in einem geparkten Auto sieht und eine Notsituation für das Tier erkennt, darf eingreifen. TASSO erklärt, welche Voraussetzungen geschaffen sein müssen und worauf besonders zu achten ist.


 

In jedem Jahr gibt es viele warme Tage, die Hund und Frauchen oder Herrchen gleichermaßen genießen. Frühlingshafte 20 Grad reichen aber bereits aus, um das Innere eines Wagens binnen Minuten auf extrem hohe Temperaturen aufzuheizen. Für jeden Menschen sind diese Gradzahlen selbst im Schatten viel zu viel – erst recht für einen Hund. Dennoch lassen viele ihr Tier im Auto zurück. Bereits der kurze Gang zum Bäcker oder in die Apotheke kann für den im Auto geparkten Hund zur Lebensgefahr werden. „Feuerwehr und Polizei dürfen in solchen Situationen in jedem Fall eingreifen“, erklärt Philip McCreight, Leiter von TASSO. „Auch verantwortungsbewusste Mitmenschen sind ausdrücklich aufgefordert, dabei zu helfen, das Leben des Tieres zu retten.“

Folgendes sollten Sie dabei beachten:
• Rufen Sie die Polizei oder die Feuerwehr.
• Notieren Sie sich alle wichtigen Daten: Datum, Ort, Uhrzeit, Automarke, Farbe und Kennzeichen des Wagens.
• Dokumentieren Sie den Vorfall, wenn Sie können, mit Fotos.
• Suchen Sie Zeugen, die die Geschehnisse bestätigen können, und notieren Sie sich deren Telefonnummer und Anschrift.
• Erstatten Sie zur Sicherheit Strafanzeige wegen Tierquälerei.

Wenn die Situation so eilig ist, dass nicht länger auf das Eintreffen der Polizei oder Feuerwehr gewartet werden kann, darf man den Hund selbst befreien. Dabei gilt es jedoch, äußerste Vorsicht vor allem bei der Beschädigung des Fahrzeugs walten zu lassen. Denn: Bei der Befreiung des Tieres wird unumgänglich fremdes Eigentum beschädigt. Darum ist es ratsam, dem Wagen so wenig Schaden wie möglich zuzufügen und dabei weder Front- noch Heckscheibe, sondern besser ein Seitenfenster einzuschlagen. Rechnen Sie jedoch damit, dass es dazu kommen kann, dass seitens des Fahrzeughalters Strafanzeige erhoben wird. Kommt es dazu, können sich Betroffene auf den rechtfertigenden Notstand nach § 34 StGB berufen. Umso wichtiger ist es, Zeugen für den Vorfall zu haben und die Polizei zu verständigen. Telefonnummer und Anschrift der Zeugen sind wichtig. Der notwendige Polizeieinsatz jedenfalls geht nicht zu Ihren Lasten: Die entstandenen Kosten hat nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz (AZ 12 A 10619/05) der Hundebesitzer zu tragen.

Plakate und Infokarten zur Aufklärung
Für alle, die mitmachen wollen, über solch leichtfertiges Verhalten aufzuklären, stellt TASSO Plakate und Infokarten bereit, die Tierfreunde beispielsweise auf Parkplätzen an Supermärkten, Zoos oder Vergnügungsparks verteilen können. Das Material ist kostenlos und kann auf der TASSO-Website unter www.tasso.net/Hund-im-Backofen angefordert werden.


24.06.2014

Kanadischer Autor Farley Mowat gestorben

Der kanadische Erfolgsautor Farley Mowat ist tot. Er sei im Alter von 92 Jahren in seinem Haus in der südöstlichen Provinz Ontario gestorben, berichteten kanadische Medien unter Berufung auf seine Assistentin. Mowat hatte Dutzende Bücher vor allem über seine Arbeit als Naturforscher, seine Kindheit und seinen Militärdienst im Zweiten Weltkrieg geschrieben. Seine Werke wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt und verkauften sich mehr als 17 Millionen Mal. Einige wurden auch verfilmt. (Quelle )






Mowat ist Anfang Mai gestorben. Irgendwie hab ich diese Meldung, als ich in Yellowstone war, nicht mitbekommen.
Wir hatten in unserem Wolf Magazin 1-2011 einen großen Artikel über Mowat und sein Buch "Ein Sommer mit Wölfen". Diese Ausgabe könnt ihr noch als pdf-Datei für e-Books erwerben hier:
"Wolfsliebe".


Der Autor Farley Mowat bei einem Interview anlässlich seiner Ehrung für den „Canada Walk of Fame“ am 8. Juni 2010 in Toronto. © Tabercil/Wikipedia