28.03.2014

Fünfte illegale Wolfstötung in der Lausitz

NABU fordert Ermittlungseinheit beim Landeskriminalamt

Rietschen – Erneut ist laut Polizeimeldung heute (28.3.14) gegen Mittag in einem Waldgebiet bei Weißkeißel, Landkreis Görlitz, Sachsen, ein erschossener Wolf entdeckt worden. Es handelt sich um ein ausgewachsenes männliches Tier. Genauere Angaben werden durch eine Untersuchung des Kadavers im Auftrag der Kriminalpolizei erwartet.
Nach Angaben des NABU Projektbüros Wolf befindet sich der Fundort im Territorium des Daubitzer Reviers. „Wir müssen davon ausgehen, dass damit das Vatertier des Rudels betroffen ist. Die Zukunft des Familienverbandes ist damit ungewiss“, sagte Markus Bathen, NABU-Projektleiter. Ein Rüde übernimmt neben der Mutter die wichtigste Aufgabe bei der Aufzucht der Welpen.


Wölfe gelten nach Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Tierart. Sie können damit nur nach einer Sondergenehmigung durch die Naturschutzbehörde geschossen werden. Nach Informationen des NABU wurde eine solche Genehmigung nicht erteilt. In diesem Fall liegt mit der Tötung des Wolfes eine Straftat vor.
In Sachsen sind damit seit dem Jahr 2000 fünf illegal getötete Wölfe gefunden worden. In einem Fall wurde ein Wolf vorsätzlich mit einem PKW zu Tode gehetzt. Tatverdächtige konnten in keinem einzigen Fall ermittelt werden. „Mit einer faktischen Null bei der Aufklärungsrate erhalten diese Straftaten schnell den Anschein eines Kavaliersdeliktes. Das ist quasi eine Einladung an Nachahmungstäter“, so Bathen.
Der NABU fordert daher, beim Landeskriminalamt Sachsen in der Abteilung Umweltkriminalität Spezialisten für Straftaten im Bereich Artenschutz einzusetzen.  Diese sollen die örtlichen Polizeistellen bei den Ermittlungen in solchen Fällen unterstützen.

Für Rückfragen:
Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte, Tel. 0172-6453537
Im Internet zu finden unter www.NABU.de/wolf