29.12.2014

Rezension: Artgerecht ist nur die Freiheit

Artgerecht ist nur die Freiheit: Eine Ethik für Tiere oder
Warum wir umdenken müssen

Hilal Sezgin
C.H. Beck, 2014
301 Seiten
ISBN 978-3406659041
16,95 €

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Inhalt
Tierquälerei ist schwer erträglich. Trotzdem lassen wir es stillschweigend zu, dass unzählige Tiere in Versuchslaboren gequält und in Mastställen und Schlachthöfen angeblich „artgerecht“ misshandelt werden, weil wir uns ein Leben ohne „tierische Produkte“ nicht vorstellen können. Wem dieser Widerspruch keine Ruhelässt, der sollte Hilal Sezgins Augen öffnendes Buch lesen. Sie geht der Frage nach, ob wir Tiere im medizinischen Interesse malträtieren und ob wir sie einsperren, töten und essen dürfen. In einer lebhaften Auseinandersetzung mit anderen (tier-)ethischen Positionen plädiert sie dafür, Tiere als Individuen mit eigenen Rechten anzuerkennen – auch in unserem eigenen Interesse.

Rezension
Vorab – das Buch sollte jeder gelesen haben, der sich mit Tieren, Tierschutz und Tierethik beschäftigt. Ich stimme der Autorin nicht in allen Aussagen zu, muss ich aber auch nicht.
Was mich an diesem Buch stört, ist, dass ich beim Lesen das Gefühl bekommen habe, dass hier mit aller Macht eine vegane Ernährungsform für moralisch überlegene Gutmenschen propagiert wird. Über die Ernährung kann man nicht diskutieren, hier herrscht ein Glaubenskrieg, dessen Gräben tiefer sind als alle Krisenherde dieser Welt. Ich selbst bin weder Veganerin, noch Vegetarierin und empfehle allen, die sich objektiv informieren möchten und die offen genug sind, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, das Buch „Ethisch essen mit Fleisch“.
Zur Tierethik gehört m. E. sehr viel mehr als die Ernährung. Veganer als Gutmenschen und Fleischesser als das personifizierte Böse anzusehen, ist mir zu einfach. Es geht um neue Denkweisen und darum, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen, um ein Zusammenleben von menschlichen und nicht menschlichen Tieren zu ermöglichen. Zu dieser Frage findet der Leser im Buch viele gute und durchführbare Denkanstöße.
„Artgerecht“ ist ein Anfang. Das Thema ist viel zu umfassend, um es auf 300 Seiten darzustellen. Ob man mit der Autorin übereinstimmt, mag dahingestellt bleiben. Ich empfehle das Buch als umfassenden Einstieg, um sich weiter zu informieren – vorausgesetzt, man ist bereit, den Tunnelblick aufzugeben und auch offen für andere Meinungen zu sein.
Daher bekommt das Buch auf jeden Fall eine Empfehlung von mir.(ehr)

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zum Buch. (Bitte keine anonymen Kommentare)

Erschossene junge Wölfin ohne Kopf gefunden

Leider sind die letzten Meldungen aus dem alten Jahr nicht gut:

Unbekannte haben eine junge Wölfin an der Landesgrenze zu Sachsen erschossen und ihren Kopf als Trophäe abgetrennt.
Das teilte die Polizei am Montag mit. Die tote Wölfin war am Sonntag auf einem Feld bei Hirschfeld (Elbe-Elster) entdeckt worden. Nach ersten Ermittlungen wurde die Tat bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag verübt. Das Landesumweltamt und die Kriminalpolizei ermitteln gemeinsam.
Mehr ...

18.12.2014

Wölfische Weihnachten

Das Wolf Magazin wünscht allen Lesern und Freunden friedliche Feiertage und ein wölfisches neues Jahr.
Den Abonnenten danke ich für ihre Treue. Sie werden im Januar weitere Informationen von mir erhalten, damit sie wissen, wie es weitergeht.
Weitere Informationen zur Zukunft des Wolf Magazins finden Sie auch hier ...

(Foto copyright Monty Sloan)


15.12.2014

Bayern: Kamera zur Wildbeobachtung fotografiert wolfsähnliches Tier im Landkreis Oberallgäu

Im südlichen Landkreis Oberallgäu wurden am Dienstagabend mit einer automatischen Kamera zur Wildbeobachtung Infrarotaufnahmen von einem wolfsähnlichen Tier gemacht. Eine vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) unmittelbar in Auftrag gegebene Auswertung der Fotoaufnahmen ergab, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Wolf handelt. Eine abschließende Bestätigung ist aufgrund der Bildqualität zwar nicht möglich. Laut Experten sprechen jedoch die Proportionen von Kopf, Körper und Rute des Tiers für einen Wolf. Ob es sich um dasselbe Tier handelt, das Ende Mai südlich von Oberstdorf nachgewiesen wurde und sich anschließend längere Zeit im Bregenzer Wald (Vorarlberg) nahe der bayerischen Grenze aufgehalten hat, kann allein anhand der Fotos nicht beurteilt werden.
Die Behörden, Interessenverbände und Nutztierhalter vor Ort wurden informiert.












„Häufig gestellte Fragen (FAQs)“ fasst das LfU in seinem Internetangebot hier zusammen

Weitere Informationen zum Wolf im Internetangebot des LfU hier

10.12.2014

Neue Wolfsvorträge ab 2015

Im nächsten Jahr biete ich neue Vorträge an zum Thema Wolf:

- Wölfisch für Anfänger
und
- Von Menschen und Wölfen. Wie können wir mit dem zurückgekehrten Beutegreifer leben?

Mehr zu den Vorträgen hier ...

Wer Interesse hat, als Veranstalter einen Vortrag zu buchen, kann bei mir die Veranstalterinfos anfordern.


08.12.2014

Seminare und Veranstaltungen rund um den Hund


Goldwolf ist der erste Seminar- und Veranstaltungs-Online-Marktplatz, der Angebote rund um den Hund aus ganz Deutschland auf einer Plattform vereint.
Wie oft geht es uns so, dass wir Hundehalter gerne wüssten, welche Seminare und Angebote es in der Nähe unserer Stadt gibt – möglichst auf einen Blick.
Als Veranstalter von Seminaren oder Kursen möchten wir unsere Angebote gerne einem möglichst großen Kundenkreis zugänglich machen – vor allem, ohne uns um das ganze Drumherum wie Kartenverkauf o.ä. zu kümmern.
All dies erledigt Goldwolf.
Ich habe das Portal getestet und mein Autorenseminar für Hundehalter eingestellt. Großes Lob an die Betreiber! Das Handling ist sehr einfach und übersichtlich, und der Kundendienst ist grandios.
Schaut euch einmal selbst hier um. Vielleicht findet ihr ja ein Angebot für euch.

Hier geht's zu Goldwolf! 
 

05.12.2014

Neue Bücher

Es gibt drei neue Bücher auf der Rezensionsseite.
  1. Unsere Welt in Gefahr: Klimawandel und Zivilisation
  2. Stimmen der Wildnis: 100  Tiere aus aller Welt und ihre Rufe
  3. Rückkehr der Wölfe: Wie ein Heimkehrer unser Leben verändert

Schaut mal rein

04.12.2014

Wölfe töten rächt sich

Aus Angst vor Wölfen selbige zu töten, ist vermutlich eher kontraproduktiv. Auch wenn dies nur äußerst selten vorkommt: Reißt ein Wolf tatsächlich mal vereinzelt ein Schaf oder Rind, werden Ängste geschürt und viele wollen die Raubtiere lieber tot als lebendig sehen, um ihre Viehherden zu schützen. Eine US-Studie, die sich auf Daten aus 25 Jahren stützt, zeigt nun: Wölfe abzuschießen oder mit Hilfe von Fallen zu erlegen, führt nicht im Mindesten zum erwünschten Ergebnis. Im Gegenteil – für jeden getöteten Wolf werden im Folgejahr deutlich mehr Nutztiere Opfer von Wölfen, berichtet das Forscherduo im Fachblatt „PLoS ONE“. Der Grund ist vermutlich, dass es die funktionierende und geregelte Rudelstruktur zerstört, wenn ein Individuum fehlt – insbesondere wenn es ein Alphatier ist.
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03.12.2014

Rezension: Rückkehr der Wölfe

Rückkehr der Wölfe. Wie ein Heimkehrer unser Leben verändert
Eckhard Fuhr
Riemann Verlag, 2014
224 Seiten
19,99 €

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Inhalt
Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Wie der mythische Heimkehrer Ängste und Hoffnungen auslöst.
150 Jahre lang waren Wölfe in Mitteleuropa ausgerottet. Doch seit der Jahrtausendwende ist Deutschland wieder Wolfsland, und in ganz Europa erobern Wölfe mit stürmischem Elan angestammte Lebensräume zurück. Der Wolf ist zum politischen und medialen Mega-Star geworden.
Eckhard Fuhr berichtet über die neue Konkurrenz für die Jäger und die Not der Schäfer, ihre Herde zu schützen, ebenso wie über das mythologisch gegründete Bild des Wolfs in der Volksseele. So entsteht ein umfassendes Bild des Problems, und es wird deutlich, dass wir uns nicht nur mit der physischen Präsenz der Wölfe auseinandersetzen müssen. Die größere Herausforderung ist die mentale: zuzulassen, dass in unserem durchorganisierten und gut kontrollierten mitteleuropäischen Biotop die wilde Natur immer noch mächtig ist.

Rezension
Was macht der Wolf im Parkhaus? Müssen wir beim nächsten Shopping-Ausflug damit rechnen, in der Tiefgarage vom Wolf verfolgt zu werden? Das Cover des Buches könnte das vermuten lassen. Ein großes Kompliment an den Verlag für diese Cover-Idee, die überspitzt das Thema auf den Punkt bringt. Und genauso originell ist auch der Inhalt des Buches.

Eckard Fuhr ist Journalist, Hundefreund, leidenschaftlicher Jäger und Autor der wöchentlichen Kolumnen Fuhrs Hund" und "Fuhrs Woche" in der WELT. Eines seiner Lieblingsthemen ist der Wolf. Und so verwundert es nicht, dass man in seinem Buch "Rückkehr der Wölfe" viele dieser Kolumnen wiederfindet.
Es geht dabei um die Rückkehr des Wolfes und was sie mit uns macht – unseren Ängsten, Leidenschaften, Vorurteilen. Wie verändert – und bereichert – der Wolf unser alltägliches Leben? Dabei spricht der Autor alle wichtigen Themen an, die mit der Rückkehr des Wolfes verknüpft sind: Herdenschutz, Jagd, Angst vorm Wolf, Wolf und Hund.
Interessant zu lesen auch die "Auswüchse", die der Kommerz mit dem Wolf  nehmen kann, seien es Seminare, in denen Manager in einem Wolfsgehege "Führungsqualitäten" lernen sollen (übrigens der völlig falsche Weg!) oder den Markenschutz der Wolfstatze.
Mein Lieblingskapitel – verständlicherweise – ist der Abschnitt: "Wolfsküsse. Wölfe und Frauen", in dem der Autor auf die besondere Beziehung von Frauen und Wölfen eingeht.
Fuhr ist überzeugter Jäger ("Jagdlust"), und so verwundert es nicht, dass er auch das heiße Eisen "Wölfe und Jagd" aufgreift. Dabei geht er durchaus kritisch mit seiner Zunft um. So kritisiert er die klassische Rotwildhege ("Halbdomestikation"), die  mit der Anwesenheit des Wolfes auf Dauer nicht vereinbar sei, und weist darauf hin, dass in den Wolfsgebieten die Jagdstrecken des Schalenwildes nicht – wie angekündigt – eingebrochen, sondern insgesamt sogar angestiegen ist.
Stets um neutrale Distanz bemüht – sofern das bei einem Thema wie dem Wolf überhaupt möglich ist – kommt er dem Wolf emotional so nah, dass er dies sicher vehement bestreiten würde, denn niemals würde er sich selbst als "Wolfsromantiker" oder sogar "Wolfskuschler" bezeichnen. Für Eckhard Fuhr ist der Wolf das, was er ist: ein faszinierender, intelligenter und sozialer Beutegreifer, der einfach nur sein Leben leben will.

Oft habe ich mich bei Buchrezensionen über die Unfähigkeit von Wissenschaftlern beklagt, Sachbücher zu schreiben, die auch für Laien verständlich sind. Eckhard Fuhr zeigt mit seinem populärwissenschaftlichen Sachbuch, wie es sein sollte: verständlich geschrieben, leicht lesbar, ungeheuer unterhaltend und dennoch äußerst informativ.
Großartig auch die wunderschönen Farbfotos im Mittelteil vom Autor selbst und von Sebastian Körner.
Ich wünsche mir mehr solche Bücher und empfehle "Rückkehr der Wölfe" als Pflichtlektüre, für jeden, der sich für Wölfe, Natur und unser Ökosystem interessiert. (ehr)

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Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben

Neue NABU-Broschüre mit einzigartigen Bildern, Fakten und Erkenntnissen

Der Wolf ist zurück in Deutschland: 35 Wolfsrudel leben aktuell in der freien Wildbahn der Länder Sachsen, Brandenburg, Sachen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Dort, wo die Wölfe bereits sind, aber auch dort, wo mit ihrer Ankunft zu rechnen ist, stellen sich die Menschen die immer gleichen Fragen: Wie leben Wölfe in Deutschland? Wo gibt es Konflikte und wie können diese gelöst werden? Und was tut der NABU, um die dauerhafte Rückkehr der Tiere zu ermöglichen?
In der neuen Broschüre "Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben" folgen die Leser auf 48 Seiten der Spur der Wölfe und können sich ein umfassendes Bild von Canis Lupus machen. "Der NABU hat die Rückkehr der Wölfe von Anfang an begleitet - dabei wurde eines klar: Die Frage, ob Wölfe dauerhaft nach Deutschland zurückkehren können, ist keine Frage von Biologie und Ökologie, sondern von Akzeptanz", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Auch in unseren Landschaften finden Wölfe Nahrung und ungestörte Rückzugsgebiete, um ihre Jungen groß zu ziehen".
Aktuelle Karten, Grafiken und Übersichten fassen die wissenschaftlichen Erkenntnisse von fast 15 Jahren deutscher und 30 Jahren weltweiter Wolfsforschung zusammen. Das Einzigartige: Alle abgedruckten Fotos zeigen frei lebende Wölfe Deutschlands und erzählen ihre eigene Geschichte. Gezeigt werden auch bislang unveröffentlichte Bilder aus den Territorien Niedersachsens und Sachsens. "Wenn wir den Wölfen eine dauerhafte Heimat geben wollen, dann müssen wir uns um die Menschen mit ihren Vorurteilen und Ängsten kümmern. Das ist das Ziel der "Willkommen Wolf"- Kampagne", so NABU- Wolfsexperte Markus Bathen.

 Die Broschüre "Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben" (Artikel-Nr.: 4201) ist ab sofort für eine Schutzgebühr von 2 Euro pro Exemplar zzgl. Versandkosten im NABU-Naturshop erhältlich: Gutenbergstraße 12, 30966 Hemmingen. Tel. +49(0)5 11.89 81 8-0, Fax +49(0)5 11.89 81 38-60

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 Verbreitung Wolf in Deutschland

















Das Wolfsprojekt des NABU wird unterstützt durch die VOLKSWAGEN AG: Vom gemeinsamen Wolfs-Infostand beim Sommerfest des Bundespräsidenten über die interaktive Wanderausstellung "Tour de Wolf" bis hin zur Bereitstellung des NABU-Wolfsmobils und vieler Materialien. Infos unter www.vw-nabu.de.

02.12.2014

Dokumentarfilm "Eine Geschichte von Wölfen"

Almo Nature, ein italienischer Heimtierfuttermittelhersteller, veröffentlicht am 9. Dezember 2014 einen Dokumentarfilm mit dem Titel  „Eine Geschichte von Wölfen“. Dieser rund 20-minütige eindrucksvolle Film erzählt die Geschichte von Francesco und Spartaco, zwei im Welpenalter verletzt aufgefunde Wölfe. Die filmische Begleitung der beiden Jungwölfe beginnt bei ihrer Aufnahme in der Wildtierauffangstation und erstreckt sich über den wochenlangen Pflege- und Rehabilitionprozess bis hin zu ihrer Entlassung in die Freiheit der toskanischen Bergwelt.
Der Dokumentation gelingt es, einmalige Einblicke in die Rehabilitation der beiden Jungwölfe, sowie deren erste Schritte in die Freiheit, zu geben. In Zeiten zunehmender Wolfspopulationen in Deutschland unterstreicht die Dokumentation darüber hinaus die besondere Notwendigkeit des Schutz des Wolfes.
Ermöglicht wurde dieses einzigartige Projekt, das in Zusammenarbeit mit den italienischen Provinzen Rimini und Arezzo, der technischen Unterstützung des Wolf Apennine Center und unter der wissenschaftlichen Betreuung des Instituts für Umweltschutz und -forschung I.S.P.R.A. (Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale) entstanden ist, vor allem durch die starke Solidaritätsarbeit des Unternehmens Almo Nature.
Hier kann man sich informieren lassen, wenn der Film gezeigt wird.