15.02.2015

"Wolf schleicht um Kindergarten" und die Reaktionen der Medien

Wolfsabschuss gefordert
Im Kreis Vechta streunt ein Wolf in besiedeltem Gebiet. Nachdem er nun ganz nah an einem Waldkindergarten gesichtet wurde, machen sich die Eltern große Sorgen ...
Mit diesem Artikel auf der Seite "Jagderleben" fing es an.

Als Reaktion auf diesen Bericht folgte ein Artikel in der WELT von Eckhard Fuhr (Jäger und Wolfsfreund):
Vor Kindergärten haben Wölfe nichts zu suchen.
Der Autor zieht eine rote Linie für den Wolf und fordert: "Sollte der Wolf weiterhin die Nähe des Kindergartens suchen und sollte sich bestätigen, dass er wenig Scheu vor Menschen zeigt, wie Augenzeugen berichten, dann muss dieser Wolf geschossen werden."

Ich gestehe, ich musste den Bericht zweimal lesen, weil ich mir nicht sicher war, ob es Eckard Fuhr mit seiner Meinung ernst war, oder ob es sich um einen ironischen Kommentar handelt, wie er ihn sonst in seiner Kolumne "Fuhrs Woche" schreibt.
Aber offensichtlich ist es ihm tatsächlich toternst (im wahrsten Sinne des Wortes), was mich sehr verwirrt.

Diesen Artikel kommentiert zu Recht Ulrich Wotschikowsky (ebenfalls Jäger und Wolfsfreund):
Widerspruch: Kein Schnellschuss aus der Hüfte! Zum Artikel von Eckhard Fuhr
„Ein Raubtier, das um Kinder schleicht, wie in Niedersachsen geschehen“, meint der bekennende Wolfsfreund Eckhard Fuhr, „muss erschossen werden“. Ist in Goldenstedt ein Wolf „um Kinder geschlichen?“ Nein. Man hat einen Wolf gesehen, in der Nähe des Waldkindergartens. Mehr nicht.
Dem sonst so besonnenen Eckhard Fuhr muss der Schreck so richtig in die Glieder gefahren sein. Ein Wolf am Kindergarten! Aber was wir in einem solchen Fall überhaupt nicht brauchen können, ist Hektik, Panik, Aktionismus.
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