24.04.2015

Gentest abgeschlossen: Der bei Frankfurt überfahrener Wolf stammt aus Niedersachsen

Das am 21.04.2015 auf der Autobahn A661 im Stadtgebiet Frankfurt am Preungesheimer Dreieck überfahrenen Tier war tatsächlich ein Wolf. Zu diesem Ergebnis kommt eine genetische Untersuchung der SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung, Fachgebiet Naturschutzgenetik in Gelnhausen, im Auftrag der hessischen Naturschutzverwaltung.

Der genetische Fingerabdruck des untersuchten Tieres bestätigt, dass es sich um einen Wolf aus der zentraleuropäischen Population handelt. Das Individuum mit der Registriernummer GW372m wurde erstmals genetisch nachgewiesen und ist ein Nachkomme des Gartower Rudels im Osten Niedersachsens im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Nach dortigen Erkenntnissen konnte im Frühjahr 2013 ein ortsfestes Wolfspaar in der Region bestätigt werden. Dieses brachte im Jahr 2013 sechs und 2014 sieben Welpen zur Welt.

Damit bestehen keine unmittelbaren verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem am 9. März 2015 bei Bad Soden-Salmünster auf der A 66 überfahrenem Tier zu dem jetzt untersuchten Wolf. Beide Tiere müssen unabhängig voneinander den Weg nach Südhessen gefunden haben. Das zuletzt überfahrene Tier scheint nach dem äußeren Eindruck ein ca. einjähriger Jungwolf zu sein. Letzte Sicherheit wird eine weitere Untersuchung des Tierkörpers ergeben.
Gerade junge männliche Tiere wandern in diesem Alter einzeln und in kurzer Zeit über große Distanzen ohne konkretes Ziel.
(Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)