17.04.2015

Vermeintlicher Wolfsangriff auf Hund einer Radfahrerin

Ein vermeintlicher Wolfsangriff in Niedersachen sorgt seit ein paar Tagen für Aufregung.
Eine Radfahrerin hatte der HAZ berichtet, ein Wolf habe ihrern kleinen Terriermischling ins Ohr gebissen.
Wenig später folgt das Dementi der HAZ: Es habe sich um eine gezielte Falschmeldung im Internet gehandelt. Die junge Frau hatte ihre vermeintliche Wolfsbegegnung in den sozialen Medien gepostet und dazu das Foto des "Wolfes" eingestellt. Das Foto jedoch zeigte einen Tschechoslowakischen Wolfhund (s.u./Wikipedia).

Heute, also einige Tage danach, sind wieder Zweifel bei der HAZ, die sie gleichzeitig selbst ausräumt, indem sie darauf hinweist, dass ein Wolf nicht nur in das Ohr eines Hundes beißen würde.
Kein Wunder, dass die Bevölkerung immer mehr verunsichert wird.
Bei fast allen Medien wird das Dementi nicht erwähnt. Hier steht immer noch "Wolf beißt Hund einer Radfahrerin".
Ärgerlich, dass die Zeitungen sofort auf jede kleinste Meldung mit dem Wort "Wolf" springen und erst einmal abdrucken und Stimmung machen, bevor sie die Fakten überprüfen. Das hat man doch als Journalist einmal ganz andere gelernt.

Die Redaktion des Wolf Magazins bekommt alle Meldungen zum Thema Wolf. Und ich werde manchmal gefragt: Warum berichtet ihr nicht über dies und über das. So die letzten Meldungen von Angriffen eines vermeintlichen Wolfes auf Schafsherden mit zahlreichen toten Schafen. Natürlich werden wir darüber berichten - sobald es offiziell bestätigt wurde, dass es ein Wolf war! Wildernde Hunde haben schon schlimme Dinge angerichtet. Wenn wir aber all erst einmal "Wolf" schreien, ohne dass es nachgewiesen wurde, tun wir der Sache keinen Gefallen.
Es ist wirklich dringend nötig, keine weitere Panik mehr zu schüren und sachlich zu berichten.

Günther Bloch und ich werden in Kürze einen kleinen Ratgeber herausgeben für Menschen, die in Wolfsgebieten leben. Dort werden wir auch auf das Thema "Surplus Killing" eingehen.
Mehr dazu später.