31.05.2015

Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Wolfsmanagements in Niedersachsen

Wolfsbüro beim NLWKN, intensivere Überwachung des Rudels in Munster, schnellere Rissbeurteilung, bundesweite Monitoring- und Kompetenzstelle, neues Internetportal

Der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel und die Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz haben heute (Donnerstag) in Hannover die konstruktive Unterstützung durch die ehrenamtliche Arbeit der Wolfsberaterinnen und Wolfsberater und den koordinierenden Einsatz der Landesjägerschaft gelobt. Mit dem Wolfskonzept, der Kooperation zwischen Land und Landesjägerschaft, dem finanziellen Ausgleich von Nutztierrissen und der Förderung von Präventionsmaßnahmen seien wichtige Voraussetzungen für den Umgang mit dem Wolf geschaffen worden. Das Wolfskonzept aus dem Jahr 2010 sei nicht mehr in allen Punkten aktuell und werde daher überarbeitet, sagte der Minister. Das Wolfskonzept wird noch in diesem Jahr unter Einbindung des Arbeitskreises Wolf aktualisiert. Zur Weiterentwicklung des Konzepts und zum Erhalt und zur Förderung der Akzeptanz für den Wolf in der Bevölkerung würden die Auswertung nationaler und internationaler Erfahrungen, die Schulungs- und Informationsveranstaltungen und die Beratungstätigkeit weiter intensiviert.
Angesichts neuer Herausforderungen durch die wachsende Wolfspopulation und vermehrte Nahbegegnungen zwischen Mensch und Wolf, erläuterte der Minister die Maßnahmen seines Hauses:

- Anfang Juli nimmt das neue Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) seine Arbeit auf. Das Wolfsbüro ist personell mit drei Stellen ausgestattet. Neben der Bearbeitung der Meldungen über Nutztierrisse einschließlich der Auszahlungen sowie der Bearbeitung von Anträgen auf Präventionsmaßnahmen soll auch eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit und der Beratungstätigkeit erfolgen.

- Die intensivere Überwachung des Munsteraner Rudels, das durch wiederholte Sichtungen von weniger scheuen Wölfen aufgefallen ist, wurde bereits vor einigen Wochen vom Ministerium veranlasst. Das verstärkte Monitoring wird ab sofort vor Ort auch personell zusätzlich unterstützt. Außerhalb des Truppenübungsplatzes erfolgt das Monitoring in Kooperation mit der Landesjägerschaft Niedersachsen, auf dem Truppenübungsplatz selbst werden zusätzliche Experten eingesetzt.

- Die Verfahren und Abläufe zur Feststellung der Verursacher von Nutztierrissen sollen beschleunigt werden. Dabei wird insbesondere geprüft, inwieweit die Rissbegutachtung durch die Hinzuziehung von Veterinären der Landkreise (zum Beispiel in Tierkörperbeseitigungsanstalten) erfolgen kann und so in der Regel die amtliche Feststellung des Verursachers allein auf Grundlage des Rissgutachtens des Veterinärs erfolgen kann. Auch die Beschleunigung von DNA-Analysen durch ein Institut des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) wird geprüft.

- Maßgeblich auf Initiative Niedersachsens wurde in der vergangenen Woche auf der Umweltministerkonferenz die Einrichtung einer bundesweiten Dokumentations- und Beratungsstelle erörtert und befürwortet. Der Bund hat die Einrichtung der Stelle zugesagt. Dort sollen alle Beobachtungen und Bewertungen zu Wolfssichtungen zusammengeführt und über einen bundeseinheitlichen Umgang mit auffälligen Wölfen beraten werden.

- Als zentrale Plattform für Informationen im Internet geht Anfang Juni ein neues Internetportal unter dem Titel „Der Wolf in Niedersachsen" an den Start.

Minister Wenzel abschließend: „Ich bin überzeugt, dass die Einrichtung des Wolfsbüros im NLWKN einen wichtigen Beitrag für das konfliktarme Zusammenleben von Wolf und Mensch leisten wird. Auch das intensivere Monitoring, die beschleunigte Bearbeitung von Rissvorfällen und neue Angebote für die Öffentlichkeitsarbeit werden das Wolfsmanagement in Niedersachsen verbessern. Bei allen Maßnahmen im Umgang mit dem unter Artenschutz stehenden Wolf steht für die Landesregierung die Sicherheit der Menschen immer an erster Stelle!"

Weitere Informationen zum Thema Wolf finden Sie hier ...

27.05.2015

Klartext für Wölfe - NABU lobt Journalistenpreis aus

15 Jahre frei lebende Wölfe in Deutschland, zehn Jahre "Willkommen Wolf!"-Projekt im NABU und fünf Jahre NABU-Wolfsbotschafter sind ein erfreulicher Anlass für den ersten NABU-Journalistenpreis "Klartext für Wölfe". Das vielschichtige Thema "Wolf" soll dem Leser, Zuschauer oder Hörer ausgewogen nahe gebracht werden. Gesucht werden spannende Reportagen, pfiffige Berichte und ausdruckstarke Fotos und Bewegtbilder. Dabei müssen die eingereichten Arbeiten durch ihre Sprache, den Spannungsaufbau, die Perspektive und eine erkennbare eigene Rechercheleistung des/der Autoren und Autorinnen hervorstechen. Zugelassen sind deutschsprachige journalistische Arbeiten in den Sparten Text (Print/Online), Bewegtbild, Hörfunk und Fotografie.

Seit 2005 engagiert sich der NABU für mehr Akzeptanz der nach Deutschland zurückgekehrten Wildtiere. Die Medien sind für die Öffentlichkeit eine oftmals erste und wichtige Informationsquelle, um etwas über ein Thema zu erfahren. Der Wolf ist faszinierend, über ihn sind bereits viele Geschichten geschrieben worden, doch es gibt auch noch vieles zu berichten. Gesucht werden herausragende Arbeiten, die in beispielhafter Weise Fragestellungen und Lösungsansätze im Zusammenhang mit frei lebenden Wölfen in Deutschland und Europa differenziert und verständlich darstellen. Die Preise in den vier Kategorien Text, Bewegtbild, Hörfunk und Fotografie sind mit je 3.000 Euro dotiert.

Die Arbeiten müssen im Zeitraum des Wolfsjahres 2015/2016 - also zwischen dem 1. Mai 2015 und dem 30. April 2016 - veröffentlicht worden sein. Alle Nominierungen, die bis zum 1. Mai 2016 beim NABU eingegangen sind, werden berücksichtigt. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury. Partner des NABU-Journalistenpreises ist die VOLKSWAGEN AG, die das Projekt "Willkommen Wolf!" von Anfang an unterstützt hat.

Hinweise zum Bewerbungsverfahren und weitere Informationen finden Sie unter www.NABU.de/klartext


26.05.2015

Gesucht: Eure Fragen an die Wolfsexperten vom NABU - diesmal an Elli Radinger

Der Mittwoch heißt beim NABU jetzt mittWOLF und steht mit spannenden Geschichten und Aktionen ganz im Zeichen des Rückkehrers. Einmal im Monat beantworten verschiedene Wolfsexperten Fragen der User. Macht mit und stellt eure Fragen.

Ab sofort bis zum 9. Juli könnt ihr eure Fragen an MICH einsenden. Am 22. Juli werde ich dann alle Fragen, die der NABU zusammengefasst hat, beantworten.

Schreibt also fleißig und stellt mir eure Fragen. Und leitet auch bitte dieses Posting.

Hier geht es zum Frageformular. Ganz unten könnt ihr über den Pfeil auswählen, wem ihr Fragen stellen wollt.

24.05.2015

Wolf im Nationalpark Bayerischer Wald

Na wenn das keine Begrüßung war!
Passend zu meinem gestrigen Vortrag in Spiegelau zum Thema "Der Wolf ist zurück" erschient in den örtlichen Zeitschriften die Meldung, dass ein Wolf im NP Bayerischer Wald von einer Wildtierkamera aufgenommen worden ist. Und schon hatten wir einen direkten Bezug zum Vortrag.

Hier die Zeitungsmeldung 


20.05.2015

„Schleswig-Holstein stellt das Wolfsmanagement neu auf“

Rede von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck zur Informations- und Diskussionsveranstaltung über Wölfe

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Damen und Herren,

bis zum Anfang des 19 Jahrhunderts wurden die Wölfe in Schleswig-Holstein ausgerottet – der Wolf, ein gejagter Jäger. Nun, 200 Jahre später ist er wieder da.
Der Wolf ist ein wildes Raubtier, und als moderne Zivilisation sind wir es nicht mehr gewöhnt, mit wilden Raubtieren umzugehen. Aber auch umgekehrt gilt: Der Wolf ist nicht an die moderne Zivilisation gewöhnt, und wir wissen nur wenig darüber, wie er sich in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft verhält.
Das Miteinander von Mensch und Wolf war stets Ausdruck für Ambivalenz, und auch heute weckt er Neugier und Furcht, Angst und Lust, ist mal Mythos, mal Dämon. In diesem Spannungsfeld müssen wir das Verhältnis Wolf - Mensch neu austarieren, Annahmen hinterfragen und diskutieren. Dafür sind wir heute Abend hier. Um einen offenen, sachlichen Blick zu wagen.
Schleswig-Holstein hat sich in Verantwortung meiner Amtsvorgängerin Juliane Rumpf früh aufgestellt und für den Fall, dass mal Wölfe auftauchen sollten, mit allen Beteiligten – Nutzern und Naturschützern – ein Managementprogramm erarbeitet. Über das Wolfmanagement wird informiert und aufgeklärt, untersucht und beraten, unterstützt und entschädigt. Das Programm war vorausschauend und richtig. Aber damals gingen Fachleute des Bundesamtes für Naturschutz davon aus, dass – wenn überhaupt – nur einzelne Tiere selten und für sehr kurze Zeit in Schleswig-Holstein auftauchen würden.
Die Wirklichkeit hat uns eines besseren belehrt. Jetzt streifen Wölfe praktisch permanent durch das Land. 22 sichere Nachweise sowie zwei bestätigte Hinweise gab es in den letzten Jahren, und auch in Dänemark tauchen immer wieder Wölfe auf.
Das fordert alle Beteiligten, und es fordert sie mehr als ursprünglich gedacht.
Da sind die Tierhalterinnen und Tierhalter: Schafe wurde gerissen – auch wenn es in zwei Dritteln der Fälle Hunde waren, so besorgt dies doch die Tierhalterinnen und Tierhalter. Sie sehen den Wolf als Bedrohung für ihre Herden, und die Bilder nach einem Angriff sind verstörend. Ja, die Tierhalter sind verantwortlich dafür, ihre Tiere selbst zu schützen. Aber wir wollen offene Weidelandschaften, wir wollen, dass Schafe auf der Wiese grasen und nicht in Ställe verbannt werden. Und deshalb leistet der Staat über das Wolfsmanagement den Tierhaltern ja auch Hilfe und Unterstützung.
Das sind die ehrenamtlichen Wolfsbetreuer – 38 im Land. Sie arbeiten bis zum Anschlag, sind unsere erste Hilfe Tag und Nacht, sind Ansprechpartner, Berater, Unterstützer, Experten. Ihnen gebührt besonderer Dank – stellvertretend für sie steht Herr Matzen, die treibende Kraft. Ohne sie geht es nicht, und ohne sie wird es nicht gehen.
Das ist Herr von Schenck – Leiter des Wildparks Eekholt. Der Wildpark hat von 2010 bis 2015 die Aufgabe eines schleswig-holsteinischen Wolfsinformationszentrums übernommen und sich in dieser Zeit stark und mit großer Sachkenntnis für den Schutz des Wolfes in Schleswig-Holstein engagiert. Die schiere Arbeitsanforderung ist es, weshalb der Wildpark diese Aufgabe in der Breite nicht mehr wahrnehmen kann.
Vor diesem Hintergrund strukturieren wir das Wolfsmanagement um und stellen in den nächsten Wochen neu auf. Die hohe öffentliche Bedeutung des Themas erfordert, dass wir es stärken und ausbauen.
Es wird künftig staatlich organisiert und beim LLUR angesiedelt. Das LLUR wird die zentrale Erst-Anlaufstelle für Betroffene und Interessierte, es übernimmt die Koordinierung der Aus- und Fortbildung der Wolfsbetreuer im Lande. Mit Hilfe der Integrierten Stationen werden Herdenschutzpakete künftig an mehreren Orten im Land gelagert werden und von dort an Betroffene gebracht werden
Das Management wird personell verstärkt. Herr Matzen wird noch mehr als bisher eingebunden. Erstmals werden wir – vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments – für 2016 einen eigenen Haushaltstitel haben, und das Management so auch finanziell stärken, voraussichtlich mit 100 000 Euro ausgestattet. Damit werden wir uns gut aufstellen.
Die ehrenamtlichen Wolfsbetreuer sind für uns unentbehrlich. Sie sind schnell vor Ort, sie beraten die Tierhalter. Das soll auch so bleiben. Auch auf den fachkundigen Rat der Experten des Wildparks Eekholt wollen wir in Zukunft nicht ganz verzichten.
Und wir werden den Runden Tisch, der Jäger und Schafhalter, Natur- und Artenschützer einbindet, wiederbeleben und mit ihm diskutieren, ob das alles so reicht oder noch andere Dinge betrachtet werden müssen. Er soll regelmäßig tagen, so dass alle gesellschaftlichen Gruppen weiterhin einbezogen werden.
Letzte Details der Neuaufstellung des Managements werden wir noch klären, in den nächsten Wochen können wir das Programm dann in allen Einzelheiten veröffentlichen
Ich weiß, es gibt eine Debatte darüber, ob der Wolf in das Jagdrecht soll. Es ist kein Geheimnis, dass ich das nicht für sinnvoll halte. Mir erscheint es vielmehr als eine Stellvertreterdebatte für - ja, wofür eigentlich?
Der Wolf ist streng geschützt über das Artenschutzrecht. Im Jagdrecht hätte er daher ohnehin eine ganzjährige Schonzeit. Das Jagdrecht hat das Ziel, Bestände wildlebender Tiere zu bewirtschaften, im Sinne einer nachhaltigen Nutzung. Der Wolf befindet sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand– daran wird sich absehbar nichts ändern. Vor diesem Hintergrund erscheint das Jagdrecht grundsätzlich weniger zur Lösung der anstehenden Probleme im Wolfsschutz geeignet als das Artenschutzrecht.
Auch konkret erscheint dieses sinnvoller: Um in Gefahrensituationen vorgehen zu können, gibt es auch jetzt die nötigen rechtlichen Instrumente: Wir haben die Möglichkeit, im Einzelfall artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen zur Vergrämung und zum Abschuss zu erteilen. Die Aufnahme ins Jagdrecht würde hier eher zu mehr Aufwand führen, weil zusätzliche Behörden eingebunden wären. In einer konkreten Gefahrensituation für Menschen darf zudem die Polizei selbstverständlich eingreifen.
Worüber wir aber reden müssen, ist, dass sich die Wölfe teilweise anders verhalten als bisher angenommen. In Lauenburg etwa zeigte ein Wolf kaum Scheu vor Menschen, in Niedersachsen ebenso, wie vermutet wird, weil den Tieren die Scheu durch Füttern abdressiert wurde. - Wie sollen und können wir auch praktisch mit  auffälligen Tieren umgehen?
Schon im ersten Managementprogramm wurde vereinbart, dass Wölfe, die durch problematisches Verhalten  die Akzeptanz für die Wolfspopulation gefährden, , im Einzelfall „entnommen“, ja, also getötet werden dürfen, unter Beachtung der strengen Ausnahmereglungen des Bundesnaturschutzgesetzes. Das ist nicht trivial, weder grundsätzlich noch in der Praxis Es geht hier um Akzeptanz. Dazu gehört, dass sich Menschen nicht bedroht fühlen. Das Instrument der Vergrämung soll – wann immer nötig und möglich – genutzt werden. Die Tötung soll immer der letzte Ausweg sein.
Auch darüber müssen wir offen reden, nicht im stillen Kämmerlein. Möglicherweise hier, und am Runden Tisch.
Mit all diesem werden wir uns auch in dieser neuen Phase des Wolfsmanagements in unserem Land gut aufstellen. Dafür brauchen wir auch Ihre Expertise, Ihre Erfahrung, Ihre Kritik. (Quelle)

Anm. d. Red.:
Fast jedes der obigen Statements lässt sich widerlegen, viele zeugen von grober Unkenntnis über das Verhalten des Wolfes, beginnend mit "Der Wolf ist nicht an die moderne Zivilisation gewöhnt" usw. Ich will mich hier nicht wiederholen und empfehle den Verantwortlichen die Lektüre von "Der Wolf ist zurück. Was mache ich, wenn ...?"

17.05.2015

Rezension: Wild Truth

Wild Truth
Die wahre Geschichte des Aussteiger-Idols aus „Into the Wild“
Carine McCandless

btb Verlag, 2014
320 Seiten
ISBN 978-3442754588
19,99 €

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Inhalt
Er war ein Idol, ein Held seiner Zeit, sein Leben und Sterben wurden zum Mythos, Jon Krakauers Biografie über ihn zum Bestseller. Chris McCandless wollte ein Leben als Aussteiger führen, zog durch die Staaten Nordamerikas, bis er aus der Wildnis Alaskas nicht mehr zurückkehrte. Nun, zwanzig Jahre später, erzählt seine Schwester Carine McCandless zum ersten Mal die wahre Geschichte ihres Bruders und deckt auf, welche grausame Wahrheit Chris tatsächlich in die Wildnis trieb.




Rezension
Chris McCandless, der Aussteiger, der sein Geld verbrannte, alle weltlichen Güter verschenkte und nach Alaska ging, um dort seinen Traum vom einfachen Leben zu leben, war auch für mich ein Idol. Unzählige Male habe ich das Buch von Jon Krakauer gelesen (dessen Fan ich bin) und mir vorgestellt, es genauso wie Chris zu machen. Natürlich würde ich alles besser machen und überleben und gestärkt aus dem Erlebnis herauskommen wie Phoenix aus der Asche. Auch den Film unter der Regie von Sean Penn habe ich mir mehrmals angeschaut. Ich konnte jeden Satz von Chris McCandless nachvollziehen, und seinen Wunsch verstehen, sich von der Welt, die er kannte zurückzuziehen.
Als ich später selbst ausgestiegen bin und ein Jahr in der Wildnis von Minnesota (Minnesota Winter) verbracht habe, war „Into the Wild“ mit dabei. Wenn ich in Minnesota auf meinem Felsen über dem Timber Lake saß und im Buch las, habe ich mehr als einmal gedacht: „Ich verstehe dich, Chris.“ Wir alle haben unsere Motive (und Geheimnisse), wenn wir der Welt den Rücken kehren. Ich habe mich oft gefragt, was tatsächlich in Chris vorgegangen ist. Was waren seine wirklichen Beweggründe, sein altes Leben aufzugeben. Als ich dann in einem Buchladen „Wild Truth“ fand, hoffte ich, mehr über den Jungen zu erfahren, der in die Wildnis aufbrach.
Carine McCandless erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familie, ihren gescheiterten Ehen und die ganz besondere Liebe zu ihrem Bruder Chris, die sie das alles durchstehen lässt. Manchmal fiel es mir schwer, weiterzulesen, so verstörend war für mich das Verhalten der Eltern und der immerwährende Versuch der Autorin, es ihnen irgendwie doch recht zu machen und sich mit ihnen zu versöhnen. Erst viele Jahre später und um schmerzhafte Erfahrungen reicher, gelingt es ihr, loszulassen und sie selbst zu werden – auch dank der Briefe ihres Bruders und der Verarbeitung seines Fortgangs und seiner Zeit in Alaska.
Mein Problem beim Lesen dieses Buches war, dass ich immer noch den großartigen Text von Jon Krakauer im Hinterkopf hatte. „Wild Truth“ kann sich nicht an „Into the Wild“ messen – und soll es auch nicht.
Als Sean Penn den Film „Into the Wild“ vorbereitet, lehnt er es im Vorgespräch mit Carine ab, allzu viel von Chris‘ Geschichte zu verarbeiten, weil sich die Zuschauer dann nicht mehr auf Chris, sondern nur noch auf seine Eltern konzentrieren. Er sagt: „Zugegeben, die Wahrheit ist wichtig, aber auch so chaotisch, dass man dafür einen eigenen Film, ein eigenes Buch oder beides bräuchte.“
Nun hat Carine dieses eigene Buch über ihre Familie herausgebracht, und es ist genau das geschehen, was Sean Penn im Film vermieden hat. Als Leser konzentriert man sich zu sehr auf die katastrophale Familie und weniger auf Chris. Das bedaure ich. Es gelingt der Autorin nicht, dem Leser ihren Bruder näher zu bringen. Vielmehr bewundern wir – zu Recht – die Geschichte ihres seelischen Überlebens. Nach meinem Empfinden jedoch entzaubert „Wild Truth“ ein wenig den Mythos McCandless.
Muss uns überhaupt irgendjemand Chris McCandless noch näher bringen, als es Jon Krakauer getan hat? Ich meine Nein. Für mich ist nicht wichtig, warum Chris in die Wildnis gegangen ist. Für mich ist wichtig, dass er es getan hat. Ein jeder Leser und Aussteige-sehnsüchtiger kann sich mit ihm identifizieren – vielleicht auch gerade, weil wir nicht alles über ihn wissen. (ehr)

15.05.2015

Rezension: Der große Trip

Der große Trip
Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst
Cheryl Strayed

Kailash Verlag, 2013
448 Seiten
ISBN 978-3424630244
19,99 €

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Inhalt
„Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.“ Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Mit Drogen und Männern tröstet sie sich über den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe hinweg. Als ihr ein Outdoor-Führer über den Pacific Crest Trail in die Hände fällt, trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr als tausend Meilen zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur »Brücke der Götter« im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie »Monster« nennt. Klapperschlangen und Schwarzbären, Hitze und Strapazen, Abenteurer und Einsamkeit sind Cheryl Strayeds Begleiter auf dieser Reise, die sie fast umbringt, stärkt und schließlich heilt. Das atemberaubende Abenteuer einer Selbstfindung – voller Witz, Wahrhaftigkeit und Intensität, mit einer respektlosen Heldin, die man lieben muss.

Rezension
Selbsterfahrungsbücher sind der Trend. Besonders gefragt sind Bücher, die darüber berichten, wie wir uns durch Erfahrungen in der Wildnis oder der Natur verändern und heilen.
In „Der große Trip“ macht sich die Autorin nach der Scheidung von ihrem Mann auf, einen Teil des Pacific Crest Trail (PCT) zu erwandern. Sie ist an einem Tiefpunkt ihres Leben, experimentiert mit Drogen und Sex und will einfach nur der Leere entkommen, die der Tod ihrer Mutter hinterlassen hat.
Ungeübt im Wandern, keine Ahnung von der benötigten Ausrüstung und mit nur sehr wenig Geld macht sie sich auf eine 1.600 km lange Wanderung über sämtliche Gipfel entlang der Pazifikküste Nordamerikas.
Der PCT ist einen halben Meter breit und insgesamt 4284 Kilometer lang. Er gehört zu den „Traumwanderpfaden“ Amerikas ebenso wie der Appalachen Trail (AT). Im Gegensatz zum AT sind es beim PCT die extremen Wetterverhältnisse, die die Wanderung besonders schwierig machen.
Als Fan von Weitwanderwegen hätte ich gerne noch mehr erfahren über die einzelnen Etappen und mir auch mehr Naturbeschreibungen gewünscht. Aber „Der große Trip“ ist nun einmal kein Wanderführer. Wer das sucht, kann sich im Internet schlaumachen.
Das Buch schildert spannend und auf sehr intensive Weise den Weg der Autorin von blutigen Blasen, Muskelkater und völliger Erschöpfung, zur Überwindung aller Herausforderungen, dem Kennenlernen der eigenen Stärke und letztendlich der Verarbeitung des Verlusts ihrer Mutter.
Der Leser lernt einen faszinierenden Trail kennen und die Menschen, die ihn gehen.
Am Ende möchte man die Wanderschuhe anziehen, den Rucksack packen und losmarschieren.
Ein Buch für Menschen, die auf dem Weg zu sich selbst das Abenteuer suchen. (ehr)

14.05.2015

Ein Unterschied von Wolf und Hund

Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts in Gelnhausen haben gemeinsam mit spanischen Kollegen die molekularen Mechanismen untersucht, welche zur Entstehung einer enormen Vielfalt von Haustierrassen führen. Das Team konnte anhand von Vergleichen zwischen Wolf und Hund, Ziege und Steinbock sowie Schaf- und Mufflon die These widerlegen, dass Haustiere über eine höhere Rekombinationsrate ihrer DNA verfügen als Wildtiere. Diese Annahme galt lange als gültige Erklärung für die vielfältigen Erscheinungsformen von Haustieren. Die Studie ist kürzlich online im renommierten Fachjournal „Molecular Biology and Evolution“ erschienen.
 
Riesige Doggen, winzige Chihuahuas, knautschige Möpse und gepunktete Dalmatiner – es gibt fast 350 Hunderassen mit unterschiedlicher Größe, Aussehen und Temperament. „Wie es zu dieser außergewöhnlichen Vielfalt kam, ist noch ungeklärt“, sagt Dr. Violeta Munoz-Fuentes vom Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen und ergänzt: „Genetisch gesehen ist selbst ein Chihuahua eigentlich noch ein Wolf. Der Unterschied in der DNA zwischen Hunden und Wölfen ist minimal.“


Hunde gibt es in allen Größen und Farben. Obwohl einige Gene identifiziert werden konnten, sind die generellen Mechanismen ihrer Vielfalt nach wie vor ungeklärt. © Heinrich Sperling





Bisher ging man davon aus, dass der Mensch durch seine starke Selektion bei der Hundezucht eine erhöhte Rekombinationsrate der Hunde-DNA bewirkte, die wiederum zu der großen Vielfalt führte. Unter Rekombination versteht man die Neuanordnung von genetischem Material in Zellen, die zu neuen Gen- und Merkmalskombinationen führt. „Man ging davon aus, dass durch die menschliche Züchtung die Fähigkeit zur DNA-Rekombination von Generation zu Generation zunahm und sich so innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums – zwischen 15.000 und 100.000 Jahren vor heute – die heutige Vielfalt an Hundetypen entwickeln konnte“, erklärt Munoz-Fuentes.
Der Wolf dagegen blieb in dieser Zeitspanne nahezu unverändert im Aussehen und Verhalten. „Grund genug für uns einmal die Unterschiede in der Wolfs- bzw. Hunde-DNA hinsichtlich der Rekombinationsrate zu untersuchen“, ergänzt die Gelnhäuser Biologin. Und nicht nur die Familie Canis nahm Munoz-Fuentes gemeinsam mit Kollegen aus Spanien, Schweden und den USA unter die Lupe. Sie verglichen auch Ziegen mit Steinböcken und Hausschafe mit Mufflons. Durch den Vergleich zwischen Haus- und Wildtieren erhofften sich die Wissenschaftler einen Beweis für die Bestätigung der Rekombinationsraten-Theorie. Für die Gegenüberstellung von Wild- und Haustieren benötigten sie Zelltypen, welche in Fortpflanzungsorganen, in diesem Fall den Hoden der untersuchten Tiere vorkommen. „Es war gar nicht so einfach an die Hoden heranzukommen. Wir haben Tierärzte, Schlachter und Zoos kontaktiert und sogar Jagden besucht, wo uns die Jäger erlaubten Material zu sammeln“, erzählt Munoz-Fuentes.



Die Studie ziert das aktuelle Cover des Fachjournals „Molecular Biology and Evolution“ © Society of Molecular Biology and Evolution













Das Ergebnis des Vergleiches überraschte die Wissenschaftler: Es gab keinen Hinweis auf eine höhere Fähigkeit zur DNA-Rekombination bei Haustieren. „Stattdessen zeigt unsere Studie, dass Wildtiere eine höhere Rekombinationsrate in ihrer DNA besitzen, also das genaue Gegenteil der bisherigen Hypothese“, erläutert Munoz-Fuentes und resümiert: „Aber auch ein unerwartetes Ergebnis ist ein Erfolg: Wir konnten die bisherige These widerlegen. Nun ist weitere Forschung notwendig, um die Vielfalt unserer Haustiere zu entschlüsseln.“
(PM Senkenberg Institut, 11.2.15)

11.05.2015

Rezension: Taschentierarzt für Hunde

Taschen-Tierarzt für Hunde
Krankheiten erkennen und vorbeugen

Roberta Baxter

Kynos, 2014
208 Seiten
ISBN 978-3954640249
16,95 €

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Inhalt
Dieser handliche Ratgeber ist vollgepackt mit aktuellen Informationen über die häufigsten Hundekrankheiten und gibt Antworten auf viele Fragen, die Tierärzten gestellt werden: Wie macht man einen Allergietest bei Hunden? Was deutet auf eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse hin? Wie wirkt eigentlich Kortison, und was kann man bei Arthrose tun? Kapitel zur Vorsorge und zur Ersten Hilfe runden das Thema zusätzlich ab Die übersichtliche Darstellung hilft, schnell zum richtigen Thema zu finden und im Ernstfall besser einschätzen zu können, wann der Gang zum echten Tierarzt nötig ist.


Rezension
Anfangs war ich recht skeptisch als ich dieses Buch in Händen hielt. Wieder so eine Selbstanleitung zur Eigendiagnose, die dem Hund mehr schadet als nützt? Aber das Buch hat mich positiv überrascht. Es gibt Infos, wie man seinen Hund auf Untersuchungen trainiert und wie man manchen Krankheiten sinnvoll vorbeugen kann. Sehr gefallen hat mir die recht objektive Beurteilung von Themen wie Impfen, Entwurmen und Fütterung. Hier zeigt der Autor ein gesundes Mittelmaß zwischen den unterschiedlichen Einstellungen, die bei Hundehaltern heutzutage vorherrschen.
Die beschriebenen Krankheiten werden detailliert geschildert. Symptome, Ursache, Auswirkung und Therapie. Jedoch wird dabei stets deutlich, dass ein Tierarzt mittels Untersuchung abklären muss, was wirklich hinter den Symptomen steckt. Tipps zur Selbsttherapie fehlen, was ich sehr positiv finde.
Ein großer „Erste Hilfe“-Teil für Notfälle oder kleinere Wehwehchen rundet das Buch ab. Wirklich ein nützlicher Helfer im Alltag und für jeden Hundehalter zu empfehlen. (Tanya Carpenter)

10.05.2015

Rezension: Kräuterbuch für Hunde

Kräuterbuch für Hunde
So bleibt der Hund gesund und munter
Angela Knocks-Münchberg
Cadmos Verlag, 2014
80 Seiten
ISBN 978-3840420382
12,95 €

Hier können Sie das Buch bestellen


Inhalt
Hund gesund dank Kräuter-Kraft Warum knabbern Hunde beim Grasfressen nur an bestimmten Halmen? Weil sie instinktiv wissen, welches ihnen gut tut. Nicht nur für den Menschen auch für den Hund hält die Natur Heilkräuter bereit, mit denen viele Beschwerden gelindert und sogar geheilt werden können. In diesem Buch ist rund um den Umgang mit Heilkräutern und deren Anwendung alles zusammengefasst.




 Rezension
Ein kleines Nachschlagewerk für die wichtigste Kräuter, mit denen man Hunden bei kleinen Alltagsleiden Linderung verschaffen kann. Angefangen bei den Inhaltsstoffen und wie diese Wirken, über die Erkrankungen, die damit zu behandeln sind, bis hin zu einzelnen Kräutern und Pflanzen bietet dieses Buch einen guten Überblick. Wie stelle ich Tinkturen oder Sprays, Salben oder Pillen selbst her? Dabei wird jeder Leichtsinn mit der Gesundheit der Vierbeiner klar vermieden. Der Ratgeber versteht sich als Unterstützung, nicht als alleiniger Therapieleitfaden.
Für all jene, die sich selbst an eine kleine Heilapotheke wagen wollen, durchaus lesenswert.(Tanya Carpenter)


09.05.2015

Wenn's um den Wolf geht, verstehen Kühe keinen Spaß

Sachsen-Anhalt. Denkwürdige Tierbegegnung. (Mario Kraus)

Genthin. Ein starker Fuchs, den eine Jungkuh nicht zu nahe an die Herde kommen lässt. Dieser Gedanke ging mir durch den Kopf, als ich am Mittwoch gegen Mittag am Fienergraben nahe der kleinen Ortschaft Fienerode, die Ortsteil von Genthin ist, mit meinem Hund spazieren ging.
Nichts Ungewöhnliches eigentlich, solche Szenen habe ich in meinen knapp 30 Jagdjahren schon unzählige Male beobachtet. Sie beweisen immer: Kühe verstehen bei Gefahr keinen Spaß.
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Und hier die Satire zum Vorfall: Lauf, Wolf, Lauf!




08.05.2015

Rezension: Einfach Artgerecht

Einfach Artgerecht – Ethik und Verhaltensforschung für ein glückliches Hundeleben
Anders Hallgren

Cadmos Verlag, 2014
144 Seiten
ISBN  978-3840420399
29,95 €


Inhalt
Dieses Buch soll ein Wegweiser zur bestmöglichen Beziehung mit unseren Hunden sein. Es erklärt, wie wir am besten mit ihnen interagieren, sie motivieren und führen, und wie wir einfach mit ihnen zusammen sein und Spaß haben können. Die Ratschläge folgen einem rein ethischen Ansatz, der sich in vielen Fällen auf Tierschutzgesetze, behördliche Regelungen und Empfehlungen, aber ebenso auf den gesunden Menschenverstand und Empathie im Allgemeinen stützt. Außerdem basieren die Hinweise auf moderner Verhaltensforschung, die uns gezeigt hat, wie Hunde von Natur aus leben und welche Bedürfnisse sie haben. Außerdem werden Erkenntnisse aus der Lernpsychologie hinsichtlich der optimalen Trainingsmethoden für Hunde berücksichtigt unabhängig davon, ob es um das Erlenen von etwas Neuem geht oder darum, den Hund von etwas abzubringen. Das Ergebnis ist ein klares Plädoyer für eine sanfte und positive Herangehensweise.

Rezension
Heutzutage fehlt unter Hundehaltern oft das gesunde Mittelmaß und das Verständnis für die wirkliche Natur ihres vierbeinigen Gefährten. Die einen hängen immer noch in antiquierten Denkweisen von „Alpha“, „Dominanz“ und „Unterordnung“ fest, die anderen vermenschlichen ihre Hunde derart, dass sie ihre Natur kaum noch ausleben dürfen und ihre Menschen auch gar nicht mehr verstehen.
Einfach artgerecht zeigt, wie man mit Bindung, Sozialkompetenz und klaren Strukturen eine harmonische Mensch-Hunde-Beziehung aufbaut. Orientiert am Wolfsrudel, integriert in unseren heutigen Alltag. Der Hund als Hund, als Partner des Menschen, als hochsoziales Wesen, für das Nähe und Interaktion lebenswichtig sind.
Training bis hin zur Dressur? Oder doch lieber Teamarbeit? Erziehen kann Spaß machen, gemeinsames Lösen von Aufgaben stärkt die Bindung. Den Hund als Freund und Partner sehen, und dennoch Hund bleiben lassen. Mit diesem Buch ein Weg, der durchaus zu meistern ist. Für ein glückliches Hundeleben und ein harmonisches Mensch-Hunde-Team. (TanyaCarpenter)

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar zum Buch. (Bitte keine anonymen Kommentare!)

Zuwachs bei den deutschen Wölfen

Eine neue Generation von Wölfen hat in den letzten Tagen das Dämmerlicht der Wurfhöhlen erblickt (nein, natürlich nicht; Wölfe werden ja blind geboren).
Geht man von 29 Rudeln und vier territorialen Paaren aus (Status März 2015) und fünf Welpen pro Wurf (das langjährig beobachtete Mittel für Würfe bei uns), dann hat der deutsche Teil der zentraleuropäischen Flachlandpopulation um etwa 165 Tiere zugenommen (dabei wird unterstellt, dass die vier Paare ebenfalls Welpen geboren haben). Manche sehen darin eine „explosionsartige“ Vermehrung. Aber gemach.

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07.05.2015

Neues Kurzseminar zum Wolf im Oktober in Wetzlar

Ich habe mich entschlossen, im Herbst ein Kurzseminar zum Wolf anzubieten als Argumentationshilfe in der aktuellen Wolfsdebatte.

"Wölfisch für Anfänger und Fortgeschrittene" ist besonders geeignet für für alle, die sich einen Überblick über den Wolf verschaffen wollen, insbesondere für Erzieher, Lehrer, Naturforscher, Wolfsberater und -betreuer, Hundeschulen, Hundehalter, Wolfsfreunde und andere Interessierte.



Termin: 24. Oktober 2015
Ort: Wetzlar

Die Themen sind u.a.:
- Was ist ein Wolfsrudel?
- Sozialverhalten (Warum sich wilde Wölfe anders verhalten als Gehegewölfe)
- Mythos Alpha und Dominanz
- Jagdverhalten
- Ernährung
- Wie gefährlich ist der Wolf?
- Greifen Wölfe Menschen an?
- Wie kann ich meine Nutztiere schützen?
- Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?
- Wie können wir lernen, mit Wölfen zu leben?

Die Teilnahme kostet nur 20 Euro.

Weitere Informationen und Anmeldung hier 


05.05.2015

Zurück ins Cowboyland

Günther Bloch ist wieder auf dem Weg zu Karin ins gelobte Cowboyland - mit Abstecher zu den Wölfen von Banff.
Er bedankt sich bei allen, die so zahlreich auf seinen Seminaren und Vorträgen waren.
Wir danken dir, Günther, und wünschen dir happy landing.


03.05.2015

Newsletter Wolf & Co, Mai 2015

Der nächste Newsletter Wolf & Co ist fertig und geht morgen in eure Postfächer.
Wenn ihr den kostenlosen, monatlichen NL noch nicht kennt und noch nicht abonniert habt, könnt Ihr das hier noch tun.
Hier geht's zum Abo und zum Inhalt ...

(Foto © Gunther Kopp)