15.05.2015

Rezension: Der große Trip

Der große Trip
Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst
Cheryl Strayed

Kailash Verlag, 2013
448 Seiten
ISBN 978-3424630244
19,99 €

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Inhalt
„Die Frau mit dem Loch im Herzen, das war ich.“ Gerade 26 geworden, hat Cheryl Strayed das Gefühl, alles verloren zu haben. Mit Drogen und Männern tröstet sie sich über den Tod ihrer Mutter und das Scheitern ihrer Ehe hinweg. Als ihr ein Outdoor-Führer über den Pacific Crest Trail in die Hände fällt, trifft sie die folgenreichste Entscheidung ihres Lebens: mehr als tausend Meilen zu wandern, durch die Wüsten Kaliforniens, über die eisigen Höhen der Sierra Nevada, durch die Wälder Oregons bis zur »Brücke der Götter« im Bundesstaat Washington – allein, ohne Erfahrungen und mit einem Rucksack auf dem Rücken, den sie »Monster« nennt. Klapperschlangen und Schwarzbären, Hitze und Strapazen, Abenteurer und Einsamkeit sind Cheryl Strayeds Begleiter auf dieser Reise, die sie fast umbringt, stärkt und schließlich heilt. Das atemberaubende Abenteuer einer Selbstfindung – voller Witz, Wahrhaftigkeit und Intensität, mit einer respektlosen Heldin, die man lieben muss.

Rezension
Selbsterfahrungsbücher sind der Trend. Besonders gefragt sind Bücher, die darüber berichten, wie wir uns durch Erfahrungen in der Wildnis oder der Natur verändern und heilen.
In „Der große Trip“ macht sich die Autorin nach der Scheidung von ihrem Mann auf, einen Teil des Pacific Crest Trail (PCT) zu erwandern. Sie ist an einem Tiefpunkt ihres Leben, experimentiert mit Drogen und Sex und will einfach nur der Leere entkommen, die der Tod ihrer Mutter hinterlassen hat.
Ungeübt im Wandern, keine Ahnung von der benötigten Ausrüstung und mit nur sehr wenig Geld macht sie sich auf eine 1.600 km lange Wanderung über sämtliche Gipfel entlang der Pazifikküste Nordamerikas.
Der PCT ist einen halben Meter breit und insgesamt 4284 Kilometer lang. Er gehört zu den „Traumwanderpfaden“ Amerikas ebenso wie der Appalachen Trail (AT). Im Gegensatz zum AT sind es beim PCT die extremen Wetterverhältnisse, die die Wanderung besonders schwierig machen.
Als Fan von Weitwanderwegen hätte ich gerne noch mehr erfahren über die einzelnen Etappen und mir auch mehr Naturbeschreibungen gewünscht. Aber „Der große Trip“ ist nun einmal kein Wanderführer. Wer das sucht, kann sich im Internet schlaumachen.
Das Buch schildert spannend und auf sehr intensive Weise den Weg der Autorin von blutigen Blasen, Muskelkater und völliger Erschöpfung, zur Überwindung aller Herausforderungen, dem Kennenlernen der eigenen Stärke und letztendlich der Verarbeitung des Verlusts ihrer Mutter.
Der Leser lernt einen faszinierenden Trail kennen und die Menschen, die ihn gehen.
Am Ende möchte man die Wanderschuhe anziehen, den Rucksack packen und losmarschieren.
Ein Buch für Menschen, die auf dem Weg zu sich selbst das Abenteuer suchen. (ehr)