24.06.2015

Nachweis eines Wolfes bei Markkleeberg (bei Leipzig)

Mittels einer automatischen Wildkamera („Fotofalle“) ist südlich von Leipzig nahe Markkleeberg (Landkreis Leipziger Land) erstmals der Nachweis eines Wolfes erbracht worden. Das Bild entstand bereits Ende Mai, wie die Auswertung der Kameradaten durch den Jagdpächter nun ergab. Noch ist unklar, ob sich das Tier dort dauerhaft niederlassen wird oder das Gebiet nur durchwandert hat. Im Rahmen des Monitorings soll dieser Frage nachgegangen werden.
Die nächstgelegenen Wolfsrudel sind das Annaburger-Heide-Rudel (im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen) und das Königsbrücker- Heide-Rudel, dessen Territorium sich in Sachsen im Bereich der Königsbrücker Heide (Landkreise Bautzen und Meißen) befindet.
Tierhaltern, vor allem von Schafen und  Ziegen sowie Betreibern von  Wildgattern, wird empfohlen, ihre Schutzzäune zu überprüfen. Die Umzäunung muss richtig stehen, darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten und muss an allen Seiten geschlossen sein – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen.
Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe bei Schaf- und Ziegenkoppeln haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Auch 120 cm hohe Festzäune oder die Unterbringung der Tiere in einem geschlossenen Stall über Nacht bieten einen guten Schutz.
Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Wolfsgebiet haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Die zuständige Behörde für diese Förderung in den Landkreisen Leipziger Land, Nordsachsen, sowie der Stadt Leipzig ist das Sächsische Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Außenstelle Mockrehna, (Tel. 034244 5310).
Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/57762, kontakt@buero-lupus.de).

Weitere Informationen zum aktuellen Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen finden Sie auf der Internetseite des Kontaktbüros: www.wolfsregion-lausitz.de

Foto © Fester (Jagdpächter) 

22.06.2015

DJV zur Rückkehr des Wolfes nach Deutschland

Positionspapier des Deutschen Jagdverbandes e.V. (DJV)

Der Wolf war früher in ganz Europa verbreitet. Nachdem er vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in West-und Mitteleuropa aufgrund vieler Konflikte mit dem Menschen in vielen Gebieten durch Verfolgung ausgerottet oder auf wenige, isolierte Vorkommen zurück gedrängt wurde, gab es im Jahr 2000 wieder einen Reproduktionsnachweis von Wölfen in Deutschland (Muskauer Heide, Sachsen).
Seitdem erschließen sich die Wölfe mit zunehmender Geschwindigkeit neue Lebensräume und haben sich in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fest etabliert.

Das ganze Positionpapier hier ...




14.06.2015

Aktuelle Meldungen zum Luchs

(Foto: Bernard Landgraf/Wikipedia)

Bayern:
Hass auf Bayerns Luchse
Wilderei gefährdet Wiederansiedlung der Raubkatzen – Täter gehen oft grausam vor
Wieder einmal treibt ein Raubtier die Bayern um. Diesmal kein Riesenvieh wie Braunbär „Bruno“, dem sie vor ziemlich genau neun Jahren am Spitzingsee den Garaus machten, sondern Europas größte Katze. Der Luchs, der dort in bescheidener Zahl wieder heimisch wird, lebt gefährlich im Bayerischen Wald. Viele verschwinden auf geheimnisvolle Weise, andere werden gefunden, vergiftet oder erschossen – und oft grausig zugerichtet.
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Schweiz:
Luchs mit Ziegenleckerli
Bei besten Lichtverhältnissen tappte Pinselohr in die Fotofalle.
Das Erstaunliche: Es ist der erste bestätigte Luchsriss an einem Nutztier, obwohl die Pinselohren seit vielen Jahren durchs Baselgebiet streifen. 'Natürlich wird dem Landwirt der entstandene Schaden ersetzt', erklärte Daniel Zopfi von der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) gegenüber jagderleben.
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Österreich:
Gewilderter Luchs aus Nationalpark identifiziert

Der gewilderte Luchs aus dem Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich ist identifiziert: Laut einem DNA- Gutachten aus der Schweiz handelt es sich um einen männlichen Nachkommen des ebenfalls verschollenen "Juro" und der Luchsin "Freia", teilte Nationalpark- Direktor Erich Mayrhofer am Freitag mit. Damit sind nun noch mehr Tiere abgängig als ursprünglich angenommen.
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11.06.2015

Schleswig-Holstein: Runder Tisch für Wolfsmanagement

Runder Tisch soll Wolfsmanagement schrittweise an die neuen Entwicklungen anpassen – Habeck: „Wir streben einen möglichst breiten Grundkonsens an“

KIEL. Ein Runder Tisch unter Federführung des Umweltministeriums soll das Wolfsmanagement in Schleswig-Holstein inhaltlich ergänzen und so für die zunehmende Zahl der Wölfe in Schleswig-Holstein weiter aufstellen. „Dass mehr Wölfe als angenommen auftauchen, wirft eine Reihe von Fragen für den praktischen Umgang mit der Situation auf. Diese werden wir gemeinsam mit den Beteiligten von Nutztierhaltern bis hin zum Naturschutz abarbeiten. Ziel ist es, einen möglichst breiten Grundkonsens zu finden“, sagte Umweltminister Robert Habeck (10. Juni 2015) heute im Agrar-und Umweltausschuss, wo er über die Auftaktsitzung des Runden Tisches berichtete.
Er lobt die konstruktive Atmosphäre. „Das ist eine gute Basis, auch wenn es in einzelnen Fragen mit Sicherheit unterschiedliche Ansichten geben wird.“ Inhaltlich soll der Runde Tisch schrittweise Lösungen für einzelne Bereiche erarbeiten, die das Ministerium dann laufend in das Managementprogramm integriert. Erster Schwerpunkt werden die Fragen der Finanzierung und der Entschädigung sein, der praktische und rechtliche Umgang mit Ausnahmen vom im Bundesnaturschutzgesetz verankerten Tötungsverbot von Wölfen und die Problematik des Gnadenschusses. „Wir nehmen die Sorgen von Jägern und Veterinären ernst, die befürchten im Fall der Fälle einen verletzten Wolf nicht von seinem Leid erlösen zu können. Hier arbeiten wir an rechtssicheren Lösungen, die flächendeckend einen pragmatischen Umgang mit der Situation innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens ermöglichen“, sagte Habeck. Bei der Entschädigungsregelung will das Ministerium die EU-wettbewerbsrechtliche Obergrenze für Zahlungen überprüfen und gegebenenfalls dafür eine Genehmigung der EU-Kommission (Notifizierung) beantragen.
Während der ersten Sitzung hatte das Ministerium vor allem die organisatorischen Veränderungen im Management vorgestellt. Demnach wird das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek mit seinen im Land verteilten Außenstellen insbesondere als Anlaufstelle für Betroffene und Interessierte dienen – die zentrale Telefonnummer lautet: 04347/704-325. Außerdem übernimmt es die Aus- und Fortbildung der Wolfsbetreuer im Lande. Durch das LLUR werden zukünftig auch die vom Lande vorgehaltenen sogenannten Notfallpakete für Nutztierhalter bereitgestellt.
Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Wolfsbetreuer des Landes Schleswig-Holstein wird ein hauptamtlicher Koordinator zur Verfügung stehen, der sich um alle Belange der Wolfsbetreuer und ihrer Arbeiten im Rahmen ihrer Tätigkeit kümmern wird. Weiterhin hat sich das Land die Mitarbeit eines Fachwissenschaftlers gesichert, der Aufgaben im Rahmen des Monitorings ebenso übernehmen wird, wie die wissenschaftliche Beratung der Landesregierung sowie die fachliche Unterstützung der Wolfsbetreuer. Das Wolfsinformationszentrum Eekholt steht mit seinen umfangreichen Erfahrungen im Wolfsmanagement als Informations- und Bildungszentrum weiterhin als Ansprechpartner in Sachen Wolf zur Verfügung.

Hintergrund
Das bisherige Wolfsmanagement war aufgrund fachlicher Vorgaben davon ausgegangen, dass sich in Schleswig-Holstein allenfalls einzelne Wölfe nur für kurze Zeit zeigen würden. Entsprechend waren die Strukturen auf allenfalls eine geringe Zahl durchwandernder Wölfe ausgerichtet worden. Bereits bei der Erarbeitung des ersten Managementplans waren im Rahmen eines sogenannten Runden Tisches „Wolfsmanagement“ alle relevanten gesellschaftlichen Gruppierungen in die Überlegungen einbezogen worden.
In den Folgejahren bewährte sich das erarbeitete Konzept und die in Fällen von Wolfsnachweisen beziehungsweise im Zusammenhang mit diesen Nachweisen auftretenden Probleme konnten in der Regel zeitnah behoben werden.
Insbesondere in den letzten Monaten hatte sich aber mehr und mehr herauskristallisiert, dass die seinerzeit zu Grunde gelegten fachlichen Annahmen zur Besiedlung des Landes durch Wölfe korrigiert werden mussten. Die Tiere hatten sich als wesentlich anpassungsfähiger gezeigt, als angenommen. So waren zuletzt mehr als 20 Wolfsnachweise gelungen, die sich auf nahezu alle Landesteile verteilten.
Damit nahm der Arbeitsaufwand immer mehr zu. Die Managementvorgaben zeigten sich deshalb den aktuellen Gegebenheiten allein schon aus personellen Gründen nicht mehr gewachsen. Insbesondere die Notwendigkeit einer besseren personellen Ausstattung des Wolfsmanagements war im Zusammenhang mit einigen Vorkommnissen deutlich geworden. Zudem ist eine inhaltliche Ergänzung für neu auftretende Fragen erforderlich.
(Pressemeldung Umweltministerium Schleswig-Holstein, 10.6.15)





10.06.2015

Wolf und Pferd

Eine Standortbestimmung aus Sicht des Freizeit- und Geländereiters

Es ergibt sich aus dem Gründungszweck der VFD - der Erhalt des freien Reitens in der Natur - dass ihre Mitglieder ein inniges und verständiges Verhältnis zu ihrer Mitwelt haben.
Daher ist es sehr naheliegend, dass wir die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland begrüßen, war doch diese Tierart bis vor etwa 150 Jahren Teil der hiesigen Natur.
Wir verstehen, dass die Ausrottung des Wolfes im Deutschland des 19. Jahrhunderts eine Folge der dramatischen Waldvernichtung im Verein mit einer größtenteils durch Wetterphänomene bedingten Hungersnot war.
Wir sind wie viele andere Naturschützer auch der Überzeugung, dass unter den heute im Vergleich zum 19. Jahrhundert völlig anderen Lebens- und Umweltbedingungen eine friedliche Co-Existenz von Wolf und Mensch einschließlich der von ihm gehaltenen Tiere auch in Kulturlandschaften möglich ist.
Dafür ist es im Zweifel erforderlich, dass der Mensch regional für die von ihm gehaltenen kleineren Weidetiere, die in das Beuteschema des Wolfes passen, geeignete Schutzmaßnahmen ergreift.

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Ein großartiger Artikel, der das Problem auf den Punkt bringt. Danke!

08.06.2015

Rezension: Das geheime Leben der Bäume

Das geheime Leben der Bäume
Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt 

Peter Wohlleben

Ludwig Buchverlag, 2015
224 Seiten
ISBN 978-3453280670
19,99 €

Hier können Sie das Buch bestellen

Inhalt
Erstaunliche Dinge geschehen im Wald: Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs, aber auch alte und kranke Nachbarn liebevoll umsorgen und pflegen. Bäume, die Empfindungen haben, Gefühle, ein Gedächtnis. Unglaublich? Aber wahr! – Der Förster Peter Wohlleben erzählt faszinierende Geschichten über die ungeahnten und höchst erstaunlichen Fähigkeiten der Bäume. Dazu zieht er die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso heran wie seine eigenen unmittelbaren Erfahrungen mit dem Wald und schafft so eine aufregend neue Begegnung für die Leser: Wir schließen Bekanntschaft mit einem Lebewesen, das uns vertraut schien, uns aber hier erstmals in seiner ganzen Lebendigkeit vor Augen tritt. Und wir betreten eine völlig neue Welt ...

Rezension
Er hat es wieder getan! Der „Baumflüsterer“ Peter Wohlleben hat es erneut geschafft, uns mit seinem neuen Buch sprachlos und sehr demütig zu machen. Bäume! Nein, sie sind nicht „nur“ schöne, grüne Pflanzen, die uns an heißen Tagen Schatten spenden und unter denen wir uns bei einem Gewitter nicht aufhalten dürfen. Was wissen wir überhaupt über sie?
Wussten Sie, dass die Eiche ein Weichei ist und Buchen ihren Nachwuchs säugen und kranken Exemplaren helfen, indem sie sie „füttern“? Dass Wurzelspitzen gehirnähnliche Strukturen haben und sich somit die Frage stellt, ob Pflanzen denken können? Dass in einer Handvoll Walderde mehr Lebewesen stecken als es Menschen auf der Erde gibt? Dass Stadtbäume ein extrem hartes Leben haben? Als Hundebesitzer sollte einem letzteres bewusst sein, denn die Markierungen des Hundes verätzen die Rinde eines Baumes und können zum Absterben führen.
Wer liest, dass Bäume Gefühle haben und dass Baumeltern mit ihren Kindern zusammenleben, der geht mit einem anderen Bewusstsein in den Wald. Viel zu viele Menschen haben verlernt, die Kostbarkeit der Natur und der tierischen und pflanzlichen Lebewesen in ihr zu schätzen.
Alle die, die eine Pelletheizung oder einen Holzofen besitzen, könnten allerdings bei der Lektüre dieses Buches in Gewissenskonflikte geraten. Denn möchten Sie einem säugenden Buchenbaby die Jahrhunderte alte Mutter wegnehmen und fällen lassen, nur, damit Sie es Zuhause kuschelig warm haben?
Peter Wohlleben ist ein Autor, der es vermag, den Leser nicht nur zu unterhalten und zu faszinieren, sondern auch aufzurütteln. Er schärft ein Bewusstsein für die Natur und unsere Umwelt – und macht uns letztendlich zu einem besseren Menschen. Das ist eine besondere Gabe und ein Geschenk, für das ich dem Autor danken möchte.(ehr)

Weitere lesenswerte Bücher des Autors

Die Gefühle der Tiere
Wald ohne Hüter (Mein persönliches Lieblingsbuch)

05.06.2015

Rezension: Die Gefühle der Tiere

Die Gefühle der Tiere: Von glücklichen Hühnern, liebenden Ziegen und träumenden Hunden.
Ein Plädoyer für Respekt und Achtsamkeit

Peter Wohlleben

pala-verlag, 2014
160 Seiten
ISBN 978-3895663376
14,00 €

Hier können Sie das Buch bestellen


Inhalt
Sind frei laufende Hühner glücklich? Wovon träumen Fruchtfliegen und Hunde? Welches Zeitgefühl hat ein Schmetterling? Peter Wohlleben schreibt kurzweilig über Gefühlsleben, Intelligenz und Bewusstsein der Tiere und fordert, ganz ohne erhobenen Zeigefinger, zu ethischem Handeln auf. Dabei macht er wenig Unterschiede zwischen liebenswerten Hunden, Milch gebenden Ziegen oder lästigen Fliegen. Und er scheut sich nicht, Parallelen zu menschlichen Gefühlen zu ziehen und provokante Thesen zu vertreten. Seine Ansichten zu Liebe, Mitgefühl, Trauer und Schmerz bei Tieren belegt der Autor anhand aufsehenerregender Studien von Verhaltensforschern und Biologen, aber auch durch viele Beobachtungen der Wildtiere im Eifeler Forst und seiner eigenen Haustiere. Das Buch räumt mit Vorurteilen über böse Wölfe, ängstliche Hasen oder blöde Ziegen auf und regt vor allem zum Nachdenken über die Konsequenzen unseres alltäglichen Handels an. Seite für Seite wird dabei immer klarer, warum ein achtsamer Umgang mit unseren Mitgeschöpfen auch uns Menschen glücklich macht.

Rezension
In der jüngeren Forschung wurde schon viel darüber geschrieben, dass Tiere intelligent sind, Gefühle und sogar eine Kultur haben, dass sie Empathie und Spiritualität empfinden. Selten jedoch tut dies ein Autor so spannend und humorvoll wie Peter Wohlleben. Dabei stellt er auch provozierende Fragen wie: Lieben uns unsere Haustiere wirklich? Oder handelt es sich eher um das „Stockholm-Syndrom“: Sie bleiben bei uns, weil wir sie einer Art „Gehirnwäsche“ unterzogen haben. Wäre es dann nicht „ethisch korrekter“, alle Haustiere freizulassen?
Der Autor und Förster setzt sich leidenschaftlich für die Abschaffung der Jagd ein und hat sich damit schon viele Feinde gemacht. Im Buch kritisiert er darum auch die Jagd, Winterfütterung und kommerzielle Forstwirtschaft und gibt einen sehr praktischen Tipp für Landbesitzer, der leider noch viel zu wenig bekannt ist:
Am 26. Juni 2012 entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass Landbesitzer in Deutschland die Jagd auf ihrem Eigentum verbieten lassen können. Seitdem kann nun jeder, der die Jagd ablehnt, sein Grundstück sperren lassen und somit großflächige, zusammenhängende Treibjagden unmöglich machen. Ich wünschte mir, mehr Jagdgegner würden dieses Urteil anwenden.
„Die Gefühle der Tiere“ räumt auf mit vielen Vorurteilen: scheues Reh, blöde Ziege, schlauer Fuchs, fleißige Biene usw. Sie alle erhalten jeweils einen größeren Textkasten mit interessanten Informationen. Meine einzige Kritik geht hier an den Satz/das Layout. Die Kästen sind teilweise mitten in einem Kapitel platziert und reißen so den Leser aus dem Lesefluss. Ich hätte es schöner gefunden, wenn diese Infos jeweils am Ende eines Kapitels gestanden hätten. Das ist jedoch nur ein „optisches“ Problem und ändert nichts an meiner uneingeschränkten Leseempfehlung.
„Die Gefühle der Tiere“ ist nicht nur ein Buch für Tierschützer und Tierrechtler, sondern für jeden von uns. Es sollte zur Pflichtlektüre im Ethikunterricht an Schulen gehören. (ehr)

Weitere lesenswerte Bücher des Autors
Das geheime Leben der Bäume
Wald ohne Hüter (Mein persönliches Lieblingsbuch)


04.06.2015

Rezension: Wald ohne Hüter


Wald ohne Hüter: Im Würgegriff von Jagdinteressen und Forstwirtschaft

Peter Wohlleben

Kindle e-Book
ASIN B00O9VJ87W
3,45 €

Hier können Sie das e-Book herunterladen


Inhalt
Einer der letzten Urwaldriesen fällt rauschend zu Boden. Mit ihm verschwinden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Schachbrettartige Plantagen mit fremden Baumarten beanspruchen plötzlich Tausende von Quadratkilometern, und die Großmaschinen, die das Holz ernten, hinterlassen auf Jahrzehnte verwüsteten Boden. Sie glauben, wir sprechen über Urwaldvernichtung in der Dritten Welt? Nein, wir sprechen von Deutschland!



Rezension
Liebeserklärung an eine Buche und literarisches Kleinod!
Dieses Buch hat mich überrascht. Ich habe ein eher trockenes Fachbuch erwartet. Und was hab ich bekommen? Ein literarisches Kleinod: emotional, unterhaltend und enorm informativ. Ich durfte den Überlebenskampf einer kleinen Buche verfolgen (seit der Lektüre dieses Buches bin ich verliebt in Buchen!), war frustriert über die Allmacht der Jäger und hoffe mit dem Autor (der selber Förster ist) auf eine Einsicht und ein Umdenken der Forstwissenschaftler. Das Buch ist von der ersten Seite an spannend und außerdem wunderschön geschrieben. Ich bin überzeugt, dass es jedem Leser nach der Lektüre des Buches so geht wie mir: Ich sehe den Wald mit anderen Augen ... und winke jeder Buche verliebt zu. Danke Peter Wohlleben!  (ehr)

Weitere lesenswerte Bücher des Autors
Das geheime Leben der Bäume

03.06.2015

Nordfriesischer Schäfer beklagt Verluste bei Lämmern

Seit dem 14. Mai 2015 beklagt ein Deichschäfer in Nordfriesland im Bereich der Insel Nordstrand den Verlust von bislang insgesamt 14 Lämmern. Ob ein Wolf oder ein anderes Tier die Lämmer gerissen hat, ist bislang nicht klar. Der betroffene Schäfer hatte zunächst die Verluste seiner Tiere den zuständigen Behörden nicht gemeldet. Erst als immer wieder einzelne tote Lämmer aufgefunden wurden, wandte er sich an das Veterinäramt des Kreises Nordfriesland sowie die im Auftrag des Landwirtschafts- und Umweltministeriums tätigen Wolfsbetreuer.
Soweit möglich, wurden die seither tot aufgefundenen Tiere zur Untersuchung in das  Landeslabor in Neumünster verbracht. Darüber hinaus wurden forensische Proben entnommen, die zur genetischen Untersuchung an das Senckenberg-Forschungsinstitut in Gelnhausen in Hessen gegeben wurden. Die Untersuchung dieser Proben wird allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Um weitere Erkenntnisse zu erhalten, wurden zeitweise auch bis zu 23 Fotofallen sowie eine Wärmebildkamera durch Wolfsbetreuer des Landes eingesetzt. Hier gab es bislang keine Ergebnisse.

 Da in Nordfriesland dieselbe Herde innerhalb von zwei Wochen mehrfach angegriffen wurde, besteht die Sorge, dass sich ein Tier auf die dort weidenden Schafe als Beute spezialisiert haben könnte . Ein solches Verhalten birgt das Risiko, dass der betroffene Wolf sich ausschließlich von Haustieren ernähren könnte, was in der Folge in der Region zu erheblichen Problemen führen würde. Ein solches Verhalten könnte schnell zu erheblichen Tierverlusten führen.  Sollte sich herausstellen, dass es ein Wolf war, wird das Landwirtschaftsministerium prüfen, wie die betroffenen Nutztierbestände vor weiteren Übergriffen geschützt werden können. Hierzu gehören auch Überlegungen hinsichtlich möglicher Ausnahmegenehmigungen auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes. Im Rahmen einer solchen Ausnahme könnte das Tier mit Gummigeschossen vergrämt oder sogar abgeschossen werden. Die rechtlichen Hürden für eine solche im Einzelfall zu erteilende Genehmigung sind allerdings sehr hoch, so dass über den Ausgang einer solchen Prüfung derzeit keine Aussagen getroffen werden können.

Bereits im ersten Wolfs-Managementprogramm, das gemeinsam mit Naturschützern, Tierhaltern und Ministerium erarbeitet worden war, war vereinbart worden, dass Wölfe, die durch problematisches Verhalten die Akzeptanz für die Wolfspopulation gefährden, im Einzelfall "entnommen", also geschossen werden dürften, unter Beachtung der strengen Ausnahmereglungen des Bundesnaturschutzgesetzes. Das Instrument der Vergrämung soll - wann immer nötig und möglich - genutzt werden.

01.06.2015

Kurzseminar für alle, die in Wolfsgebieten leben oder über Wölfe aufklären wollen

Wölfisch für Anfänger und Fortgeschrittene

Foto: Gunther Kopp, www.kopp-foto.deWölfe – die wenigsten von uns haben schon einen wilden Wolf gesehen. Die meisten kennen sie nur aus Zoos.
Deutschland ist wieder Wolfsland. Es ist an der Zeit, mehr über den großen Beutegreifer zu lernen. Noch immer beherrschen Mythen die Diskussion um den Wolf. Was wissen wir nach dem neuesten Stand der Forschung über Wölfe und wie gefährlich sind sie?


Themen u.a.
- Was ist ein Wolfsrudel?
- Sozialverhalten (Warum sich wilde Wölfe anders verhalten als Gehegewölfe)
- Mythos Alpha und Dominanz
- Jagdverhalten
- Ernährung
- Wie gefährlich ist der Wolf?
- Greifen Wölfe Menschen an?
- Wie kann ich meine Nutztiere schützen?
- Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?
- Wie können wir lernen, mit Wölfen zu leben?

Geeignet für:
Dieses Kurzseminar ist für alle geeignet, die sich einen Überblick über den Wolf verschaffen wollen, insbesondere für Erzieher, Lehrer, Naturforscher, Wolfsberater und -betreuer, Hundeschulen, Hundehalter, Wolfsfreunde und andere Interessierte.

Im Anschluss an den Vortrag haben wir ausreichend Zeit zum »Wolf Talk«. In entspannter Runde beantworte ich Ihre Fragen.


Termin
Samstag, 24. Oktober 2015
Beginn: 14 Uhr, Ende: ca. 16:30 Uhr

Referentin
Elli H. Radinger

Ort
Naturschutzakademie-Hessen
Friedenstraße 26
35578 Wetzlar

Kosten:
20 Euro

Eine Voranmeldung ist dringend erforderlich.
Infos und Anmeldeformular hier 



Selbstbewusst durch den Hunde-Dschungel - Interview mit Günther Bloch

Das goldwolf-Rudel hat ein lesenswertes Interview mit Günther Bloch online gestellt. Er berichtet, wieso der Mensch sich zu wichtig vorkommt und wie das Leben in Kanada ihn nicht nur prägt, sondern auch inspiriert.

Hier geht's zum Interview ...