24.06.2015

Nachweis eines Wolfes bei Markkleeberg (bei Leipzig)

Mittels einer automatischen Wildkamera („Fotofalle“) ist südlich von Leipzig nahe Markkleeberg (Landkreis Leipziger Land) erstmals der Nachweis eines Wolfes erbracht worden. Das Bild entstand bereits Ende Mai, wie die Auswertung der Kameradaten durch den Jagdpächter nun ergab. Noch ist unklar, ob sich das Tier dort dauerhaft niederlassen wird oder das Gebiet nur durchwandert hat. Im Rahmen des Monitorings soll dieser Frage nachgegangen werden.
Die nächstgelegenen Wolfsrudel sind das Annaburger-Heide-Rudel (im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen) und das Königsbrücker- Heide-Rudel, dessen Territorium sich in Sachsen im Bereich der Königsbrücker Heide (Landkreise Bautzen und Meißen) befindet.
Tierhaltern, vor allem von Schafen und  Ziegen sowie Betreibern von  Wildgattern, wird empfohlen, ihre Schutzzäune zu überprüfen. Die Umzäunung muss richtig stehen, darf keine Durchschlupfmöglichkeiten am Boden bieten und muss an allen Seiten geschlossen sein – über offene Gräben können Wölfe leicht in die Umzäunung eindringen.
Für einen effektiven Schutz gegen Wölfe bei Schaf- und Ziegenkoppeln haben sich mindestens 90 cm hohe, handelsübliche Elektrozäune (z.B. Flexinetze oder Litzenzäune) bewährt. Litzenzäune sollten aus mindestens 5 Litzen bestehen. Der Abstand zwischen den Litzen bzw. der untersten Litze und dem Boden sollte dabei 20 cm nicht überschreiten. Auch 120 cm hohe Festzäune oder die Unterbringung der Tiere in einem geschlossenen Stall über Nacht bieten einen guten Schutz.
Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im Wolfsgebiet haben die Möglichkeit, sich Herdenschutzmaßnahmen fördern zu lassen. Die zuständige Behörde für diese Förderung in den Landkreisen Leipziger Land, Nordsachsen, sowie der Stadt Leipzig ist das Sächsische Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Außenstelle Mockrehna, (Tel. 034244 5310).
Bitte melden Sie Wolfshinweise (Spuren, Kot, Sichtungen, Risse) an das Landratsamt Ihres Landkreises, an das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ (Tel. 035772/ 46762, kontaktbuero@wolfsregion-lausitz.de) oder an das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und –forschung in Deutschland (Tel. 035727/57762, kontakt@buero-lupus.de).

Weitere Informationen zum aktuellen Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen finden Sie auf der Internetseite des Kontaktbüros: www.wolfsregion-lausitz.de

Foto © Fester (Jagdpächter)