31.07.2015

Offiziell bestätigt: Wolfsangriff auf Jäger war gelogen

Zum vermeintlichen Wolfsangriff auf einen Jäger im April hat die Landesregierung nun das Ergebnis der Ermittlungen innerhalb einer „Kleinen Anfrage“ zur Gefährlichkeit des Wolfes bekanntgegeben. Hier der Auszug zum „Wolfsangriff“ (Hervorhebungen von der Redaktion):

Wie bewertet die Landesregierung den jüngsten Bericht über einen potenziellen Wolfsangriff auf einen Jäger in der Göhrde, über den das Jägermagazin auf seiner Internetseite mit Datum vom 08.04.2015 berichtet?
Der von diesem Jäger geschilderte Vorgang wurde von der Landesregierung sehr ernst genommen, stellte er doch einen möglichen Paradigmenwechsel im Verhalten freilebender Wölfe in Deutschland dar.
Allerdings zeichneten sich bereits in der Darstellung des Berichterstatters sowohl innerhalb der ersten Darstellung als auch zwischen den Darstellungen einige Zweifel an deren Richtigkeit ab. Fachkräfte der Polizei haben zusätzlich zu der Protokollierung des Vorfalls im Rahmen des Wolfsmonitorings die Aussage vor Ort aufgenommen und dokumentiert. Um jeden möglichen Hinweis auf das tatsächliche Geschehen zu ergründen, wurde in unmittelbarer zeitlicher Folge ein Fachmann für Tierspuren mit der genauen Analyse der Spurenlage am Ort des Geschehens und dessen näherer Umgebung beauftragt.
Diese Spurensuche erbrachte eine Vielzahl verschiedener und verschieden alter Tier- und Menschenspuren.
Unter den Spuren in unmittelbarer Umgebung des Orts des geschilderten Geschehens fand sich keine Wolfsfährte.
Eine Canidenfährte fand sich dagegen in der weiteren Umgebung. Diese war sehr gut verfolgbar, ihr Verlauf wäre ohne Störung in einigem Abstand zum Hochsitz in gerader Linie an diesem vorbei gelaufen, wies aber eine deutliche Abweichung weg vom Hochsitz auf, der in einem ungefähren Halbkreis vom Caniden umschlagen wurde, bevor dieser seine vorher eingeschlagene Richtung wieder aufnahm. Die von dem Jäger geschilderten Entfernungen konnten an keiner Stelle des Spurverlaufs bestätigt werden. Am Ort des Geschehens festgestellte Tierhaare wurden genetisch untersucht und konnten einem Fuchs zugeordnet werden.

Im Ergebnis muss festgestellt werden, dass die Schilderungen des Jägers mit den durch Spuren nachvollziehbaren tatsächlichen Vorkommnissen nicht in Übereinstimmung zu bringen sind.

Anm. d. Red.:
Somit haben wir es also schriftlich: Der Jäger hat gelogen – und mit ihm das Jägermagazin, das die halbe Nation mit dem Hinweis auf „der erste offiziell bestätigte Wolfsangriff auf einen Menschen in Deutschland“ aufgehetzt hat. Wir erwarten nun eine Gegendarstellung und Entschuldigung im Jägermagazin.
Wie geht es weiter? Ich habe mit der Oberstaatsanwältin von der zuständigen Staatsanwaltschaft Lüneburg gesprochen. Die Staatsanwaltschaft wird von sich aus nicht tätig werden. Da der Jäger gelogen und der Wolf einen großen Bogen um den Hochsitz gemacht hat, kann er auch nicht angeklagt werden, weil er vermeintlich auf einen Wolf geschossen hat. Dass er gegenüber der Polizei gelogen hat, ist nicht strafbar. Ein Beschuldigter hat das Recht gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft zu lügen (nicht jedoch vor Gericht).
Dass das Jägermagazin gelogen und gehetzt hat, ist deren übliche Taktik gegen den Wolf und fällt unter das schändliche Unwort „Lügenpresse“. Hier sollte der DJV einmal ein Machtwort sprechen - was er vermutlich nicht tun wird.
Alles wird also – wie immer – im Sande verlaufen. Dennoch ist es großartig, dass dieser Fall durch die Anfrage jetzt aufgeklärt ist.

Bitte verbreitet die Meldung weiter.

Hier geht es zur Anfrage und den sehr lesenswerten Antworten
Wobei ich mich schon wieder frage, wer denn die vermeintlichen „Fachleute“ sind, die an der These zweifeln, dass es in Niedersachsen lediglich ein oder zwei „Problemwölfe“ gebe ...

Danke für den Kommentar: Beschwerde beim Presserat kann übrigens jeder einlegen. Je mehr, desto besser. Hier die Info. 
Auch wenn eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, wäre es zu wünschen, wenn der DJV oder der ÖJV eine solche Beschwerde einlegen würden.

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