30.10.2015

Schleswig-Holstein: Guter Wolf? Böser Wolf?

BUND veröffentlicht Standpunkt zur Rückkehr des Wolfes

Anlässlich des 21. Naturschutztages Schleswig-Holstein unter dem Motto „Wildnis in der Kulturlandschaft“ in Rendsburg hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein ein Standpunkte-Papier zur Rückkehr des Wolfes nach Schleswig-Holstein veröffentlicht.

„Durch mehr Naturnähe können wir die biologischen Prozesse in unseren heimischen Ökosystemen stabilisieren und diese so fit für die Zukunft machen. Dazu gehört auch, dass wir Prädatoren wie dem Wolf sein Existenzrecht zugestehen“, fasst Dr. Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende, die Position zusammen. „Angesichts der anhaltenden Ausbreitung ist Deutschland ganz offensichtlich wieder ein akzeptabler Lebensraum für Wölfe. Ob der Wolf in unser Land passt, ist vor allem eine ‚Abstimmung mit der Pfote‘ und keine, die wir Menschen uns anmaßen dürfen. Seine Wiederansiedlung muss weder aktiv gefördert werden, noch sollte sie das. Es geht vor allem darum, einem Heimkehrer nicht unnötig Steine in den Weg zu legen“, so Bielfeldt weiter.

Seit wenigen Jahrzehnten kehrt der Wolf, Ursprung aller Haushunde, wieder in seine Heimat Deutschland zurück. In Schleswig-Holstein wurde durch ein überfahrenes Jungtier in Ostholstein im April 2007 erstmals wieder ein Wolf seit der Ausrottung im 19. Jahrhundert nachgewiesen. Seitdem hat sich der Wolf auch in Schleswig-Holstein zum Politikum entwickelt. Mit dem vorliegenden Standpunkte-Papier möchte nun auch der BUND zu einer sachgerechten Diskussion beitragen.

„Es gibt in anderen Teilen der Bundesrepublik schon seit Jahren gute Erfahrungen mit dem Management und Monitoring von Wölfen. Insbesondere Sachsen hat einen sehr guten Plan aufgestellt. Es ist unverständlich, weshalb jedes Bundesland glaubt, das Rad neu erfinden zu müssen. Besser wäre es, das Monitoring und Management einer hochmobilen Tierart wie dem Wolf bundesweit zu vereinheitlichen“, stellt Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent, fest. „Um Konflikte zu vermeiden, müssen wilde Wölfe auch wild bleiben. Es braucht deshalb eine klare Vorgabe, wie verhaltensauffällige Tiere beobachtet und vergrämt werden können, damit sie ihre Verhaltensmuster nicht an Artgenossen weitergeben. Dass auch eine Entnahme von Einzeltieren kein Tabu ist, wenn dies fachlich angebracht ist, sagen die Naturschutzverbände seit langem. Wenn nun noch Nutztierhaltern sowohl beim präventiven Schutz sowie bei Entschädigungen für Risse, schnell und unbürokratisch geholfen wird, dann steht einem respektvollen Miteinander von Mensch und Wolf nicht mehr viel im Wege“, so Langguth abschließend. (www.bund-sh.de)



28.10.2015

Der Wolf im Bundestag

Öffentliches Fachgespräch zum Thema "Wolf - Artenschutz und Management"

Öffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Mittwoch, 04. November 2015, 11.30 Uhr
Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E 700

Die Sachverständigen:
- Dr. Britta Habbe, Landesjägerschaft Niedersachsen e. V.
- Ilka Reinhardt, LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland
- Knut Kucznik, Arbeitsgemeinschaft Herdenschutzhunde e. V. (AG HSH)
- Markus Bathen, Naturschutzbund Deutschland e. V.

Gäste der Anhörung werden gebeten, sich vorab beim Ausschusssekretariat mit vollständigem Namen und Geburtsdatum unter umweltausschuss@bundestag.de anzumelden.

Die Sitzung wird live im Internet unter www.bundestag.de und auf mobilen Endgeräten übertragen. Am Folgetag ist sie unter www.bundestag.de/mediathek abrufbar.


27.10.2015

Mecklenburg-Vorpommern: Erstmals Wolf mit GPS-Halsband bestückt

Erstmals konnte in MV ein Wolf mit einem GPS-GSM-Halsbandsender bestückt werden.
Wolf hat keinen messbaren Einfluss auf Jagdstrecke



Männlicher Wolfswelpe mit GPS-GSM-Halsbandsender (Foto © N. Stier & V. Meißner-Hylanová)

„Das ist ein toller Erfolg für alle Beteiligten. Nun können wir hoffentlich bald ganz genau nachvollziehen, wo sich dieser Wolfswelpe aufhält und wie groß sein Bewegungsradius ist. Damit können wir wertvolle Daten sammeln, mit denen wir die Diskussion rund um den Wolf weiter versachlichen können. Fest steht jedenfalls, dass trotz der Vermehrung des Wolfes in unserem Land, diese Tierart bisher keinerlei Auswirkungen auf die Jagdstrecke hatte“, so Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Im Jahre 2011 startete eine aus Mitteln der obersten Jagdbehörde des Landes Mecklenburg-Vorpommern finanzierte Pilotstudie zur Telemetrie von Wölfen mittels. Diese sollte das Monitoring unterstützen und wichtige Daten zum Raum-Zeit-System der Art, insbesondere zu Aktionsraumgrößen, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen ermitteln. In diesem Forschungsprojekt bringen sich vor allem die Jäger des Landes Mecklenburg-Vorpommern intensiv ein.

Die ersten Fangversuche von 2011 bis 2013 in der Lübtheener Heide blieben erfolglos. Zu jener Zeit lebte dort nur ein einzelner Rüde. Nachdem sich im Jahr 2014 ein Wolfspaar erfolgreich reproduziert hat, wurden 2015 die Fangbemühungen wieder aufgenommen und waren jetzt erfolgreich. Am 20.10.2015 konnte ein männlicher Welpe (34 kg) aus dem Lübtheener Rudel erfolgreich besendert werden. Der Sender wird wichtige Daten zur Raumnutzung des Rudels liefern und damit das Wolfsmonitoring des Landes unterstützen. Über die Ergebnisse wird in regelmäßigen Abständen informiert werden. Die Pilotstudie wird in enger Abstimmung zwischen dem Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Land Mecklenburg-Vorpommern durch die TU Dresden, Professur für Forstzoologie durchgeführt.

In MV wurden im Jagdjahr 2014/15 insgesamt 129.797 Stück Schalenwild erlegt. Das Streckenergebnis entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt der Ergebnisse der vergangenen 10 Jahre (130.970 Stück Schalenwild). „Im Vergleich zum Vorjahr wurde sogar deutlich mehr Schalenwild – die Hauptnahrungsquelle der Wölfe – durch die Jägerschaft erlegt: Über 10.400 Stück mehr! Dafür danke ich allen Jägerinnen und Jägern recht herzlich. Sie leisten einen enorm wichtigen Beitrag für den Erhalt einer gesunden Flora und Fauna – und dies meist in ihrer Freizeit. Die Zahlen widersprechen allerdings auch der weit verbreiteten Mär, dass Wölfe ein ernstzunehmender Konkurrent der Jäger sind“, sagte der Minister.

Seit dem Jahr 2000 treten dauerhafte wildlebende Wölfe in Deutschland ausschließlich durch natürliche Zuwanderung wieder auf. Gegenwärtig leben in Deutschland (Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) mindestens 30 Wolfsrudel, 4 Wolfspaare und 5 territoriale Einzelwölfe, davon 2 Rudel und bis zu 2 territoriale Einzelwölfe in MV.

Weitere Informationen finden Sie auf www.wolf-mv.de

22.10.2015

Neue Lesungen und Vorträge über Wölfe im November und Dezember

Ich möchte euch auf neue Lesungen und Vorträge von mir zum Thema Wolf aufmerksam machen.

"Wölfische Weihnachten"
Unter diesem Motto finden zwei ganz Weihnachts-Events statt. 
Ich werde u.a. aus meinen Weihnachtsbüchern lesen und über das Leben in Wolfsgebieten sprechen. Darüber hinaus haben wir besonders viel Zeit für weitere persönliche Gespräche und Fragen:



29. November, 16 Uhr in Bayern
Café Schloss Erching
85399 Hallbergmoos


3. Dezember, 19:30 Uhr in Ruppichteroth
Angelikas Büchergarten
Brölstr. 8
53809 Ruppichteroth



Außerdem:

5. November, 20 Uhr in Egelsbach
"Mein Leben mit Wölfen"
Gemeindebücherei
Rheinstr. 72
63329 Egelsbach

14. November,  15 Uhr in Stuttgart
"Wolfsküsse. Mein Leben unter Wölfen"
ICS Gebäude, Messe ANIMAL




18. November, 19:30 in Weilmünster
"Wolfsküsse. Mein Leben unter Wölfen"
Lesung mit Buffet
Café Bretonne
Place le Cheylard, Hauptstr. 14
35789 Weilmünster



Und für Wolfsfans in der SCHWEIZ gibt es das "Komplettpaket":
"Wölfisch für Anfänger und Fortgeschrittene"
7. November, 17 Uhr in Hünenberg
Zentrum für Hund- und Menschausbildung
Böschweg 3
CH-6331 Hünenberg







Ich freue mich, wenn ihr zu meinen Vorträgen kommt und ich euch auch meine Bücher signieren kann. Bitte meldet euch rechtzeitig an.

Weitere Informationen und Anmeldungen hier.



20.10.2015

TASSO e.V. kritisiert fragwürdige Gesellschaftsjagd des hessischen Ministerpräsidenten aufs Schärfste

Teures Lobbyistentreffen auf Kosten der Tiere – TASSO fordert sofortige Abschaffung

Sulzbach/Ts., 20. Oktober 2015 – Am 4. November lädt der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier einen ausgesuchten und nicht näher benannten Personenkreis zur Gesellschaftsjagd ein. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. kritisiert dies und fordert die Abschaffung der Gesellschaftsjagd des Ministerpräsidenten.

Auf dem Programm der diesjährigen Veranstaltung im Hessen-Forst, Forstamt Groß-Gerau, stehen eine Drückjagd mit anschließender Streckenlegung, eine Gesprächsrunde mit dem Ministerpräsidenten im Schlosshotel Kronberg und Abendessen. Das Ganze wird von Steuergeldern bezahlt und kostet rund 22.000 Euro.

„Die Jagd allein ist aus Tierschutzgründen gesellschaftlich schon höchst umstritten“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO e.V. Gerade bei einer Drück-/Treibjagd ist die Anzahl der nicht tödlich getroffenen Tiere im Gegensatz zu einer Ansitzjagd überdurchschnittlich hoch. Darüber hinaus verurteilen die Tierschützer das Töten von Tieren im Rahmen eines Unterhaltungsprogramms für Lobbyisten.

„Solche Staatsjagden stehen in der Tradition der Feudalherrschaft und passen weder in unsere Zeit, noch sind sie mit einem modernen, demokratischen Politikverständnis vereinbar. Andere Bundesländer wie Hamburg und Niedersachsen haben ihre Staatsjagden deshalb auch schon abgeschafft“, erläutert Mike Ruckelshaus. „Eine Abschaffung der Gesellschaftsjagd des Ministerpräsidenten fordert auch der Hessische Tierschutzbeirat, dem TASSO als Mitglied angehört.“

Ferner ist es nach Ansicht der Tierschützer sehr unpassend, dass der Ministerpräsident ausgerechnet zum Zeitpunkt der Novellierung der hessischen Jagdverordnung, die derzeit öffentlich äußerst kontrovers diskutiert wird, diese Art der Lobbyarbeit mit Jägern betreibt. Mike Ruckelshaus abschließend: „Dies lässt unserer Ansicht nach auf eine fehlende Wahrung politischer Neutralität während eines laufenden Gesetzgebungsverfahrens schließen.“ (Tasso)


15.10.2015

"Der Winterwolf" jetzt auch bei Amazon erhältlich


Ab sofort ist das Weihnachtsbuch vom Wolf Magazin nicht nur im Buchhandel, sondern auch bei Amazon erhältlich. Momentan steht dort auf der Webseite noch ein "derzeit nicht auf Lager". Sobald das Buch bestellt wird - und je mehr es bestellt wird - umso schneller wird es erhältlich sein.

Der Winterwolf
Die wölfische Weihnachtsanthologie ist hier erhältlich.
Hier findet ihr auch Informationen, wie ihr ein signiertes Exemplar bestellen können. Denkt dran: Es ist nicht mehr allzu lange bis Weihnachten!
Und natürlich freuen wir uns auch über schöne Rezensionen bei Amazon.

12.10.2015

Guter Wolf? Böser Wolf? BUND veröffentlicht Standpunkt zur Rückkehr des Wolfes

Anlässlich des 21. Naturschutztages Schleswig-Holstein unter dem Motto „Wildnis in der Kulturlandschaft“ in Rendsburg hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Schleswig-Holstein ein Standpunkte-Papier zur Rückkehr des Wolfes nach Schleswig-Holstein veröffentlicht.

„Durch mehr Naturnähe können wir die biologischen Prozesse in unseren heimischen Ökosystemen stabilisieren und diese so fit für die Zukunft machen. Dazu gehört auch, dass wir Prädatoren wie dem Wolf sein Existenzrecht zugestehen“, fasst Dr. Claudia Bielfeldt, BUND-Landesvorsitzende, die Position zusammen. „Angesichts der anhaltenden Ausbreitung ist Deutschland ganz offensichtlich wieder ein akzeptabler Lebensraum für Wölfe. Ob der Wolf in unser Land passt, ist vor allem eine ‚Abstimmung mit der Pfote‘ und keine, die wir Menschen uns anmaßen dürfen. Seine Wiederansiedlung muss weder aktiv gefördert werden, noch sollte sie das. Es geht vor allem darum, einem Heimkehrer nicht unnötig Steine in den Weg zu legen“, so Bielfeldt weiter.

Seit wenigen Jahrzehnten kehrt der Wolf, Ursprung aller Haushunde, wieder in seine Heimat Deutschland zurück. In Schleswig-Holstein wurde durch ein überfahrenes Jungtier in Ostholstein im April 2007 erstmals wieder ein Wolf seit der Ausrottung im 19. Jahrhundert nachgewiesen. Seitdem hat sich der Wolf auch in Schleswig-Holstein zum Politikum entwickelt. Mit dem vorliegenden Standpunkte-Papier möchte nun auch der BUND zu einer sachgerechten Diskussion beitragen.

„Es gibt in anderen Teilen der Bundesrepublik schon seit Jahren gute Erfahrungen mit dem Management und Monitoring von Wölfen. Insbesondere Sachsen hat einen sehr guten Plan aufgestellt. Es ist unverständlich, weshalb jedes Bundesland glaubt, das Rad neu erfinden zu müssen. Besser wäre es, das Monitoring und Management einer hochmobilen Tierart wie dem Wolf bundesweit zu vereinheitlichen“, stellt Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent, fest. „Um Konflikte zu vermeiden, müssen wilde Wölfe auch wild bleiben. Es braucht deshalb eine klare Vorgabe, wie verhaltensauffällige Tiere beobachtet und vergrämt werden können, damit sie ihre Verhaltensmuster nicht an Artgenossen weitergeben. Dass auch eine Entnahme von Einzeltieren kein Tabu ist, wenn dies fachlich angebracht ist, sagen die Naturschutzverbände seit langem. Wenn nun noch Nutztierhaltern sowohl beim präventiven Schutz sowie bei Entschädigungen für Risse, schnell und unbürokratisch geholfen wird, dann steht einem respektvollen Miteinander von Mensch und Wolf nicht mehr viel im Wege“, so Langguth abschließend. (BUND)




09.10.2015

Der Veggie-Wolf

"Seltene Videoaufnahme: Dieser Wolf frisst Äpfel ..." schreibt das Online-Magazin Mopo24 und zeigt eine wackelige, aber schöne Filmaufnahme von einem Äpfel fressenden Wolf. Herrlich, dass der Kleine sich vom Jäger nicht stören lässt. Danke für die tolle Aufnahme, Herr Nevries.

Dass Wölfe Äpfel, Melonen, Beeren und anderes Obst essen (sowie diverse "Merkwürdigkeiten"), sehe ich in Montana öfter. Ich habe darüber auch in meinem Buch "Was würden Wölfe kaufen?" geschrieben.