13.12.2015

Rezension: Der Diabetikerwarnhund

Der Diabetikerwarnhund
Das Praxishandbuch zur Ausbildung

Nina Grosser und Viktoria Körner

Kynos, 2014
192 Seiten
ISBN 978-3954640263
29,95 €

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Inhalt
Diabetes Mellitus in all seinen Formen gilt mittlerweile als die Jahrhundert-Epidemie: Im Jahr 2011 zählten bereits 7% der Weltbevölkerung, das heißt 366 Millionen Menschen, als Diabetiker – Tendenz stark steigend. Der Diabetikerwarnhund, der den sinkenden Blutzuckerspiegel seines Besitzers wahrnimmt und ihn darauf aufmerksam macht, gewinnt als erwiesenermaßen sinnvolles Hilfsmittel heute zunehmend an Bedeutung und erhält immer größere mediale Aufmerksamkeit. Das Zusammenspiel zwischen Ausbildung der Hunde, Hunde- und Menschenverhalten und Diabeteserkrankung ist äußerst facettenreich. Die Autorinnen bringen diese komplexe Konstellation auf verständliche, anwenderfreundliche und dennoch professionelle Art und Weise dem Leser nahe. Das Buch richtet sich sowohl an Hundetrainer als auch an Diabetiker mit oder (noch) ohne Hund. Ausflüge in die Geruchslehre, das Ausdrucksverhalten des Hundes und die Grundlagen des Hundetrainings runden das Gesamtbild ab.

Rezension
Anfangs war ich etwas skeptisch, denn die Ausbildung eines Diabetikerwarnhundes ist sicher
keine Sache, die man in Eigenregie autodidakt vornehmen sollte. Wie auch bei Blindenhunden, Behindertenhunden oder Therapiehunden liegt eine große Verantwortung in der richtigen Auswahl und der liebevollen, konsequenten Ausbildung eines Diabetikerwarnhundes. Aber trotz allem bleibt der Hund ein Hund, und gerade das ist die große Stärke dieses Buches.
Neben der Erläuterung der Ausbildung, die schon bei der Auswahl der Rasse und des richtigen Hundewelpen ansetzt, wird auch deutlich der normale Alltag und die Phasen der Entspannung für die Hunde beschrieben. Wie wichtig es ist, dass sie Pausen haben, spielen und toben dürfen, ihre natürlichen Bedürfnisse befriedigen müssen und ausreichend Ruhephasen haben, in denen der Mensch selbst für seine Zuckerwerte verantwortlich ist. Ein Diabetikerwarnhund ist keine 24-Stunden-Alarmanlage, sondern ein Lebewesen, das nur „funktionieren“ kann, wenn auch seine eigenen Bedürfnisse gestillt sind und es sich immer wieder ausreichend regenerieren kann.
Das Buch ist aus meiner Sicht für Betroffene wie für Ausbilder gleichermaßen wichtig und wertvoll, besonders für das Wesen Hund. (Tanya Carpenter)