15.12.2015

Rezension: Hund auf Rezept

Hund auf Rezept
Warum Hunde gesund für uns sind

Dr. Milena Penkowa

Kynos, 2014
188 Seiten
ISBN 978-3954640287
24,95 €

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Inhalt
Hunde sind gut für die Gesundheit – das ist schon länger bekannt. Aber wussten Sie, dass sie auch ganz konkret Krebs, Herzinfarkten und Demenz vorbeugen können? Dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen, weniger unter Allergien und Asthma leiden oder Hunde selbst schwere Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder bösartige Tumore bessern können? Die Neurologin Prof. Dr. Milena Penkowa legt detailliert dar, wie, warum und wann Hunde der kürzeste Weg zu besserer Gesundheit und Widerstandskraft und damit zu einem stress- und krankheitsfreien Leben sind. Auch wenn sie sich dabei auf streng wissenschaftliche Fakten stützt, ist das Buch ein echter Lesegenuss: Die aktuellen und zum Teil revolutionären Forschungsergebnisse führen uns deutlich vor Augen, wie eng miteinander verbunden Hund und Mensch nicht nur auf kulturhistorischer oder emotionaler, sondern auch auf biologischer Ebene sind. Hunde tun gut – wissenschaftlich erwiesen!

Rezension
Hunde tun der Seele gut. Das wissen wir schon lange. Ihre hohe Sozialkompetenz, ihr Familiensinn, ihre Ergebenheit und ihre bedingungslose Liebe und Zuneigung sind etwas, das in der heutigen Menschenwelt immer seltener und daher umso kostbarer wird.
Darüber hinaus können Hunde jedoch auch Krankheiten erschnüffeln. Sie nehmen Veränderungen des Blutzuckers wahr oder der Hormone. Sie fühlen nahende Krampfanfälle und sind sogar in der Lage, kranke Zellen – wie etwa Krebs – früher zu finde als jedes Diagnosegerät.
Einen Hund zu streicheln, kann den Blutdruck senken, entspannt, wirkt stimmungsaufhellend, tröstend. Ein Hund bringt uns dazu, uns mehr zu bewegen, um sein natürliches Bedürfnis zu befriedigen, was auch uns gut tut. Menschen, die mit Hunden zusammenleben, haben nachweislich ein stärkeres Immunsystem und mehr psychische Stabilität. Menschen mit geistig-psychischem Handicap, zu denen andere Therapeuten kaum Zugang finden, reagieren oft sehr positiv sensibel auf einen sanften, geduldigen Therapiehund. Vielleicht, weil wir instinktiv wissen, dass wir von den Hunden nicht nach den erdrückenden menschlichen Wertemaßstäben bemessen werden, sondern sie uns völlig unvoreingenommen begegnen – also keinen Druck auf uns ausüben.
Dies sind nur einige wenige Beispiele, die die Autorin letztlich noch viel tiefgehender aufgreift und beleuchtet. So auch das Thema Alzheimer/Demenz, Epilepsie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Behinderungen und psychische Auffälligkeiten. Objektiv beschreibt sie die möglichen, positiven Einflüsse, aber auch die Risiken und Kehrseiten. Sie erklärt die Wurzeln der Mensch-Hunde-Beziehung, die vielfältigen Sinne und sensorischen Fähigkeiten der Hunde und wie sich diese auf das Zusammenleben mit dem Menschen auswirken. So hat mich zum Beispiel beeindruckt, dass Hunde sogar helfen, Kinder mit einer Leseschwäche zu fördern.
Klar wird: Das breite Feld der Einsatzmöglichkeiten von Hunden für unsere körperliche, geistige und seelische Gesundheit ist noch längst nicht vollständig erforscht. Ebenso wenig wie die Fähigkeiten und Wahrnehmungen der Hunde selbst, die nicht nur unsere eigenen, sondern auch unsere Vorstellungen davon, bei weitem zu übersteigen scheinen. (Tanya Carpenter)