12.03.2016

Rezension: „Gebt der Wildnis das Wilde zurück!“

„Gebt der Wildnis das Wilde zurück!“
Ein Mann der Berge kämpft für die Natur

Michael Wachtler
Kosmos, 2014
192 Seiten
ISBN 978-3440141601
19,99 €

Hier können Sie das Buch bestellen

Inhalt
Fèro (Ferruccio Valentini) wuchs mitten in den Dolomiten auf und verbrachte seine erste Lebenshälfte als Hirte, Senner, Jäger und Kräutersammler. Er entschloss sich, als einziger Mensch im entlegenen Gebiet des Tovelsees zu leben und sich mit Pflanzen, Tieren und Steinen zu verbinden. Als im Jahr 2009 die Dolomiten UNESCO-Welterbe wurden und seitdem die Natur immer mehr dem Tourismus weichen muss, begehrt er auf. Aus dem wortkargen Kräuterweisen wird ein Kämpfer für eine intakte Wildnis der Berge. Er wird politisch aktiv, muss aber immer wieder vor Bürokratie und Gewinnsucht kapitulieren. Seine Erläuterungen über den Wert der Wildnis sowie seine Erzählungen über einzigartige Erfahrungen mit Bären, Gämsen und heilenden Kraftpflanzen sind die Geheimnisse eines der letzten Waldmenschen der Alpen. Fèros Freund, der Südtiroler Naturkenner Michael Wachtler, beschreibt in dieser Biographie Fèros Freiheitswillen, seine Naturweisheit und den unermüdlichen Einsatz gegen die Ausbeutung der Dolomiten.

Rezension

Ein außerordentliches Portrait über einen faszinierenden Mann und Kämpfer für die Natur und die Wildnis.
Beim Lesen dieses Buches kommt automatisch Sehnsucht auf. Sehnsucht nach den Bergen, dem Himmel und der Wildnis. Und Bewunderung für einen Mann, der sich nicht verbiegen lässt und gegen alle Widerstände sich selbst treu bleibt.
Dieser Mann liebt nicht nur die Natur, er lebt sie. Und er klagt an – die Gier und den Raubbau an der Natur und den Dolomiten, in denen er lebt und deren Ursprünglichkeit er erhalten will. Dass er sich damit dort, wo wirtschaftliche Interessen involviert sind, auch Feinde macht, scheint ihn nicht zu beeindrucken. Fèro ist für mich ein Symbol des Widerstandes und des zivilen Ungehorsams, wobei er sich vermutlich selbst nie als solches sehen würde.
Wunderbar einfühlsam wurde das Portrait vom Autor zu Papier gemacht. Man merkt dem Buch an, dass die beiden Männer Freunde sind. Entsprechend respektvoll ist es geschrieben. Der Text ist still, eindringlich und philosophisch. Er tut so gut, wie ein Spaziergang in Fèros Bergen.
Der Autor fasst es treffend zusammen: „Bewerten wir Menschen niemals nach Status, Titel oder Symbolen. Freuen wir uns dagegen an der Aussagekraft ihrer Gedanken. Der Geist solcher Menschen sieht of tiefer und weiter als der von vielen anderen.“
Im Anhang findet der Leser weitere Informationen und Tipps zu Wildpflanzen.
Danke für dieses wunderbare Buch. (ehr)