02.03.2016

Schleswig-Holstein: Potentielle Wolfsrisse im Kreis Segeberg. Wolf kann in zwei Fällen als Verursacher nicht ausgeschlossen werden

FLINTBEK. Zwischen dem 18. und 31. Dezember 2015 wurden im Kreis Segeberg an unterschiedlichen Orten, die durch den gleichen Schafzuchtbetrieb bewirtschaftet werden, getötete Schafe gemeldet, die offensichtlich Bissverletzungen aufwiesen. In zwei dieser Fälle konnte ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden, während im dritten Fall ein Hund als Verursacher sicher nachgewiesen werden konnte.
Der betroffene Schafhalter hat nun die Möglichkeit, den durch den Tod der Schafe in den beiden ersten Fällen erlittenen finanziellen Schaden erstattet zu bekommen.
Hintergrund:
Im Dezember 2015 wurde aus den Orten Wiemersdorf, Föhrden-Barl und Latendorf im Kreis Segeberg durch einen Landwirt an unterschiedlichen Tagen jeweils ein totes Schaf gemeldet. Die Vorfälle wurden durch Wolfsbetreuerinnen und Wolfsbetreuer des Landes aufgenommen. Diese nahmen genetische Proben für weitergehende Untersuchungen. Um die Tiere zudem tierärztlich pathologisch zu untersuchen, wurden sie anschließend in das Landeslabor nach Neumünster transportiert.
In allen drei Fällen ergaben die pathologischen Untersuchungen deutliche Hinweise auf Tötungsbisse. In einem Fall (Wiemersdorf) konnte durch die durchgeführten genetischen Untersuchungen ein Hund als Verursacher nachgewiesen werden. In den anderen beiden Fällen erbrachten diese Untersuchungen leider keine Ergebnisse. Die festgestellten Bissverletzungen sowie die Nutzung der getöteten Tiere im Anschluss wiesen im Fall „Föhrden-Barl“ eher auf einen Hund, im Fall „Latendorf“ eher auf einen Wolf hin. Ein eindeutiger Nachweis war in keinem der beiden Fälle möglich.
Die Ausgleichsregelungen des Landes Schleswig-Holstein sehen in solchen Fällen vor, den erlittenen finanziellen Schaden auf Antrag des Tierhalters zu erstatten, da ein Wolf nicht ausgeschlossen werden konnte. Für den durch einen Hund entstandenen Schaden ist ein solcher Ausgleich durch das Land nicht möglich. (www.llur.schleswig-holstein.de)