07.05.2016

Rezension: Besser leben ohne Plastik

Besser leben ohne Plastik
Anneliese Bunk, Nadine Schubert
oekom verlag, 2016
112 Seiten
ISBN 978-3865817846
12,95 €

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Inhalt
Der Honig, den wir uns allmorgendlich aufs Brötchen schmieren, ist mit Mikroplastik belastet. Das Wasser, mit dem der Kaffee gebrüht wird, enthält kleinste Plastikpartikel. Plastik ist zum Sinnbild der Moderne geworden und ist mittlerweile überall – mit gravierenden Folgen für Umwelt und Gesundheit.
Aber geht es wirklich nicht ohne? Anneliese Bunk und Nadine Schubert haben sich diese Frage vor zwei Jahren auch gestellt – und leben heute annähernd plastikfrei. In ihrem Buch zeigen sie, wie und wo man im täglichen Leben Plastik einsparen und ersetzen kann.

Rezension
Plastiktaschen sind der Trend, Jutebeutel und Einkaufskörbe sind „in“. Täglich bekommen wir von den Medien eingeimpft, was wir in Sachen Plastik noch tun dürfen (wenig) oder eher lassen sollen (fast alles). Somit kommt der Ratgeber von Anneliese Bunk & Nadine Schubert zur rechten Zeit.
Das Buch beginnt mit Gefährlichkeit von Plastik und schockiert uns mit den Informationen, in welchen Produkten alles Weichmacher enthalten sind. Wir finden versteckte Plastik in Kaugummi, Kassenzetteln, Kinderbüchern(!), Konservendosen.
Aber Sie müssen nicht gleich ihren gesamten Haushalt ausmisten. Die Autorinnen empfehlen, die vorhandenen Artikel anders zu verwenden und auch länger zu benutzen. Dann wird es konkret.
Einer der wichtigsten Punkte ist „plastikfreies Einkaufen“. Hier erhält der Leser zahlreiche Alltagstipps. Einiges konnte ich nicht umsetzen. Mein Rewe-Markt hat sich strikt geweigert, den Käse in die mitgebrachte Glasdose zu packen – obwohl ich wie vorgeschrieben, den Behälter nur auf den Tresen gestellt habe. Und die Kassiererin konnte ich nur mit Mühe davon abhalten, die vier Pilze, die ich offen auf das Band gelegt hatte, in eine Plastiktüte zu packen. Da nützt also der beste Wille nichts, wenn der Handel nicht mitspielt. Hier muss noch sehr viel Aufklärung geschehen.
Begleitet wird jeder Artikel mit praktischen Tipps und Links zu Webseiten, wo man mehr erfahren kann.
Am Ende des Buches schließt sich ein umfangreicher Teil für plastikfreie Rezeptideen an, von denen ich nicht jede sinnvoll finde. Beispiel: Erdbeersirup für Fruchtjoghurt. Klar, dass im fertigen Fruchtjoghurt 1) kaum Erdbeeren sind und es 2) im Plastikbecher angeboten wird. Aber als Alternative einen Sirup zu machen – mit jeder Menge Zucker – halte ich für keine gesunde Alternative. Stattdessen sollte man einfach zur entsprechenden Jahreszeit Erdbeeren satt essen – plastikfreier geht es nicht.
Ein Serviceteil und Einkauftipps mit Webseiten runden das Buch am Ende ab.
„Besser leben ohne Plastik“ ist ein praktischer Ratgeber für alle, die nicht nur die Meere und die Umwelt retten, sondern auch den Geldbeutel schonen wollen. Man mag vielleicht nicht jeden Tipp umsetzen wollen oder können, aber das Buch schärft auf jeden Fall das Bewusstsein für unser Konsumverhalten und ist darum uneingeschränkt empfehlenswert. (ehr)