01.06.2016

Der gesetzliche Schutz des Wolfes in Deutschland

Derzeit bemühen sich verschiedene Interessengruppen, dem Wolf den gesetzlichen Schutz zu entziehen. Dies funktioniert nicht, denn der Wolf ist in Deutschland als eine vom Aussterben bedrohte Tierart streng geschützt und unterliegt folgenden Rechtsvorschriften:

nach internationalem Recht
   - Washingtoner Artenschutzabkommen (Anhang II)
   - Berner Konvention (Anhang II)

nach europäischem Recht
   - EG-Verordnung 338/97 (Anhang A)
   - FFH Richtlinie 92/43/EWG (Anhang II, prioritäre Art, und Anhang IV, Art. 12 und 16)

nach Bundesrecht
   - Bundesnaturschutzgesetz (streng geschützte Art nach § 10 Abs. 2 Nr. 11 i. V. mit § 42)
   - Tierschutzgesetz (§ 1)

Wer einen Wolf ohne Genehmigung tötet, verstößt gegen internationales-, europäisches-, Bundes- und auch Landesrecht.
Darüber hinaus ist nach §45 Abs. 7 BNatSchG die Bejagung des Wolfes im begründeten Einzelfall bereits zulässig. Darauf wird auch in den Managementplänen der einzelnen Bundesländer hingewiesen. Für den Abschuss eines Wolfes bedarf es der Einzelerlaubnis der zuständigen Naturschutzbehörde zur Befreiung vom Tötungsverbot und der Abschussanordnung der zuständigen Ordnungsbehörde.
Sollte der Wolf dennoch – wie von manchen Interessengruppen gefordert – ins Jagdrecht übernommen werden, ändert sich nichts am Schutzstatus. Allerdings ändern sich Zuständigkeiten (neben Naturschutzbehörde die Jagdbehörde) und der Wolf unterstünde der Hege und Pflege der Jägerschaft. Wegen der Schutzerfordernisses dieser »Wildart« würde der Wolf unausweichlich eine ganzjährige Schonzeit erhalten.