11.06.2016

Rezension: Hundeherz und Wolfsgesang

Hundeherz und Wolfsgesang
Mythen, Ahnenwissen und Heilkräfte

Maria Auerswald
Kynos, 2015
104 Seiten
ISBN 978-3954640485
12,95 €

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Inhalt
Wölfe spielen schon so lange eine bedeutende Rolle in der Existenz des Menschen, dass auch die Mythen, Legenden und das Wissen um sie herum seit Tausenden von Jahren in den verschiedensten Kulturen weitererzählt, aufgeschrieben und im Bild festgehalten wurden.
Maria Auerswald hat einen spannenden Querschnitt daraus zusammengetragen und schlägt die Brücke von der Wolfsfaszination unserer Ahnen zu unserer heutigen Hundeliebe, die immer auch Ausdruck unserer Sehnsucht nach dem Finden unseres Selbst, nach Erd-und Naturverbundenheit ist.
Mit einem Extrakapitel über die nach Wolf und Hund benannten Heilpflanzen.

Rezension
Gleich vorweg: Auf dieses Buch muss man sich einlassen. Es ist kein Buch mit Zahlen, Daten, Fakten, sondern eine Reise durch die Mythologie von Hund und Wolf. Welche Bedeutung hatte der Wolf für unsere Vorfahren, welche Hilfestellung für das alltägliche Leben konnten die Mythologische Gestalten ihnen geben, welche Lehren ihnen zeigen und was davon lässt sich auch noch auf unsere heutige Zeit übertragen?
Der Wolf hat im Laufe der Geschichte stets starken Einfluss auf den Menschen genommen, mal war er positiv gesehen als weiser Lehrer, mutiger Kämpfer oder fürsorgliches Sozialwesen, mal hat man ihn gefürchtet, gehasst und verfolgt als Räuber, Dämon und unberechenbare Gefahr. Mal war er unser Vertrauter und Begleiter, mal war er Rivale und Konkurrent. Er hatte seine Vorbildfunktion, diente aber auch als warnendes Mahnmal, war geliebt und gefürchtet und verkörperte mit der wilden, unzähmbaren und freiheitsliebenden Natur stets das, was wir gleichermaßen begehrten, was uns aber auch Angst machte.
Kaum ein Tier ist häufiger missverstanden worden, aber kaum ein anderes hat uns und unser Handeln und Denken stärker geprägt.
Hundeherz und Wolfsgesang gibt einen Querschnitt durch verschiedene Epochen und Kulturen und deren Mythologien. Es beschäftigt sich mit der Metapher Wolf in Märchen, die – was mit der Zeit leider oft verkannt wurde – ein sinnbildliches Symbol für sexuelle Verführung und Gefahr darstellte und nicht den Wolf als wirklichen Killer, vor dem man sich in Acht nehmen muss.
Das Buch bewertet nicht, sondern zeigt nur die Vielfalt auf, aus der sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. Wie gesagt, man muss sich darauf einlassen, es auf sich wirken lassen. Ich habe jedenfalls etwas ganz anderes gefunden, als ich erwartet hätte. Und von ein paar kleinen Recherchefehlern und Missverständnissen einmal abgesehen, ist dieses kleine Werk durchaus in der Lage, unsern Blick auf den Wolf – in uns und um uns herum – positiv zu beeinflussen. (Tanya Carpenter)