21.08.2016

Rezension: Wald der toten Jäger

Wald der toten Jäger
Schreiber unter Mordverdacht

Werner Schmitz
Franckh Kosmos Verlag, 2016
256 Seiten
ISBN 978-3440152218
16,99 €

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Inhalt
Reporter Hannes Schreiber hatte sich auf ein Sabbatjahr in seiner Jagdhütte an der Mosel gefreut. Doch bei der Drückjagd im Nachbarrevier kommt der Chef einer einflussreichen Unternehmerfamilie ums Leben. Die tödliche Kugel soll aus Schreibers Waffe stammen, meint die Polizei. Um der Kripo – und sich selbst – seine Unschuld zu beweisen, ermittelt der Reporter in eigener Sache und bringt Erstaunliches ans Licht.

Rezension
Ich gebe zu: Als Tierschützer mag ich keine Jäger und mehr noch verabscheue ich die Jägersprache, die aus einem lebendigen Tier ein „Stück“ macht. Beides findet man logischerweise reichlich in diesem Buch.
Aber ich bin ein Fan von Werner Schmitz – dem Autor, nicht dem Jäger. Und um dieses Buch zu lesen und gut zu finden, muss man kein Jagdfan sein. Man muss einfach nur gut geschriebene und spannende Krimis mögen. Denn das ist „Wald der toten Jäger“. Das Buch besticht durch seine klare, einfache Sprache mit kurzen Sätzen. Man merkt, dass hier ein Journalist am Werk ist, der keine große Literatur schreiben sondern einfach nur unterhalten will. Das tut Schmitz.
Darüber hinaus entdeckt der aufmerksame Leser viele Parallelen zum „richtigen“ Leben. Schmitz schreibt über den „Förster, der den Bäumen Gefühle zuschrieb“ und erwähnt das Buch „Die Geheimnisse der Bäume“. Sein Leben in der Redaktion des Hamburger „Magazins“ schildert er so real, dass man sich fragt, ob er die Reporter des STERN, für den er gearbeitet hat, ebenfalls authentisch portraitiert hat. Und er lässt eine Protagonistin im Modehaus „Hasi & Mausi“ einkaufen.
Diese Prise Ironie macht das Buch besonders unterhaltend. Die Handlung ist spannend und lässt den Leser bis zum überraschenden Schluss im Ungewissen. Mein einziges Problem war die Identifizierung des Dialekts (welcher?) von Mattes.
„Wald der toten Jäger“ ist kurzweilige Unterhaltung und sowohl für Jäger als auch für Krimifans unterhaltend. (ehr)