06.09.2016

Rezension: Heart of a Dog


Heart of a Dog
Was siehst du, wenn du die Augen schließt
(DVD)
Laurie Anderson
Indigo, 2016
Englisch mit deutschen Untertiteln
Spieldauer: 75 Minuten
16,99 €

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Inhalt
Laurie Anderson verwebt in dem Film Kindheitserinnerungen, Videotagebücher, philosophische Gedanken zum Datensammeln, zur Überwachungskultur und zum Leben nach dem Tod, und Ehrerbietungen an die Künstler, Schriftsteller, Musiker und Denker, die sie inspirieren, zu einem Tribut an ihren geliebten Terrier Lolabelle, der 2011 während eines Zeitraumes starb, in dem unter anderem auch Laurie Andersons Mutter und ihr Ehemann Lou Reed starben.
Während er ihr eigenes gewitztes Erzählen mit ihrer Musik, handgezeichneten Animationen, 8mm-Home-Movies und Kunst vermischt, fließt der Film durch so verschiedene Themen wie Familienerinnerungen, Überwachung und buddhistische Techniken …

Rezension
Dies ist kein einfacher Film, sicher nicht für jedermann und er ist ganz sicher nicht das, was man auf den ersten Blick vielleicht erwartet: Er ist kein Hundefilm. In den ganzen 75 Minuten Spielzeit, kommt der Hund der Künstlerin, der Terrier Lolabelle, nur etwas eine Viertelstunde vor (meist als Klavier spielender Hund). Gleichwohl war der Tod von Lolabelle wohl der Auslöser für die Gestaltung des Films. Wir alle wissen, wie traumatisierend und lebensverändert der Tod eines Hundes sein kann.
Laurie Anderson verbindet mehrere einschneidende Erlebnisse ihres Lebens miteinander: Den Tod ihres Hundes, den Tod ihrer Mutter und den Tod ihres Ehemannes Lou Reed. Sie webt daraus eine Collage von Bildern, Klängen und Lyrik zu, wie sie es nennt "einer Verbindung zwischen Liebe und Tod".
"Heart of a Dog" ist kein "Film" im üblichen Sinn, sondern ein avangardistisches Experiment, das man nur schwer verstehen, geschweige denn beurteilen kann. Der Untertitel "Was siehst du, wenn du die Augen schließt" beschreibt ihn wohl am besten. Es handelt sich um eine Meditation über das Leben, die Liebe und das Loslassen, gesprochen von der Künstlerin mit einer sehr wohltuenden ruhigen und beruhigenden Stimme, der ein Hauch von Traurigkeit innewohnt.
Trauer ist das große Thema des Films, wenn auch nie so direkt erwähnt. Die Kunst, die Laurie Anderson als "sich traurig fühlen, ohne traurig zu sein" beschreibt, kann man beim Anschauen dieses Werkes sehr gut üben. Es ist empathisch, ehrlich, emotional, ruhig und manchmal auch irritierend. Für mich ist es ein Film, den ich mich auf jeden Fall mehrmals ansehen muss, um ihn in seiner ganzen Fülle zu verstehen. (ehr)