07.12.2016

Niedersachsen: Umweltminister Stefan Wenzel bei Schafhaltern

Herdenschutz weiter verbessern - Aktuell keine gestiegenen Risszahlen trotz wachsender Wolfspopulation

Der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel hat heute (Donnerstag) bei einem Besuch in Südergellersen (Landkreis Lüneburg) mit einem Schafhalter die aktuelle Situation der Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe erörtert. "Wir nehmen die Sorgen der Nutztierhalter ernst", sagte der Minister. Das Land berät und unterstützt Nutztierhalter im Rahmen der Richtlinie Wolf mit konkreten Maßnahmen des Herdenschutzes. In der Regel werden achtzig Prozent der Materialkosten übernommen. Zudem werden Tierverluste durch Risse im Rahmen einer freiwilligen Leistung im Jahr 2016 mit bislang ca. 22.000 Euro unterstützt. Die Leistungen werden unabhängig von den Flächenprämien bezahlt, die für Schafhalter zudem erweitert wurden. Auch die Anschaffung von Herdenschutzhunden wird finanziell unterstützt.

Das Wolfsbüro berät die Halter und leistet vor Ort Unterstützung; vor allem auch dann, wenn der Grundschutz durch zusätzliche Maßnahmen erweitert werden muss. Erfahrungen aus Ländern, die immer oder schon länger mit Wölfen leben, zeigen, dass Herdenschutzmaßnahmen unerlässlich sind, um Schäden vorzubeugen und Wölfe nicht an Nutztiere als Nahrungsquelle zu gewöhnen. ‎Deshalb müssen die Tierhalter hier auch ihrer Verantwortung gerecht werden.

Das Land ist mit großem Einsatz dabei, das Wolfsmanagement im Interesse von Artenschutz und Nutztierschutz stetig weiterzuentwickeln. Wir sind überzeugt, dass es gelingt, gemeinsam mit der Landesjägerschaft, den Wolfsberatern und den Umwelt- und den Tierhalterverbänden für einen Interessenausgleich zu sorgen. Wir wollen, dass die Rückkehr des streng artengeschützten Wildtieres Wolf ein Erfolg für alle Beteiligten wird. Bei allen Maßnahmen steht die Sicherheit der Menschen an oberster Stelle."

Ob die jüngsten Fälle von Schafrissen in der Region auf den Wolf als Verursacher zurückzuführen sind, wird derzeit anhand von DNA-Analysen noch untersucht. Schon zu Beginn der Woche hatte das Wolfsbüro beim NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) mit dem Schäfer über Ergänzungen der bestehenden Herdenschutzmaßnahmen beraten. In Niedersachsen wird bei Bedarf auch die Aufstockung des Grundschutzes finanziell gefördert.

Im Anschluss an den Besuch in Südergellersen nahm der Minister an der dritten Veranstaltung im Rahmen einer Reihe von Nutztierhalterstammtischen in Visselhövede (Landkreis Rothenburg) teil. Im Gespräch mit den Vertretern der Nutztierhalterverbände geht es um die Themen Arten- und Nutztierschutz, Maßnahmen des Wolfsmanagements, Zaunbau, weiterer Herdenschutz und Billigkeitsleistungen. (www.umwelt.niedersachsen.de)