02.02.2017

Wolfwatching im Wendland

Wieder einmal hat es mich in die Göhrde gezogen. Mit vier guten Freunden wollte ich Spuren der deutschen Wölfe suchen. Wir hatten alle Entzugserscheinungen, denn wir waren gemeinsam mehrmals in Yellowstone gewesen und von den täglichen Wolfssichtungen dort sehr verwöhnt.
Wir wussten, dass wir in Deutschland kaum eine Chance haben, einen wilden Wolf zu Gesicht zu bekommen. Uns reichte das Gefühl, dass irgendwo in der Nähe Canis lupus sein könnte.

Auf der Karte ist die Göhrde rot markiert.




















Unser langes Wolfswochenende begann hier:



Wolfsberater Kenny Kenner hat einen unglaublichen Wissenschatz nicht nur über Wölfe im Allgemeinen und die lokalen Wölfe im Besonderen, sondern auch über die ökologischen Zusammenhänge und die Probleme, die zum Leben mit Wölfen dazugehören.


Auf einem Feld hatten die Wölfe einen Tag zuvor ein Reh gerissen.


Außer ein paar Haaren und Knochen war nichts mehr übrig. Die Wölfe, Füchse und andere Nutznießer hatten ganze Arbeit geleistet.




Dann wurde ernst. Es ging ins Wolfsgebiet. Hier leben momentan ein Elternpaar und sechs Jungwölfe.


Hütehund Alva hatte alle Pfoten voll zu tun, um das Team zusammenzuhalten. Oft kann man schon am Verhalten von Hunden erkennen, ob Wölfe in der Nähe sind.


Hurrah, die erste Wolfsspur.


Daaa ist er lang gelaufen.


Nochmal nachmessen! Geschnürte Spur, Schrittlänge passt - ein Wolf!


Und gleich der nächste Beweis!


Auf solchen Forstwegen, die natürlich auch die Wölfe gerne nutzen, findet man immer wieder Markierungen, besonders an Kreuzungen und anderen strategisch wichtigen Punkten.


Insgesamt sammelten wir an diesem Tag 16 Kotproben und sahen zahlreiche frische Wolfsspuren.


Kenny (hier mit Joe) demonstrierte, wie Kotproben entnommen und registriert werden.




Das Wolfwatcher-Team.
Von links: Barbara, Elli, Geli, Sabine, Joe, Kenny, Andrea.


Die nächste Wolfswoche in der Göhrde, an der ich ebenfalls mit einer Lesung/Vortrag  teilnehme, findet in Zusammenarbeit mit dem BUND vom 18. bis 25. Juni 2017 statt.
Weitere Informationen und Anmeldung hier ...


Wer möchte, kann noch einmal meinen Bericht aus dem Sommer in diesem Blog nachlesen:   Wolfstourismus in Deutschland.

Und auch im neuen Buch von Günther Bloch und mir "Der Wolf kehrt zurück" beschäftigen wir uns intensiv mit den Vorteilen (und Gefahren) des Wolfstourimus.

(Alle Fotos: Elli H. Radinger, Karte: Wikipedia)