08.03.2017

Wissen Wolf: Der Geruchssinn des Wolfes

In unserer Reihe "Wissen Wolf" stellen wir in loser Folge Interessantes und Wissenswertes über den Wolf vor

Die Sinne des Wolfes: Geruchssinn

Foto: Gunther Kopp
Professor Bernhard Grzimek sagte einmal, dass die Sinne des Wolfes sehr viel stärker ausgebildet sind als die des Hundes. Bei einem Experiment mit geschlossenen Futterbehältern bewies er, dass Wölfe nur fünf Minuten brauchten, um zu entdecken, wo sich das Futter befand, während Hunde dazu bis zu einer Stunde brauchten.

Mit entscheidend für den Jagderfolg eines Wolfes ist sein ausgezeichneter Geruchssinn. Im Vergleich zum Menschen hat der Wolf eine stark vergrößerte Oberfläche des Riechepithels mit 130 cm² in dem ca. 250 Millionen Riechsinneszellen eingebettet sind, diejenige des Menschen ist lediglich 5 cm² groß mit 10-30 Millionen Riechsinneszellen. Wölfe können somit 100-1000 Mal besser riechen als Menschen. Die Witterung von Artgenossen oder Beutetieren kann ein Wolf über Entfernungen von 2-3 km wahrnehmen, bei günstigen Windverhältnissen wahrscheinlich sogar noch erheblich weiter.

Es gibt viele Berichte über den ausgezeichneten Geruchssinn des Wolfes:
  • Roger Peters beschreibt in „Der mit dem Wolf tanzt“ die Fähigkeit eines Wolfes, ein längst gestorbenes Backenhörnchen „zehn Meter entfernt und unter einem Meter Schnee“ zu riechen.
  • David E. Brown schreibt in „The Wolf in the Southwest: The Making of an Endangered Species“ über die vergeblichen Bemühungen des Trappers Roy T. McBride, einen Wolf in der Nähe von Sonora, Mexico, zu fangen, indem er Urin und Kot von einem gefangenen Wolf als Köder benutze. Es dauerte ganze fünf Monate, nachdem die Köder-Fallen entfernt worden waren, bis der Wolf das Gebiet wieder betrat. „Dieser Wolf hatte drei der alten Stellen besucht, wo die Fallen gestanden hatten und offensichtlich den Köder gerochen, obwohl Wind, Regen und Sonne Zeit genug hatten, den Geruch zu verwischen.“
  • R. D. Lawrence schreibt in „Wolves“, dass „ein fünf Monate alter Wolfswelpe den Geruch eines Stachelschweines aufnehmen konnte, das 1,6 Kilometer von dem Welpen entfernt Gras fraß.“
  • Dave Mech berichtet, dass Wölfe aus über 6,5 km Entfernung eine Elchkuh mit Zwillingskälbern rochen.
Der Geruchsinn spielt vor allem auch in der Kommunikation mit Artgenossen eine wichtige Rolle. (Hierzu mehr in einem anderen Posting.)